Report-Investor: Deutsche Postbank AG - Geschäftsbericht 2009

65 Das Geschäftsjahr I Konzernlagebericht I Risikobericht Konzernlagebericht Organisation und Risikostrategie Die Verantwortung für zentrale Aufgaben des Risikomanagements im Postbank Konzern trägt der Vorstand. Das Risikomanagement der Marktpreisrisiken wurde vom Vorstand an das Marktrisikokomitee (MRK) delegiert, die Kontrolle erfolgt durch den Aufsichtsrat. Der Postbank Konzern hat eindeutige Regelungen bezüglich der Verant- wortlichkeiten im Rahmen der Marktpreisrisikosteuerung festgelegt. Die operative Marktpreisrisikosteuerung erfolgt grundsätzlich zentral im Bereich Financial Markets der Deutschen Postbank AG, wobei die BHW Bausparkasse AG, die ausländischen Tochtergesellschaften in New York und Luxemburg sowie die Niederlassung London ihre Risiken im Rahmen separat definierter Risikolimite eigenständig steuern. Hierzu wurde im Geschäftsjahr 2009 die Verzahnung der Marktrisikokomitees (MRK) der Tochtergesellschaften mit dem Konzern verstärkt. Der Bereich Risikocontrolling fungiert als konzernweite, unabhängige Überwachungseinheit. Neben der Kompetenz für die angewandten Methoden und Modelle zur Risikoidentifikation und -messung über- nimmt das Risikocontrolling auch die operative Limitüberwachungs- und Reportingfunktion. Der Postbank Konzern hat in der übergreifenden Risikostrategie u.a. die Grundlagen für den Umgang mit Marktpreisrisiken definiert. Das für das Eingehen von Marktpreisrisiken zur Verfügung gestellte Risikokapital begrenzt den Umfang der einzugehenden Marktpreis- risiken auf ein für die Postbank verträgliches und unter Ertragsgesichts- punkten gewünschtes Maß. Sofern ökonomisch sinnvoll und unter den im Zuge der Finanzmarktkrise angespannten Marktbedingungen möglich, werden unerwünschte Marktpreisrisiken abgesichert oder abgebaut. Sofern Marktpreisrisiken bewusst eingegangen oder beibe- halten werden, erfolgt dies mit dem Ziel, Erträge zu erwirtschaften. Als zusätzliche Ertragsquelle der Postbank werden damit Zins-, Aktien-, Fremdwährungs-, Spread-, Rohstoff- und Volatilitätsrisiken in Anlage- und Handelsbüchern eingegangen. Operatives Risikomanagement und Risikocontrolling Zur Steuerung ihrer Marktpreisrisiken verwendet die Postbank eine Kombination aus Risikokennzahlen, Ergebnisgrößen und sonstigen Kennzahlen. Die Wertveränderungen der Marktpreisrisiken werden unabhängig von der bilanziellen Betrachtung aus der täglichen Markt- bewertung abgeleitet. Bei inaktiven Marktsegmenten wird im Rahmen eines gesonderten Prozesses regelmäßig überprüft, inwieweit die ver- fügbaren Marktdaten noch adäquate Bewertungen ermöglichen. Für definierte Bestände werden deshalb aus Bewertungsmodellen abge- leitete Kurse verwendet. Die Ergebnissteuerung der Marktpreisrisiko- positionen erfolgt sowohl mit einem periodischen als auch barwerti- gen Fokus. Sämtliche Marktpreisrisiken werden auf Value-at-Risk- Basis gemessen. Risiken aus möglichen Spread-Veränderungen sind in der Risikomessung berücksichtigt. Als weitere Steuerungskenn- zahlen werden Sensitivitätsmaße und Fristigkeitenstrukturen heran- gezogen. Darüber hinaus werden die Marktpreisrisikopositionen regelmäßigen Szenarioanalysen und Stresstests unterzogen, bei denen die Auswirkung außergewöhnlicher Marktbewegungen sowohl auf Barwerte als auch auf GuV- und Bilanzgrößen analysiert werden. Der Berücksichtigung von Konzentrationsrisiken wird in der Marktpreisrisikomessung geson- dert Rechnung getragen. Dies erfolgt beispielsweise im Rahmen der regelmäßigen Szenarioanalysen durch Quantifizierung der Auswir- kungen assetklassen-, rating- oder währungsspezifischer Stresstests. Außerdem werden im Rahmen der täglichen Überwachung der Markt- preisrisiken Sensitivitätsanalysen durchgeführt, anhand derer für alle Portfolios des Postbank Konzerns auch Risikokonzentrationen iden- tifiziert werden. Instrumente hierfür sind Zinsgap-Struktur-Analysen, nach Forderungsklassen und Bonitäten differenzierte Analysen von Credit-Spread-Sensitivitäten sowie Analysen der Aktien- und Fremd- währungspositionen des Konzerns. Die vor dem Hintergrund der Finanzmarktkrise bereits 2008 eingelei- tete Rückführung des Marktrisikoexposures wurde auch im Jahr 2009 im Aktienbereich konsequent beibehalten; im Zinsbereich erfolgte wieder eine aktivischere Ausrichtung. Zur Reduzierung der Anfällig- keit gegenüber extremen Kapitalmarktschwankungen ist geplant, den Bestand an Finanzanlagen (Stichtag 31. Dezember 2008) im Wesent- lichen durch Fälligkeiten bis 2013 um bis zu 45% abzubauen. Im Jahr 2009 betrug die Abnahme ca. 13%. Um der relativen Bedeutung der Marktpreisrisiken und der Volatilität von Marktbewegungen gerecht zu werden, hat die Postbank für die kritischen Steuerungsgrößen sowie für exogene Ereignisse Eskala- tionsmechanismen definiert, die eine zeitnahe Reaktion bei Limit- annäherungen, Limitüberschreitungen oder extremen Marktbewe- gungen mit Relevanz für die Postbank ermöglichen. Risikosteuerung von Zinsänderungsrisiken Zinsänderungsrisiken als wesentlicher Teil der Marktpreisrisiken be- zeichnen die aus einer Marktzinsänderung resultierenden Änderungen des Marktwertes zinssensitiver Finanzinstrumente. Zinsänderungs- risiken ergeben sich, wenn die zinssensitiven Aktiva und Passiva in den einzelnen Laufzeitbändern voneinander abweichende Beträge und Zinssätze aufweisen. Zur Quantifizierung der Zinsänderungs- risiken werden für die Kundengeschäfte mit wesentlichen impliziten Optionen spezielle Verhaltensannahmen auf der Basis von in der Ver- gangenheit beobachteten Verhaltensmustern getroffen. Von beson- derer Bedeutung sind in diesem Zusammenhang die variabel verzins- lichen Kundeneinlagen bei der Deutschen Postbank AG, für die das Modell der gleitenden Durchschnitte verwendet wird, die Positionen des Bausparkollektivs der BHW Bausparkasse AG sowie das Kunden- kreditgeschäft. Spezielle Abbildungsregeln und Bodensatzdefinitionen ergänzen das Konzept zur Risikoüberwachung und -steuerung. In der Zinsänderungsrisikomessung werden wesentliche gesetzliche bzw. vertraglich eingeräumte Sondertilgungsrechte als auch Neugeschäfts- und Prolongationsangebote sowie Zahlungsstörungen im Kredit- geschäft berücksichtigt. Die dazu verwendeten Optionsmodelle bzw. statistischen Modellierungsmethoden wurden 2009 erweitert und weiter verfeinert. Das Verhalten von Anlegern bei unbefristeten Ein- lagen wird gemäß den internen Modellen und Verfahren zur Steue- rung und Überwachung der Zinsänderungsrisiken modelliert. Wie in den MaRisk gefordert, werden Eigenkapitalbestandteile, die dem Institut zeitlich unbegrenzt zur Verfügung stehen, nicht in die Ermitt- lung der Zinsänderungsrisiken einbezogen. Die operative Risikosteuerung erfolgt grundsätzlich für alle Markt- preisrisiken zentral im Ressort Financial Markets der Postbank. Die nachstehende Grafik zeigt die offenen Zinspositionen des Postbank Konzerns zum 31. Dezember 2009 in Form einer Basis- point-value (bpv)-Darstellung. Positionen mit einem negativen Wert UnsereGeschäftsfelderAnunsereInvestorenWeitereInformationenKonzernabschlussAnunsereInvestorenUnsereGeschäftsfelderUnsereVerantwortungKonzernlagebericht

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