17 CO2-Abtrennung und -Speicherung – drei Möglichkeiten, Kohlekraftwerke klima- freundlicher zu machen Die Technologie, CO2 aus Gasgemischen abzu- trennen, ist bereits vorhanden. Die chemische Industrie wendet sie seit Jahrzehnten an. Die Herausforderung für die Energiewirtschaft besteht darin, diese Technologie so weiterzu- entwickeln, dass sie in großen Kraftwerken, in denen die abzutrennenden CO2-Mengen un- gleich größer sind, effizient arbeitet. Zurzeit gibt es drei anwendungsreife Technologien: • Oxyfuel-Verfahren: Ein Oxyfuel-Kraftwerk verbrennt Kohle in nahezu reinem Sauerstoff anstelle von normaler Luft. Seine Abgase bestehen fast ausschließlich aus Wasser und CO2. • Pre-Combustion-Verfahren: Kohle wird durch Vergasung in ein Gemisch aus CO2 und Was- serstoff umgewandelt, aus dem sich CO2 einfach abtrennen lässt. Der zurückbleibende Wasserstoff kann als sauberer Brennstoff genutzt werden. • Post-Combustion-Verfahren: Chemische Reini- gungssubstanzen werden genutzt, um CO2 aus dem Rauchgas von Kraftwerken abzu- trennen. Alle drei Verfahren zur CO2-Abscheidung haben ihre Vor- und Nachteile. Wir investieren in alle drei – sind aber der Auffassung, dass das Post- Combustion-Verfahren das größte Klimaschutz- Potenzial bietet. • Offshore-Windparks • Bio-Erdgas • Konzentrierter Solarstrom (Concen- trated Solar Power, CSP) • Intelligente Netze • Mikrokraftwerke mit Kraft-Wärme- Kopplung • Gaswärmepumpen • Elektromobilität Besonders wichtige Demonstrationspro- jekte haben wir 2009 in den Bereichen CCS und Offshore-Windparks realisiert. Emission nahe null Carbon Capture and Storage (CCS) Mit der CCS-Technologie zur Abtrennung und Speicherung von CO2 könnten fossil befeuerte Kraftwerke in Zukunft nahezu emissionsfrei betrieben werden. Deshalb arbeitet E.ON auch mit Hochdruck daran, CCS bis 2020 kommerziell verfügbar zu machen. Wir sind an zahlreichen For- schungs- und Entwicklungsprojekten zu Methoden der CO2-Abtrennung und -Speicherung beteiligt. Aus Klimaschutz- gesichtspunkten ist die sogenannte Post- Combustion-Capture-Technologie am aussichtsreichsten, weil damit bereits bestehende Kraftwerke nachgerüstet werden können. Unsere CCS-Highlights 2009 im Überblick: • Im Februar beschließen E.ON Benelux und die Rotterdam Climate Initiative eine Machbarkeitsstudie für eine CCS- Anlage in einem neuen, hocheffizienten Kohlekraftwerk mit einer installierten Leistung von 1.100 MW, das derzeit am E.ON-Kraftwerksstandort Maasvlakte im Hafen von Rotterdam entsteht. • Im Mai beantragt E.ON Gas Storage die Genehmigung, im norddeutschen Weser-Gebiet geologische Untersu- chungen durchzuführen. In den kom- menden fünf Jahren wird ermittelt werden, ob in dieser Region die Voraus- setzungen für den Bau eines unter- irdischen CO2-Speichers gegeben sind. • Im Juli beantragt E.ON im Rahmen des Förderprogramms „European Energy Programme for Recovery“ finanzielle Unterstützung für zwei Post-Combus- tion-Capture-Demonstrationsanlagen in Kingsnorth, Großbritannien, und Maasvlakte, Niederlande. • Im September startet E.ON Kraftwerke eine 16-monatige Testphase für ein in Kooperation mit Siemens entwickeltes Verfahren zur CO2-Abtrennung aus dem Rauchgas von Kraftwerken. Die Pilotanlage wird am deutschen E.ON- Kraftwerksstandort Staudinger in Betrieb genommen. • Im September beschließt die US-Ener- giebehörde, ihre Unterstützung für das FutureGen-Projekt fortzusetzen. Der Bau des geplanten 275-MW-Kraft- werks mit integrierter Kohlevergasung und CO2-Abtrennungsanlage könnte bereits 2010 in den USA beginnen – mit E.ON U.S. als Mitglied der „FutureGen“- Alliance. Mehr dazu? www.eon.com/innovation www.eon.com/ccs Neue Technologien Unser Unternehmen CCS-Anlage im Kraftwerk Staudinger: E.ON arbeitet daran, CCS bis 2020 verfügbar zu machen Pilotprojekt MINI E: Stromtankstelle in München
