Report-Investor: E.ON AG - Geschäftsbericht - 2 - 2009

9Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Corporate-Governance-Bericht Aufsichtsrat und Vorstand Tabellen und Erläuterungen expansive europäische Geldpolitik sowie nationale Maßnah- men zur Stabilisierung des Arbeitsmarktes den Einbruch zur Jahresmitte stoppen. In Großbritannien verschärfte sich der geschilderte allgemeine Trend in der ersten Jahreshälfte durch die Destabilisierung des Finanzsektors. Die empfundenen Vermögensverluste drossel- ten die private Konsumnachfrage. Sowohl die nordischen als auch die südlichen Volkswirtschaften folgten dem Trend der EU. Die osteuropäischen Länder folgten aufgrund der hohen Abhängigkeit von Exporten in das übrige EU-Gebiet dem west- europäischen Abwärtstrend. Verschärft wurde die Situation in einigen Ländern durch massive Kapitalflucht, sodass teil- weise Hilfen des Internationalen Währungsfonds angenommen werden mussten. Russland – als besonders abhängig von Einnahmen aus Rohöl- und Gasexporten – musste 2009 einen vergleichsweise starken Einbruch hinnehmen. Zusammen mit den wegbre- chenden Brennstoffeinnahmen und einer Kapitalflucht ging auch der kreditfinanzierte Investitionsboom zu Ende. Deutschland Frankreich Italien Spanien Euro-Raum Schweden Groß- britannien EU-18 EU-27 USA Japan Russische Föderation Quelle: Sachverständigenrat, November 2009, Statistisches Bundesamt -2,1 -4,8 -3,6 -3,9 -4,7 -4,6 -4,0 -4,0 -2,5 -5,6 -7,5 -8,0 -7,0 -6,0 -5,0 -4,0 -3,0 -2,0 -1,0 0,0 -5,0 Entwicklung des realen Bruttoinlandsprodukts 2009 Veränderung gegenüber dem Vorjahr in % Noch nicht abschließend geklärt ist die finale Ausgestaltung des Kapazitätsmarktes. Nach dem aktuellen Diskussionsstand gelten für die Alt- und Neuanlagen übergangsweise unter- schiedliche Regelungen. Die Altanlagen werden ab 2010 in einem liberalisierten Kapazitätsmarkt im Wettbewerb stehen. Neuanlagen, die im Rahmen einer vertraglichen Investitions- verpflichtung entstehen, erhalten für bis zu zehn Jahre eine gesicherte Kapazitätsvergütung. Nach zehn Jahren sollen beide Märkte zu einem einheitlichen Kapazitätsmarkt für Neu- und Altanlagen zusammengeführt werden. Die konkrete Ausgestal- tung dürfte maßgeblichen Einfluss auf die Rentabilität unse- res aktuellen und künftigen Kraftwerksparks haben. Dies gilt um so mehr, als die aufgrund der Wirtschaftskrise teils stark gesunkene Energienachfrage im russischen Markt zu einer relativen Verlangsamung des Strompreisanstiegs geführt hat und daher die relative Bedeutung der Kapazitätsvergütungen im Gesamtmarkt in den nächsten Jahren eher zunehmen wird. Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft befindet sich seit der zweiten Jahreshälfte 2009 nach dem schwersten Einbruch in der Nachkriegszeit in einer leichten Erholungsphase. Die Finanzkrise hatte im Jahr 2009 voll auf die Realwirtschaft durchgeschlagen. Nach Schätzungen des Sachverständigenrates zur Begutachtung der gesamtwirtschaftlichen Entwicklung (SVR) in Deutschland sank die weltweite Produktion 2009 um 1,1 Prozent. Hinter die- sem Rückgang verbergen sich aber im Zeitablauf unterschied- liche regionale Entwicklungen mit einem Aufwärtstrend der Volkswirtschaften in Asien, einer leichten Stabilisierung in den USA und einem Produktionseinbruch in der EU. Abgebremst wurde der weltweite Abwärtstrend durch eine expansive Geld- politik der Notenbanken und starke antizyklische staatliche Nachfrageprogramme. Der im Vergleich zum Vorjahr niedrige Ölpreis bremste ebenfalls die Abwärtsbewegung. In den Industrieländern zeigte sich zum Jahreswechsel eine Stabilisierung der wirtschaftlichen Tätigkeit. So verlangsamte sich der Abschwung in den USA im Jahresverlauf dank staat- licher Ausgabenprogramme und eines aufgrund niedriger Importe höheren Außenbeitrages spürbar. Im dritten Quartal fungierte der private Konsum wieder als wichtigste Stütze. In den Ländern der EU zeigt sich ein ähnliches Bild: Abbrem- sung des Abschwunges zur Jahresmitte dank expansiver Geld- und staatlicher Ausgabenpolitik. Die Investitionstätigkeit sowie der private Konsum verharrten aber auf niedrigerem Niveau. Ein Grund für die stabile Konsumnachfrage war auch die sinkende Inflation. In Deutschland führte der weltweite Nachfragerückgang zu einem nach Angaben des SVR historisch einmalig hohen Rückgang der Exporte und der Ausrüstungs- investitionen. Aber auch hier konnten staatliche Ausgaben, die

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