Report-Investor: E.ON AG - Geschäftsbericht - 2 - 2009

10 In den nordeuropäischen Ländern wurden mit 375 Mrd kWh im Jahr 2009 rund 16 Mrd kWh weniger Strom verbraucht als im Vorjahr. Grund war die geringere Industrieproduktion infolge der Wirtschaftskrise. Der Netto-Stromimport aus den umliegenden Ländern betrug 8,6 Mrd kWh im Vergleich zu Netto-Stromexporten von 1,4 Mrd kWh im Vorjahr. Der Stromverbrauch im Mittleren Westen der USA nahm im Jahr 2009 um rund 6 Prozent ab, der Gasverbrauch um etwa 5 Prozent. Dies ist vor allem auf die gesunkene Nachfrage der Industrie aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung und die im Vergleich zum Vorjahr mildere Witterung zurückzuführen. Infolge der Auswirkungen der Wirtschaftskrise ging der Strom- verbrauch in Russland im Vergleich zum Vorjahr um rund 5 Prozent zurück. Die gegenüber der ursprünglichen Prognose (7 Prozent) geringere Abnahme resultierte aus der beginnen- den wirtschaftlichen Erholung und den ungewöhnlich niedri- gen Temperaturen im vierten Quartal in ganz Russland. Der Stromverbrauch in Italien nahm 2009 um 6,7 Prozent (bereinigt um Temperaturdifferenzen und die Zahl der Arbeits- tage 6,5 Prozent) auf 316,9 Mrd kWh (Vorjahr: 339,5 Mrd kWh) ab. Der Gasverbrauch ging von 894,4 Mrd kWh um 8,1 Prozent auf 821,9 Mrd kWh zurück. Gründe waren Rückgänge bei der Strom- erzeugung aus Gas und bei der Nachfrage aus der Industrie. Der Stromverbrauch auf dem spanischen Festland lag im Jahr 2009 mit 252 Mrd kWh 4,5 Prozent (Temperaturunterschiede und die Zahl der Arbeitstage berücksichtigt, 4,3 Prozent) unter dem Vorjahreswert. Der Gasverbrauch im Endkunden- geschäft ging um 7,9 Prozent auf 241 Mrd kWh zurück. Branchensituation Im Jahr 2009 ging der Primärenergieverbrauch in Deutschland stark zurück (das erreichte Verbrauchsniveau ist das niedrigste seit Anfang der 70er-Jahre des vergangenen Jahrhunderts). Nach vorläufigen Berechnungen sank der Energieverbrauch um 6,5 Prozent auf 453,1 Mio Tonnen SKE (Vorjahr: 484,5 Mio t SKE). Der gesamtwirtschaftliche Abwärtstrend wirkte sich beson- ders stark bei energieintensiven Industrien aus (Energiever- brauch sank stärker als das Bruttoinlandsprodukt). Der Verbrauch an Mineralöl nahm um 5,8 Prozent ab und lag auf dem niedrigsten Stand seit der deutschen Wiedervereini- gung, das Mineralöl blieb aber der mit Abstand wichtigste Energieträger in Deutschland. Der Erdgasverbrauch sank um 5,5 Prozent durch eine verminderte Nachfrage der Industrie und einen abnehmenden Einsatz in Kraftwerken. Steinkohle (-18,1 Prozent) war von der wirtschaftlichen Entwicklung am stärksten betroffen. Der Einsatz von Steinkohle in Kraft- werken verringerte sich gegenüber dem Vorjahr um knapp 13 Prozent. Der Anteil von Braunkohle am Gesamtverbrauch stieg leicht. Insgesamt lag der Verbrauch jedoch durch den Rückgang der Lieferungen an Kraftwerke 2,8 Prozent unter dem Vorjahresniveau. Die Stromerzeugung aus Kernkraft (-9,6 Prozent) sank ebenfalls. Darüber hinaus produzierten Wasserkraftwerke (ohne Pumpspeicher) und Windkraftan- lagen weniger Strom. Insgesamt konnten die Erneuerbaren Energien ihren Beitrag zur Deckung des Energieverbrauchs aber um 4 Prozent erhöhen. Zuwächse verzeichneten vor allem Biomasse und Fotovoltaik. In England, Schottland und Wales wurden im Jahr 2009 rund 315 Mrd kWh (Vorjahr: 332 Mrd kWh) verbraucht. Der Gas- verbrauch nahm (ohne den Einsatz in Kraftwerken) von 645 Mrd kWh im Jahr 2008 auf 597 Mrd kWh ab. Die wesent- lichen Gründe für den Verbrauchsrückgang waren der wirt- schaftliche Abschwung und Energiesparmaßnahmen. Primärenergieverbrauch 2009 in Deutschland Anteile in % 2009 2008 Mineralöl 34,6 34,3 Erdgas 21,7 21,6 Steinkohle 11,1 12,7 Braunkohle 11,4 10,9 Kernenergie 11,1 11,4 Erneuerbare Energien 9,1 8,2 Sonstige (einschließlich Außenhandels- saldo Strom) 1,0 0,9 Insgesamt 100,0 100,0 Quelle: AG Energiebilanzen (vorläufige Zahlen vom 21. Dez. 2009) Geschäft und Rahmenbedingungen

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