Report-Investor: E.ON AG - Geschäftsbericht - 2 - 2009

7Zusammengefasster Lagebericht Konzernabschluss Corporate-Governance-Bericht Aufsichtsrat und Vorstand Tabellen und Erläuterungen Im Rahmen der Veröffentlichung des vorläufigen Haushalts- entwurfs durch das britische Finanzministerium im Dezember 2009 wurde eine Überprüfung des Strommarktes angekün- digt. Das britische Energieministerium (DECC) und das Finanz- ministerium wollen ihre gemeinsame Arbeit 2010 fortsetzen, um Rahmenbedingungen zu garantieren, die für den Verbrau- cher fair sind und notwendige Investitionen in emissions- arme Technologien ermöglichen. Darüber hinaus wird 2010 ein Fokus der Regierungsarbeit auf der Weiterentwicklung der Energieeffizienz sowie auf dem Ausbau Erneuerbarer Energien im Wärme- und im Strommarkt liegen. Im ersten Halbjahr des Jahres 2010 stehen Wahlen in Großbritannien an, deren Ergebnis auch die weitere Entwicklung des britischen Energie- marktes beeinflussen wird. Schweden Im Februar 2009 hat die schwedische Regierung ein Konzept für eine nachhaltige Energie- und Klimapolitik beschlossen. Zentrales Ziel ist, den Weg aus der Abhängigkeit von fossilen Energieträgern vorzubereiten, um den Ausstoß von Klima- gasen zu reduzieren und die Versorgungssicherheit zu erhöhen. Im Mittelpunkt stehen die Steigerung des Anteils der Erneu- erbaren Energien in allen Bereichen und die Erhöhung der Energieeffizienz mit klaren Zielvorgaben bis 2020 für Erneuer- bare Energien und Klimaschutz. Der Anteil Erneuerbarer Energien am Energieverbrauch soll auf 50 Prozent, im Trans- portsektor auf 10 Prozent erhöht werden. Die Energieeffizienz soll um 20 Prozent gesteigert und die Treibhausgasemissio- nen um 40 Prozent im Vergleich zu 1990 gesenkt werden. Bis 2020 soll der Wärmemarkt unabhängig von fossilen Ener- gieträgern werden. Im Verkehrssektor setzt das Programm insbesondere auf Hybridantrieb und Elektromobilität. Hier ist das Ziel, bis 2030 unabhängig von fossilen Energieträgern zu sein. Im Stromsektor will die Regierung aus Klimaschutz- gründen an der Kernenergie festhalten, gleichzeitig aber den Strommix diversifizieren, der bislang hauptsächlich auf Kernenergie und Wasserkraft beruht. Damit soll die Störungs- anfälligkeit reduziert und die Versorgungssicherheit erhöht werden. Neben einem signifikanten Ausbau der Windenergie und anderer Erneuerbarer Energien findet auch ein Schwenk in der Kernenergiepolitik statt. Der Ausstiegsbeschluss wurde formal aufgehoben und das seit nahezu 30 Jahren geltende Bauverbot für neue Kernkraftwerke revidiert. Die Möglichkeit, neue Kernkraftwerke zu bauen, soll auf bestehende Kraft- werksstandorte beschränkt bleiben. USA/Kentucky Mit der Wahl des amerikanischen Präsidenten Obama gewinnt die Klima- und Energiepolitik an Bedeutung. In den nächsten zehn Jahren soll vor allem die Entwicklung sauberer und Erneuerbarer Energien gefördert werden. Mit einem Stimulie- rungspaket – dem „New Green Deal“ – soll die Förderung Erneuerbarer Energien finanziert werden. über 20 Marktgebiete in Deutschland. Seit dem 1. Oktober 2009 gibt es in Deutschland nur noch drei Marktgebiete für hoch- kalorisches Gas (H-Gas) und drei für niederkalorisches Gas (L-Gas). Das größte und liquideste H-Gas-Gebiet „NetConnect Germany” umfasst dabei neben E.ON Gastransport und bayer- nets die neuen Mitglieder ENI/GVS und GRTgaz Deutschland. Dem gegenüber steht das zweite wesentliche H-Gas-Gebiet „Gaspool“. Dies ist ein wichtiger Schritt für den deutschen Gasmarkt und setzt damit eine Forderung der Bundesnetz- agentur zur deutlichen Reduktion der Marktgebiete um. Großbritannien Mitte 2009 hat die britische Regierung ihren sogenannten „Low Carbon Transition Plan“ veröffentlicht, der beschreibt, wie Großbritannien bis 2020 34 Prozent seiner Treibhausgas- emissionen gegenüber 1990 reduzieren will. Gleichzeitig ver- öffentlichte die Regierung auch ihre Erneuerbare-Energien- Strategie. Mit ihrer Hilfe soll das Ziel, bis 2020 den Anteil Erneuerbarer Energien am britischen Energieverbrauch auf 15 Prozent zu steigern, errreicht werden. Im Januar 2008 veröffentlichte die britische Regierung das Weißbuch Kern- energie, das die Voraussetzungen für den Neubau von Kern- kraftwerken in Großbritannien schafft. Es beinhaltete eine Reihe von Maßnahmen, um Planungsverfahren rechtlich abzu- sichern sowie zu beschleunigen und damit privaten Inves- toren Anreize für Neubau und Betrieb von neuen, modernen Reaktoren zu geben. Ziel ist, den Anteil der Kernkraft an der Stromversorgung aus Gründen des Klimaschutzes und der Versorgungssicherheit mindestens stabil zu halten. Nach der Versteigerung von Kraftwerksstandorten im Frühjahr 2009 ging das Nuklearprogramm in die entscheidende Phase. Zehn potenzielle Kernkraftwerksstandorte wurden identifiziert und eine Gesetzesvorlage zur Beschleunigung und Verein- fachung des Planungsprozesses von Kernreaktoren erstellt, die 2010 noch vom Parlament zu verabschieden ist. Die Regie- rung hofft, die ersten Reaktoren bereits vor Ende dieses Jahr- zehnts in Betrieb nehmen zu können. Im November 2009 wurde die Energy Bill in das Parlament eingebracht. Der Gesetzentwurf sieht unter anderem Maßnah- men zur Unterstüzung von CCS-Demonstrationsprojekten in Großbritannien vor. Außerdem beinhaltet er Vorschläge zur Reduktion der Energiekosten für sozial benachteiligte Kunden und Klarstellungen zu den Kompetenzen der britischen Regulierungsbehörde. Ferner wurden im Jahr 2009 die Entwürfe der sogenannten National Policy Statements (NPSs) veröffentlicht. Sie sind inte- graler Teil eines Systems, das Entscheidungsprozesse von nationaler Bedeutung – wie etwa den Netzausbau – verein- fachen und beschleunigen soll. Die NPSs sollen im Verlauf des Jahres 2010 verabschiedet werden.

Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download