Report-Investor: Gerry Weber International AG - Geschäftsbericht - 2008 - 2009

41lagebericht eine Insolvenz, würde sich daher nicht dauerhaft negativ auf das Unternehmen auswirken. Mit Hilfe eines speziellen Key Accounting fragt die GERRY WEBER-Gruppe perma- nent die Zufriedenheit ihrer Kunden ab und kann somit ge- gebenenfalls zeitnah korrigierend eingreifen. Zudem redu- ziert der starke Ausbau der eigenen Retail-Aktivitäten die Abhängigkeit vom Wholesale-Geschäft und damit von einzelnen Großkunden. Dank des hohen Bekanntheits- grades und des hervorragenden Rufes bei Einzelhändlern und Franchise-Nehmern ist die GERRY WEBER-Gruppe in der Lage, jedes Jahr neue Kunden zu gewinnen und sich gleichzeitig von nicht zufrieden stellenden Key Accounts zu trennen. Dadurch wird das Risiko von Forderungsausfällen und Umsatzeinbußen zusätzlich verringert. Aufgrund seiner vertikalen Expansion besitzt der GERRY WEBER-Konzern eine starke Marktposition, die durch den Markteintritt neuer Wettbewerber kaum gefähr- det werden kann. Die starke Marke schützt die Gruppe vor dem Preiskampf der Konkurrenz und ermöglicht es ihm, sich dem Preis- und Margendruck des Handels zu entziehen. Die GERRY WEBER-Gruppe gilt als einer der Vorrei- ter in der Modebranche, wenn es um neue Beschaf- fungs-, Logistik- und Vertriebsstrukturen geht, wie bei- spielsweise die RFID-Technologie. Das Unternehmen arbeitet kontinuierlich an der Optimierung der internen Prozesse, um seine Wettbewerbsposition nachhaltig zu verbessern. Mit Hilfe ihrer hohen Innovationskraft wird die GERRY WEBER-Gruppe auch zukünftig alle sich bietenden Chancen ergreifen und gleichzeitig die verbundenen Risi- ken minimieren. Zur Sicherstellung einer kostengünstigen Beschaffung beob- achtet und analysiert das Unternehmen die Beschaffungs- märkte mit Hilfe seines implementierten globalen Sourcing- Systems. Bei Gewährleistung eines vergleichbar hohen Qualitätsstandards wird die Beschaffung gegebenenfalls in günstigere Regionen verlagert. So werden die teurer wer- denden Produktionsstandorte in Osteuropa, wie Rumänien, durch kostengünstigere in Weißrussland, Armenien oder Moldawien ersetzt. In China soll sich die Produktion weiter ins Landesinnere verlagern, während sich in der Türkei der Schwerpunkt in die Region Anatolien verschiebt. Finanzrisiken Die Nachwirkungen der Finanz- und Wirtschaftskrise sind beim Einzelhandel nach wie vor zu spüren, was sich auch in den Insolvenzen mehrerer großer Textilfilialisten widerspiegelt. Dieser Konzentrationsprozess dürfte sich auch in den kommenden Monaten weiter fortsetzen. Das größte Finanzrisiko für die GERRY WEBER-Gruppe stel- len demnach Forderungsausfälle durch Geschäftsaufga- ben oder Insolvenzen dar. Um diesem Risiko frühzeitig entgegen zu wirken, prüft das Unternehmen die Bonität seiner Kunden, unterhält Kreditversicherungen und doku- mentiert die Zahlungshistorie. Straffe Zahlungsvereinba- rungen und verkürzte Zahlungsziele für Neukunden mini- mieren das Forderungsrisiko zusätzlich. Darüber hinaus werden Limits für Kundenkredite vergeben und auf ihre Einhaltung überprüft, die Altersstruktur von Forderungen überwacht sowie zweifelhafte Forderungen gemanagt. Der Erfolg dieser Maßnahmen zeigt sich in einer gerin- gen Forderungsausfallquote. Die GERRY WEBER-Gruppe ist weitgehend unabhän- gig von Zinsentwicklungen, da sich das Unternehmen größtenteils über Eigenkapital finanziert. Um ein et- waiges Liquiditätsrisiko auszuschließen, verfügt der GERRY WEBER-Konzern über Kreditlinien, die den ma- ximalen Fremdfinanzierungsbedarf bei weitem überstei- gen. Saisonale Zahlungsschwankungen, wie sie unter- jährig in der Modebranche auftreten, stellen aufgrund der besagten Kreditlinien und des hohen Cashflow nur ein geringes Risiko dar. Als international agierender Konzern ist die GERRY WEBER- Gruppe in verschiedenen Währungsräumen tätig und somit auch Wechselkursrisiken ausgesetzt. Kurssiche- rungsgeschäfte sichern das Unternehmen gegen De- visenschwankungen, die bei Importen aus Fernost und Exporten nach Großbritannien auftreten, ab. Bereits bei Vertragsabschluss in der Fremdwährung werden Termin- geschäfte getätigt um dieses Risiko zu minimieren. Die GERRY WEBER-Gruppe nutzt als Finanzinstrumen- te vornehmlich Bankdarlehen und kurzfristige Bankver- bindlichkeiten sowie Zahlungsmittel und kurzfristige

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