Report-Investor: Grammer AG - Geschäftsbericht 2009

35Konzernlagebericht Landtechnik bricht ein Der Bereich der deutschen Landtechnik ist von der weltweiten Finanz- und Wirtschaftskrise ebenfalls enorm betroffen, nachdem im Jahr zuvor noch hohe Wachstumsraten erzielt worden waren. Ursachen für die Absatzkrise waren der große Preisdruck besonders bei Milch, die restriktive Kreditvergabe der Banken und die fehlenden Aufträge aus den osteuropäischen Märkten. Der Gesamtumsatz der deutschen Landtechnikindustrie fiel im Jahr 2009 um 25% auf 5,64 Mrd. EUR. Nach dem 1. Quartal lag der Umsatz aufgrund der Auftragsüber- hänge aus dem Jahr 2008 zwar noch auf Vorjahresniveau. Ab dem Frühsommer folgte dann aber ein massiver Einbruch im Bereich Land- technik. Im 2. Quartal wurde laut VDMA (Verband Deutscher Ma- schinen- und Anlagenbau) ein Minus von 27% verzeichnet, danach folgte im 3. Quartal sogar ein Minus von 35% und im 4. Quartal brach der Markt mit einem Minus von 41% nochmals deutlich ein. In Deutschland war auch das Exportgeschäft mit –31% stark rück- läufig. Ein deutlicher Nachfragerückgang nach deutscher Landtech- nik wurde etwa in den osteuropäischen Ländern verzeichnet. Vor al- lem die Exporte nach Russland gingen um 60% zurück. Der Einbruch des deutschen Traktormarkts fiel im Vergleich dazu relativ gering aus. Laut VDMA wurden in Deutschland von Januar bis Dezember 2009 insgesamt 29.465 Fahrzeuge zugelassen. Dies entspricht einem moderaten Minus von 5,7%. Material-Handling Schätzungen zufolge war der Staplermarkt im Vergleich zum Vorjahr weltweit um 45% rückläufig. Für den asiatischen Markt geht man von einem Minus von 32% für das Jahr 2009 aus. Osteuropa hat mit –77% in diesem Bereich den größten Rückgang zu verzeichnen. Auch in Nordamerika und Westeuropa sind die Verkaufszahlen stark gesunken, verzeichnet wurde hier ebenfalls ein Minus von 44%. Umsatz in der Baumaschinenindustrie beinahe halbiert Die Bauwirtschaft steckt weltweit in der Krise. 2009 wuchs diese Branche nur in China und Indien. Insgesamt ging der Umsatz in der Bau- und Baustoffmaschinenbranche um 45% zurück. Ein star- ker Einbruch wurde mit –50% ebenfalls bei den Auftragseingängen verzeichnet. Krise erreicht auch Bahnindustrie Blieb die Bahnindustrie 2008 noch weitgehend von der Krise ver- schont, so konnte sich dieser Sektor 2009 dem Abwärtstrend nicht mehr entziehen, da es eine rückläufige Transportleistung gab. Zwar stieg der Umsatz bei den Unternehmen der Bahnindustrie im 1. Halbjahr um 11,4% auf 4,9 Mrd. EUR, während gleichzeitig die Exportquote bei den Bahntechnikherstellern auf 59% anstieg. Dem gegenüber stand allerdings ein Auftragsminus von 23% im glei- chen Zeitraum. Grund hierfür ist vor allem die rückläufige Nach- frage aus dem Ausland mit einem Minus von 44%. Geschäftsentwicklung des Konzerns rezessionsbedingt rückläufig Im Berichtsjahr wurde das Geschäft des GRAMMER Konzerns erheb- lich vom globalen Nachfrageeinbruch belastet. Auftragseingang und Umsatz gingen bedingt durch die extrem schwachen Märkte um nahezu 28% zurück. Das schon Ende 2008 begonnene Sinken der Nachfrage setzte sich im 1. Halbjahr fort und erst im 3. Quartal zeichnete sich eine Stabilisierung ab. So musste der Konzern nach einem Gewinn im Vorjahr wie die meisten Unternehmen weltweit einen hohen Verlust verkraften. Dieses negative Ergebnis ist geprägt von erheblichen Anpassungs- und Restrukturierungskosten sowie hoch volatilen, verunsicherten Märkten. Dennoch konnte sich der Konzern durch frühe, rasche und konsequente Anpassungsmaß- nahmen im Laufe des Geschäftsjahres operativ verbessern und im 4. Quartal wieder operativ in die Gewinnzone zurückkehren. Gesamtumsatz des Konzerns bei 0,7 Mrd. EUR Der GRAMMER Konzern erwirtschaftete 2009 vor diesem gesamt- wirtschaftlichen und branchenspezifischen Hintergrund einen Gesamtumsatz von 727,4 Mio. EUR (Vj. 1.007,0). Die starken Ein- brüche im 1. Halbjahr von bis zu 50% in einzelnen Geschäfts- feldern konnten im Laufe des Jahres auf niedrigem Niveau gefes- tigt werden und im 4. Quartal zeigten sich im Verhältnis zum Quartal des Vorjahres erstmals Aufholungstendenzen durch Markt- und Neuanläufe. Umsatz nach Regionen (Vorjahreswert in Klammern) Ferner Osten/Rest 12,4 (8,0) % Übersee 16,2 (18,7) % Europa 71,4 (73,3) % in Mio. EUR 2009 2008 Europa 519,3 738,4 Übersee 118,2 187,9 Ferner Osten/Rest 89,9 80,7 Summe 727,4 1.007,0 Unterschiedlich entwickelten sich im Gesamtjahr die Regionen: In Europa ging im Zeichen der Krise der Umsatz um 219,1 Mio. EUR auf 519,3 Mio. EUR zurück, im Wesentlichen verursacht durch die starken Einbrüche in den ersten Quartalen. Auch in Übersee sank der Umsatz überdurchschnittlich, geprägt von dem starken rezes- siven Einbruch der Wirtschaftsleistung in den USA. Hier erwirt- schaftete GRAMMER noch 118,2 Mio. EUR. Dies entspricht im Vor- jahresvergleich einem Rückgang um 37,1%. Positiv entwickelten sich dagegen unsere Geschäfte im asiatischen Raum. In den zum geografischen Segment Ferner Osten/Rest zählenden Ländern stiegen die Umsätze auf 89,9 Mio. EUR (Vj. 80,7). Dies zeigt noch einmal deutlich die strategische Bedeutung unseres Engagements in diesem dynamischen Marktumfeld.

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