15hhla geschäftsbericht 2009 Quartiersentwicklung Zukunft im Blick Quartiers- entwicklung mit weitsicht Vom „logistikzentrum“ speicherstadt zum denkmal- geschützten innenstadtquartier: wo sie einst das welt- weit modernste logistikzentrum entwickelte, gestaltet die hhla heute den behutsamen strukturwandel eines einmaligen gebäudeensembles mit besonderem flair. selbst für die innovationsfreudigen gründerjahre ende des 19. Jahr- hunderts war sie eine kleine sensation: die hamburger speicherstadt, ein gewaltiger lagerkomplex in direkter nachbarschaft zu den modernen kai- anlagen des hamburger hafens. hier, im für den Zollanschluss ans Deutsche reich neu geschaffenen freihafengebiet, wuchsen großzügige speicher em- por, standardmäßig ausgerüstet mit neuerungen wie elektrischem licht und hydraulisch angetriebenen winden. für Druckwasser und strom sorgte ein eigenes kraftwerk, die gebäude verfügten über ein stabiles raumklima, in dem empfindliche Waren auch ohne Heizung oder Kühlung lagerten. Dieses modernste logistikzentrum seiner Zeit zu errichten, war aufgabe der am 7. März 1885 gegründeten „hamburger freihafen-lagerhaus-ge- sellschaft“ (hflg), wie die heutige hhla damals hieß. schon 1888 ging der erste bauabschnitt in betrieb. bis 1927 entstand in etappen ein gewaltiges gebäudeensemble im neogotischen stil, gebaut aus Millionen von roten Backsteinen, gegründet auf Tausenden von Pfählen, mit einer Nutzfläche von insgesamt 310.000 Quadratmetern. Die Planer und architekten, allen voran der für die gesamtplanung zuständige Oberingenieur franz andreas Meyer, hatten bei der entwicklung der speicherstadt das bild einer „han- delsstadt“ der frührenaissance vor augen, mit wassergraben, toren und vom gotischen baustil geprägten Quartieren. lange hat die 1991 unter Denkmalschutz gestellte speicherstadt ihre funktion als logistikzentrum trotz des Vormarschs neuer hafen- und
