Report-Investor: Hannover Rückversicherung AG - Geschäftsbericht 2009

17Hannover Rück-Konzerngeschäftsbericht 2009 WIRTSCHAFTLICHE RAHMENBEDINGUNGEN laGeBeRICht Wirtschaftliche Rahmenbedingungen Eines der zentralen Themen des Berichtjahrs war die Weltwirtschaftskrise. Das Winterhalbjahr 2008/2009 war gekennzeichnet durch den schwersten Einbruch der Welt- wirtschaft seit dem Zweiten Weltkrieg. Insbesondere der scharfe Rückgang des Welthandels zu Beginn des Jahres führte zu einer tiefen Rezession. Sie traf vor allem die großen Industriestaaten, die einen Rekordeinbruch ihrer Wirtschaftsleistung hinnehmen mussten. Seit dem Früh- jahr befand sich die Wirtschaft auf einem Erholungskurs. Hierfür maßgeblich war die Stabilisierung an den Finanz- märkten, die vor allem ein Erfolg massiver Interventionen der Notenbanken sowie der Ankündigung staatlicher Stüt- zungen und Garantien für den Finanzsektor war. Auch staatliche Konjunkturprogramme machten sich positiv auf die Realwirtschaft bemerkbar. Zum Jahresende entspannte sich die Lage an den Welt- finanzmärkten erheblich, und das Wirtschaftsklima verbes- serte sich nahezu überall. Auftragseingänge, Produktion und Welthandel haben wieder zugenommen. Erfahrungen früherer wirtschaftlicher Phasen zeigen, dass Rezessio- nen, die mit Banken- und Immobilienkrisen einhergingen, meist nur langsam überwunden werden. USa Die USA erlebten im Jahr 2009 einen Rückgang des BIP um 2,4 %. Infolge der Wirtschaftskrise wurden die Brutto- anlageinvestitionen dramatisch reduziert und Lagerbe- stände abgebaut. Ferner führten steigende Arbeitslosig- keit, Vermögensverluste und deutlich eingeschränkter Zugang zu Krediten – trotz steuerlicher Entlastungen und des „Cash-for-Clunkers“-Programm, dem amerikanischen Pendant zur Abwrackprämie – zu einem Rückgang des privaten Verbrauchs. Jedoch fassten auch die USA im Jah- resverlauf wieder Tritt. Im dritten Quartal wuchs das BIP erstmals seit einem Jahr wieder, und ein Ende der Re- zession zeichnete sich ab. Deutschland Im Zuge der globalen Rezession und der Finanzmarktkrise verringerte sich in Deutschland das BIP im Berichtsjahr um 5,0 %. Aufgrund ihrer starken Exportorientierung litt die deutsche Wirtschaft unter dem Einbruch der interna- tionalen Nachfrage. Ab dem zweiten Quartal besserte sich die Lage wieder ein wenig aufgrund sich stabilisierender Exporte und der Abwrackprämie, die einen positiven Ef- fekt auf den Konsum hatte. Fiskalische Impulse und eine nach wie vor expansive Geldpolitik stützten die Konjunk- tur. Anders als in den meisten Ländern konnte ein massi- ver Anstieg der Arbeitslosigkeit vermieden werden, und zwar im Wesentlichen dank der Kurzarbeitsregelung. Zum Jahreswechsel 2010 befand sich die deutsche Wirt- schaft in einer Erholungsphase. Dennoch bleibt die Kon- junktur recht fragil. europa Auch im übrigen Euroraum setzte zur Jahresmitte eine Erholung der konjunkturellen Situation ein. Die gesamt- wirtschaftliche Produktion wurde im dritten Quartal das erste Mal seit dem ersten Quartal 2008 wieder ausgewei- tet. Jedoch fiel die Entwicklung der Produktion in den einzelnen Mitgliedsländern des Euroraums sehr unter- schiedlich aus. Während u. a. Deutschland und Italien nennenswerte Zuwachsraten verzeichnen konnten, ging in Spanien und Griechenland die Produktion erneut zurück. asien Im Gegensatz zu den USA oder dem Euroraum verlief die wirtschaftliche Entwicklung in China äußerst positiv. Die Konjunktur fand bereits im Sommerhalbjahr beinahe zu alten Wachstumsraten zurück. Nicht zuletzt aufgrund ei- nes großen Konjunkturprogramms der Regierung wurde die wirtschaftliche Aktivität deutlich gestärkt. Aufgrund ihrer Exportabhängigkeit wurde auch die japa- nische Wirtschaft im Winterhalbjahr 2008/2009 getrof- fen. Die Exporte konnten allerdings bereits im zweiten Quartal wieder moderat zulegen. Zum Jahresende befand sich auch Japan in einer durchaus ausgeprägten Erho- lungsphase, die allerdings sehr stark exportgetrieben war. Kapitalmärkte Nach den historischen Kurseinbrüchen an den internati- onalen Aktienmärkten im Jahr 2008 sank die Risikobereit- schaft vieler Investoren deutlich – sichere Staatsanleihen und Gold waren präferierte Anlagemedien. Bis zum Ende des ersten Quartals erreichten die Risikoaufschläge am Rentenmarkt einen Rekordstand, allerdings wandelten sich die Rahmenbedingungen für die Märkte im Jahres- verlauf stark. Zusammen mit der Beruhigung der Lage im Bankensektor kehrte die Risikobereitschaft der Investoren zurück. In vielen Marktsegmenten setzte im März eine bis

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