
Geschäftsbericht 2010 79 ❘ Informationen für die Aktionäre ❘ ❘ Lagebericht ❘ ❘ Konzernabschluss ❘ jekte der Unternehmensbereiche HOCHTIEF Real Estate und HOCHTIEF Asia Pacific. Den weitaus größten Anteil an den kurzfristigen Vermögenswerten hatten im Ge- schäftsjahr 2010 auch weiterhin die aus dem operativen Geschäft stammenden Forderungen aus Lieferungen und Leistungen. Diese stiegen im Vergleich zum Vorjahr (3,41 Mrd. Euro) um 577,2 Mio. Euro auf 3,98 Mrd. Euro. Hierzu trugen insbesondere operatives Wachstum sowie Währungseffekte in den Unternehmensberei- chen HOCHTIEF Asia Pacific, HOCHTIEF Europe und HOCHTIEF Americas bei. Die sonstigen Forderungen und sonstigen Vermögenswerte erhöhten sich ebenfalls und stiegen um 105,6 Mio. Euro auf 232,4 Mio. Euro (Vorjahr 126,8 Mio. Euro). Der Anstieg betrifft im We- sentlichen Ansprüche aus Beteiligungsveräußerungen. Unser Wertpapierportfolio war auch im Geschäftsjahr 2010 auf vorrangig konservative Anlagen in fest- und variabel verzinslichen Bonds von Emittenten* mit erst- klassiger Bonität ausgerichtet. Daneben wurden auch Direktanlagen in ausgewählten Aktien und Rentenfonds- anteilen gehalten. Die im Jahresverlauf vollzogene Auf- stockung unseres Wertpapierbestands führte zu einem Anstieg um 129,9 Mio. Euro auf 937,6 Mio. Euro. Die Liquiditätsausstattung des Konzerns hat sich im Ge- schäftsjahresverlauf deutlich verbessert. Die flüssigen Mittel stiegen um 681,4 Mio. Euro auf 2,45 Mrd. Euro. Der HOCHTIEF-Konzern verfügte zum Stichtag 31. De- zember 2010 über ein Eigenkapital in Höhe von 4,27 Mrd. Euro. Damit hat sich unsere Eigenkapitalausstat- tung im Vergleich zum Vorjahr (3,26 Mrd. Euro) um zirka eine Mrd. Euro verbessert. Hierzu trug insbesondere die zum Geschäftsjahresende 2010 vollzogene Kapital- erhöhung gegen Bareinlagen mit 399,8 Mio. Euro bei. Daneben wirkte sich das Ergebnis nach Steuern mit 546,3 Mio. Euro aus. Die Effekte aus der Währungsum- rechnung und Marktbewertung von Finanzinstrumenten beliefen sich auf 340 Mio. Euro. Darüber hinaus beein- flussten übrige neutrale Veränderungen in Höhe von 68 Mio. Euro das Eigenkapital positiv. Die Ausschüttung von Dividenden an HOCHTIEF-Aktionäre und konzern- fremde Gesellschafter führte demgegenüber zu einer Verminderung des Eigenkapitals im Umfang von 312 Mio. Euro. Dazu kommt mit –42 Mio. Euro der Effekt aus der Veränderung der versicherungsmathematischen Ge- winne und Verluste. Die Eigenkapitalquote erhöhte sich im Vergleich zum Vor- jahr (26,1 Prozent) um 2,4 Prozentpunkte auf 28,5 Prozent. Die langfristigen Schulden erreichten zum Ende des Geschäftsjahres 2010 einen Stand von 3,37 Mrd. Euro gegenüber 2,75 Mrd. Euro im Vorjahr. Ausschlaggebend für den Anstieg um 619,3 Mio. Euro waren Maßnahmen zur Sicherstellung der langfristigen Finanzierung des Konzerns sowie Währungseffekte. Wesentliche Faktoren hierbei waren die Platzierung eines Schuldscheindarle- hens durch die HOCHTIEF Aktiengesellschaft sowie die Begebung einer US-Dollar-Anleihe durch Leighton. In- folgedessen erhöhten sich die Finanzschulden um 529,4 Mio. Euro auf 2,58 Mrd. Euro. Daneben nahmen die Rückstellungen für Pensionen und ähnliche Verpflichtun- gen – im Wesentlichen aufgrund der Anpassung des Abzinsungssatzes an das gesunkene Marktzinsniveau – um 45,3 Mio. Euro auf 116,6 Mio. Euro zu. In den ande- ren langfristigen Rückstellungen wurden vorwiegend Verpflichtungen aus dem Personalbereich sowie zur Deckung von Versicherungsfällen passiviert. Mit 426,9 Mio. Euro lagen sie um 89 Mio. Euro über dem Vergleichs- wert des Vorjahres (337,9 Mio. Euro). Die sonstigen Ver- bindlichkeiten blieben mit 186,4 Mio. Euro auf Vorjahres- niveau. Demgegenüber verminderten sich die passivisch ausgewiesenen latenten Steuern aufgrund der Veräu- ßerung der Tochtergesellschaft Contractors’ um 45,5 Mio. Euro auf 66 Mio. Euro. Der Bestand an kurzfristigen Schulden stieg um 864,2 Mio. Euro und erreichte zum Geschäftsjahres- ende 2010 ein Volumen von 7,35 Mrd. Euro (Vorjahr 6,49 Mrd. Euro). Wesentlicher Bestandteil waren wie im Vorjahr die Verbindlichkeiten aus dem Liefer- und Leis- tungsverkehr, die sich im Wesentlichen aufgrund von Währungseffekten sowie aus dem operativen Geschäft bei Leighton und im Unternehmensbereich HOCHTIEF Europe um 972,1 Mio. Euro auf 5,36 Mrd. Euro erhöh- ten. Die anderen Rückstellungen lagen mit 959,6 Mio. Euro leicht über dem entsprechenden Vorjahreswert von 905,7 Mio. Euro. Die kurzfristigen Finanzverbind- lichkeiten verminderten sich aufgrund der Tilgungen von Bankkrediten um 150,1 Mio. Euro auf 645,8 Mio. Euro. Die sonstigen Verbindlichkeiten lagen mit 363,3 Mio. Euro und einem Rückgang um 18,3 Mio. Euro leicht unter Vorjahr. *Siehe Glossar Seite 213.