Report-Investor: Höft & Wessel AG - Geschäftsbericht 2009

Zurück zum Inhaltsverzeichnis 16 NACHHALTIGKEIT IM BLICK Herr Joest, sowohl auf Konsumentenmessen wie der IFA in Berlin als auch in Fachkreisen dreht sich auf einmal alles um Green IT. Was ist das eigentlich? Grundsätzlich geht es bei Green IT, also grüner Informations- technologie, um Umweltfreundlichkeit und da zuerst um die Energieeffizienz. Weniger Stromverbrauch bedeutet weniger Kosten und einen geringeren Co2 -Ausstoß. Green IT ist also einfach nur Stromspartechnik? Vorwiegend, aber nicht nur. Auch Materialeffizienz oder Schadstoffreduktion sind unter Green IT zusammengefasst. Der Kern bleibt aber die Energieeffizienz: Wenn ich beispielsweise einen Laptop kaufe, verbraucht der weniger Strom als ein klassischer Desktop-PC. Durch Softwareein- stellungen und Nutzerverhalten kann das Produkt noch sparsamer genutzt werden. Und richtig grün wird es, wenn bei Herstellung, Reparatur und Entsorgung auch noch nachhaltig gearbeitet wird. Zur Green IT gehört aber auch der Begriff Green through IT. Green through IT, also „grün durch Informationstechnologie“? Richtig. Wenn Sie in einer Firma die Morgen- konferenz über Bildschirmtelefone führen, spart das zum Beispiel die Anreise von Außendienstmitarbeitern. Erst die Technik macht also die Energieeinsparung möglich, darum Green through IT. Neue, energieeffiziente IT-Anwendun- gen bedeuten neue Zukunftsmärkte. Ich gebe Ihnen noch ein aktuelles Beispiel: Wenn Firmen von Desktop-PCs auf einen zentralen Server umstellen, hat jeder Mitarbeiter nur noch einen „Thin-Client“ auf dem Tisch, also einen kleinen Computer ohne eigene Festplatte und Softwareanwendungen. Das spart schnell 50 Prozent Energie und außerdem Wartungskosten. Ist Green IT also nur eine Kostenfrage? Natürlich ist der Kostenfaktor wegen der hohen Energiepreise zentral, aber bei Weitem nicht das einzige Argument: Die Betriebe haben heute längst erkannt, dass es immer mehr IT- Anwendungen im Arbeitsalltag gibt. Durch diesen Zuwachs würde der Stromverbrauch insgesamt deutlich ansteigen, wenn die Technik nicht energieeffizienter werden würde. Hinzu kommt der Imagegewinn: Bei Behörden und Betrieben ist es heute selbstverständlich, Nachhaltigkeit und Umweltfreundlichkeit als Ziele auszurufen. Wer Green IT und Green through IT konsequent einsetzt, steigert so auch seine Glaubwürdigkeit. Eine Frage der Glaubwürdigkeit „Grüne Technologien senken nicht nur die Energiekosten, sie sind auch gut fürs Image“, sagt Steffen Joest von der Deutschen Energie-Agentur dena. Der Experte für Green IT über Sinn und Zweck von grünen Technologien. ExPERTENINTERVIEW ZU GREEN IT Steffen Joest leitet den Geschäftsbereich Energieeffiziente Stromnutzung bei der Deutschen Energie-Agentur dena. Die dena ist das deutsche Kompetenzzentrum für Energieeffizienz und regenerative Energien. Auf der dena-Internetseite der Initiative EnergieEffizienz finden Unter- nehmen Informationen zu Green IT: www.energieeffizienz-im-service.de

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