5A k t i o n ä r e . U n t e r n e h m e n . F i n A n z e n . i n F o r m A t i o n e n Restrukturierung auf gutem Weg Um IVG durch diese herausfordernden Marktbedingungen zu steu- ern, war 2009 in einem ersten Schritt die Restrukturierung der Finanz- verbindlichkeiten erforderlich. Diesem Punkt räumten wir höchste Priorität ein. Im zweiten Quartal 2009 konnten wir in einem neuen Konsortialkredit alte Kreditlinien zusammenfassen und mit einem Volumen von 1,3 Mrd. Euro bis Ende 2012 prolongieren. In der Rückschau wird die Bedeutung dieses Schrittes deutlich: Mit ihm wurde die Fremdfinanzierung des Unternehmens in weiten Teilen von den unmittelbaren Turbulenzen der Finanzmärkte entkoppelt. Auf die Stabilisierung der Fremdfinanzierung folgte in einem zweiten Schritt die Liquiditätssicherung, um das bestehende Investitionspro- gramm planmäßig abschließen zu können. Hierzu wurde ein im schwie- rigen Marktumfeld sehr ambitioniertes Verkaufsprogramm von rd. 1 Mrd. Euro aufgelegt. Dieses Programm, dessen Laufzeit ursprünglich bis 2010 ins Auge gefasst war, konnte durch besondere Anstrengungen aller Betei- ligten bereits im 3. Quartal 2009 abgeschlossen werden. IVG hat damit bewiesen, dass sie in ihrem Kerngeschäft kein „Schönwetter-Segler“ ist. Die Sicherung der Finanzierung und der Liquidität waren Elemente der finanziellen Restrukturierung, die unmittelbar durch die Krise ausgelöst wurden. Nach Bewältigung dieser Aufgaben konnte im 3. Quartal 2009 die Phase der operativen Restrukturierung angegangen werden. Ihr Ziel ist die Verbesserung der operativen Leistungsfähigkeit („Operational Excel- lence and Efficiency“). Neben einem Kostensenkungsprogramm wurden mehrere Projekte vorangetrieben, die z. B. einer verbesserten und durch- gängigen Steuerungsfähigkeit des Konzerns (Projekt „Reboot“) oder einer Konzentration auf die Kernkompetenzen im Asset Management (Projekt „Future“) dienen. Im Rahmen des Kostensenkungsprogramms konnten 2009 bei den sonstigen betrieblichen Aufwendungen bereits Kosten in Höhe von ca. 40 Mio. Euro eingespart werden. Im Zuge der Konzentration auf die Kernkompetenzen im Asset Management wurde das Property Management zum 01.01.2010 an strategische Dienstleistungspartner vergeben. Diese und weitere Projekte, die für die strategische und opera- tive Weiterentwicklung von IVG von besonderer Bedeutung sind, werden wir auch im Geschäftsjahr 2010 intensiv weiterverfolgen. Die hier skizzierten und entsprechend kommunizierten Maßnahmen zur Restrukturierung von IVG haben zu einem wieder erstarkten Grund- vertrauen der Marktteilnehmer in das Unternehmen geführt. Dies wur- de besonders sichtbar in der erfolgreichen Kapitalerhöhung im Oktober 2009. Innerhalb kurzer Zeit konnten neue Mittel in Höhe von 70 Mio. Euro bei 2,3-facher Überzeichnung der Emission eingeworben werden. Auch auf den Roadshows an den internationalen Kapitalmärkten wurde – bei aller zweifellos noch zurückzulegenden Wegstrecke – Zustimmung zur eingeschlagenen Richtung signalisiert. Konzernergebnis markiert Trendwende 2009 konnte IVG ein positives operatives Ergebnis vor Wertänderung von 216,9 Mio. Euro erzielen. Dazu beigetragen hat die trotz des schwieri- gen Marktumfelds bemerkenswerte Vermietungsleistung von 314.909 m² im Eigenbestand und 292.373 m² im Fondsbestand. Dieses erfreu- liche Ergebnis wurde jedoch von krisenbedingt rückläufigen Immobilien- werten beeinträchtigt. Realisierte Marktwertänderungen beliefen sich auf -64,1 Mio. Euro; sie stammen im Wesentlichen aus dem liquiditäts- getriebenen Verkaufsprogramm für IVG-Bestandsobjekte, während die Verkäufe aus der planmäßigen Rückführung unseres Projektentwick- lungsgeschäfts überwiegend mit Gewinn abgeschlossen werden konn- ten. Unrealisierte Marktwertverluste im Rahmen der IFRS-Bilanzierung machten -194,2 Mio. Euro für das Bestandsportfolio aus. Die größte IVG-Projektentwicklung, das Projekt Airrail am Frankfurt Airport, wird 2010 fertiggestellt; sie führte 2009 zu einem nochmaligen Bewertungs- verlust von -149,4 Mio. Euro. Planmäßig verlief die weitere Erschließung unseres Kavernenfeldes in Etzel. Baufortschritte und weitere Vermietun- gen führten hier zu positiven unrealisierten Marktwertänderungen von 197,0 Mio. Euro. Insgesamt musste das Geschäftsjahr 2009 noch mit einem negativen Konzernergebnis von -158,0 Mio. Euro abgeschlossen werden, was im Vergleich zum Vorjahr (-451,7 Mio. Euro) eine deutliche Verbesserung darstellt. Der Einzelabschluss nach HGB der IVG Immobilien AG weist nach Berücksichtigung des vorgetragenen Bilanzgewinns einen Verlust von 86,4 Mio. Euro aus. Er wurde mit frei verfügbaren Gewinnrücklagen verrechnet. Daher entfällt eine Dividendenzahlung für das abgelaufene Geschäftsjahr 2009.
