Report-Investor: K+S Aktiengesellschaft - Geschäftsbericht 2008

a n u n s e r e a k t i o n ä r e Brief an die aktionäre der Vorstand Bericht des aufsichtsrats der aufsichtsrat 7 in diesen tagen ein Vorwort für einen finanzbericht zu schreiben und darin über das abgelau- fene Jahr 2009 zu berichten, könnte dazu verführen, die Gründe für die letztjährigen Probleme unserer K+s ausschließlich in der weltweiten Wirtschafts- und finanzkrise zu sehen. schließ- lich gab es das schwierige wirtschaftliche umfeld, das fehlende Vertrauen in die finanzmärkte, die eingeschränkte Kreditvergabe, den starken Lagerabbau usw., also widrige äußere um- stände, die überall auf der Welt enttäuschende Geschäftszahlen recht elegant erklären könnten. natürlich hatten auch wir mit diesen herausforderungen zu kämpfen, und natürlich wird uns das Jahr 2009 aufgrund des im historischen Vergleich drastischen ausmaßes dieser externen Belastungen noch sehr lange schmerzlich in erinnerung bleiben. aber ist es damit wirklich schon getan? Lassen sie uns daher konkret werden und das Krisenjahr 2009 mit dem ebenso außergewöhn- lichen rekordjahr 2008 für K+s in Beziehung setzen: das Jahr 2008 kannte auf den agrar- märkten in den ersten neun Monaten nur eine richtung – nach oben. Preise für agrarrohstoffe wie Weizen, Mais und soja erreichten historische höchststände, unsere Produktion bei Kali- düngemitteln war über viele Wochen ausverkauft, unsere Werke liefen an der Grenze des für Belegschaft und Gerät Zumutbaren, und unsere Kunden bestellten über ihren unmittelbaren Bedarf hinaus, um erwarteten Preissteigerungen zuvorzukommen. Preiserhöhungen taten der nachfrage anfänglich überhaupt keinen abbruch – für die handelsstufe stand die Waren- verfügbarkeit im Vordergrund. so haben sich die Preise für Kaliumchlorid innerhalb des Jahres 2008 in etwa vervierfacht, nachdem einzelne Produzenten den Weltmarktpreis in zeitlich enger taktung und großen sprüngen sogar auf die magische Zahl von 1.000 us$ je tonne an- zuheben versucht hatten. die ankündigungen weiterer Preiserhöhungen führten wiederum zu einem Vorziehen der nachfrage – ein rad, das sich schneller und schneller drehte. der Wendepunkt kam mit dem Zusammenbruch des amerikanischen investmenthauses Lehman Brothers und ließ die sich an den Warenterminbörsen gebildete spekulationsblase abrupt platzen: die nur kurz währende und – nach Jahren der gefühlten Bedeutungslosigkeit – auch verständliche euphorie der Landwirte über die ihnen in form hoher Getreidepreise zum ausdruck gebrachte neue Wertschätzung fiel in sich zusammen. dies löste in der Landwirt- schaft angesichts schlagartig fallender erlösniveaus eine starke Kaufzurückhaltung aus und verursachte auf der handelsebene große Besorgnis, auf überdurchschnittlich hohen dünge- mittelbeständen nicht nur sitzenzubleiben, sondern diese auch zum teil noch schmerzvoll abwerten zu müssen. n o r B e r t s t e i n e r Vorsitzender des Vorstands anunsereaktionäre

Please activate JavaScript!
Please install Adobe Flash Player, click here for download