Brief an die aktionäre 10 n solide finanziert: eine starke Bilanz ist eine ureigene K+s-eigenschaft, die wir nicht für überzogene renditeerwartungen und riskante forderungen an unsere Kapitalstruktur zu opfern bereit sind. Bergbau bedeutet hohe Kapitalintensität, hohen fixkostenanteil, be- grenzte Möglichkeiten, auf kurzfristige erlösschmälerungen zu reagieren, aber auch große ergebnischancen bei steigenden Preisen. diesen in der natur eines Bergbaukonzerns lie- genden Grundbedingungen wollen wir mit einer soliden eigenkapitalausstattung und einer im Verhältnis zu eigenkapital und ergebnis moderaten Verschuldung gerecht werden. Wir sind daher froh, dass die Kapitalmärkte dies genauso sehen; sowohl unsere erstmalige anleiheemission als auch unsere Kapitalerhöhung wurden vom Kapitalmarkt sehr positiv aufgenommen. nachdem sich die anzeichen für eine wieder erstarkende düngemittelnachfrage mehren – wohlgemerkt auf einem mittlerweile deutlich niedrigeren Preisniveau als noch vor einem Jahr –, ziehe ich aus der Krise folgende Lehre: auch in kommenden aufschwungphasen sollte uns die erinnerung an das Jahr 2008 vor augen halten, wie sehr sich unser Weltwirtschafts- system ständig neuen herausforderungen stellen muss, wie schnell scheinbar selbstverständ- liches hinweggefegt wird und wie sehr jede Krise gleichzeitig eine chance ist, die dinge künf- tig besser zu machen – wertgebunden und mit augenmaß. Vor diesem hintergrund möchte ich hier bewusst nur kurz anschneiden, dass wir trotz des historisch außergewöhnlichen einbruchs auf den düngemittelmärkten nicht in die Verlust- zone geraten sind, dass uns in dem schwierigen Jahr 2009 das zweite standbein salz einen bedeutenden ergebnisbeitrag beschert hat, dass wir selbst in einem solch schwierigen Jahr unsere Kapitalkosten fast verdient haben und dass wir – abgesehen von den ohnehin vorge- sehenen umstrukturierungen im stickstoffdüngemittel- und im salzbereich – auf betriebs- bedingte Kündigungen verzichten konnten. dennoch bleibt ohne umschweife festzuhalten, dass das erzielte ergebnis gegenüber dem rekordjahr 2008 sehr stark zurückgegangen ist und wir insbesondere mit dem ergebnis im stickstoffdüngemittelbereich trotz umfangreicher restrukturierungen und vertraglich eingebauter risikopuffer nicht zufrieden sein können. und natürlich haben wir intensiv daran gearbeitet, unser im herbst 2008 vorgestelltes 360 Mio. €-Maßnahmenpaket zur reduzierung salzhaltiger abwässer des Werks Werra vor- anzubringen. Wir haben dazu eine öffentlich-rechtliche Vereinbarung mit den Ländern thüringen und hessen abgeschlossen und die darin verabredeten „hausaufgaben“ – die er- stellung kurz-, mittel- und langfristiger strategien – wie vereinbart bearbeitet. das Konzept führt, wenn die erforderlichen Genehmigungen zügig erteilt werden, von 2015 an zu einer 50%igen reduzierung der salzwässer sowie einer 30%igen reduzierung der salzkonzentra- tion. obwohl die technischen Möglichkeiten der reduzierung nach fast zweijähriger intensiver arbeit wohl bekannt sind, hat sich der Runde Tisch anfang februar 2010 mehrheitlich kate- gorisch dafür ausgesprochen, dass K+s spätestens ab 2020 die einleitung der salzwässer in die Werra und deren Versenkung in den untergrund vollständig einstellen soll. Zusätzlich wird der Bau einer mehrere hundert Millionen euro teuren fernleitung zur nordsee gefordert, dabei aber der fehlende politische Konsens ausgeblendet, die frage der Wirtschaftlichkeit für die betroffenen standorte bewusst ausgeklammert und in puncto ökologischer sinnhaftigkeit die notwendige Verhältnismäßigkeit außer acht gelassen. Wo soll das enden?
