K O N Z E R N L A G E B E R I C H T D E R K + S G R U P P E □ KONZERNSTRUKTUR UND GESCHÄFTSTÄTIGKEIT □ UNTERNEHMENSSTRATEGIE UND -STEUERUNG □ MITARBEITER ■ FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG ■ GESCHÄFTSVERLAUF □ ERTRAGSLAGE □ FINANZLAGE □ VERMÖGENSLAGE □ DARSTELLUNG DER GESCHÄFTSBEREICHSENTWICKLUNG □ RISIKOBERICHT □ NACHTRAGSBERICHT □ PROGNOSEBERICHT 85 KONZERNLAGEBERICHT Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen Die Weltwirtschaft hat sich im Jahr 2009 erwartungsgemäß abgeschwächt; damit fiel der Rückgang mit -1,1% jedoch nicht ganz so stark aus wie noch im Quartalsfinanzbericht Q3/09 erwartet. Nach den dramatischen Einbrüchen zu Beginn des Jahres 2009 setzte im zweiten Halbjahr zwar langsam eine Erholung ein, auf Jahressicht konnte das Defizit jedoch nicht ausgeglichen werden. Durch rasche und umfangreiche Maßnahmen zur Stützung des Bankensektors sowie eine stark expansive Geld- und Finanzpolitik konnte ein Zusammenbrechen des Weltfinanzsystems verhindert und die Grundlage für eine langsame Erholung gelegt werden. Die konjunkturelle Erholung ging dabei im Kern von den asiatischen Schwellenländern aus, allen voran China mit einem Wachstum von 8,7%. Im Verlauf des Jahres erfasste der Aufschwung fast die gesamte Weltwirtschaft, so dass bereits im dritten Quartal nur noch wenige Länder ein rückläufiges Bruttoinlands- produkt zu verzeichnen hatten. Auch die Preise für die meisten Rohstoffe stiegen wieder an, allen voran der Ölpreis, der sich seit den Tiefstständen zu Beginn der Jahres wieder nahezu verdoppelt hat. In den USA sank das Bruttoinlandsprodukt im Gesamtjahr 2009 um 2,4%. Nach den dramatischen Einbrüchen im Winterhalbjahr 2008/2009 zeigte sich ab Mitte des Jahres eine leichte Belebung. Verbraucher- und Unternehmensvertrauen erholten sich im Jahres- verlauf, erreichten aber noch nicht das Niveau vor der Krise. Auch die Arbeitslosenquote sank zum Ende des Jahres erstmals. Die Verbraucherpreise gingen im Jahresdurchschnitt um 0,4% zurück. Auch in der Europäischen Union setzte die konjunkturelle Erholung Mitte des Jahres ein, dennoch ging das Bruttoinlandsprodukt auf Jahressicht um 4,1% stark zurück. Durch zusätzliche Ausgaben im Rahmen der Konjunkturmaßnahmen gerieten die öffentlichen Haushalte unter Druck, so dass die Europäische Kommission gegen nahezu alle Teilnehmer des Stabilitäts- und Wachstumspakts Defizitverfahren eingeleitet hat. Der Leitzins der Europäischen Zentralbank (EZB) blieb über das Jahr stabil bei 1,0%, die Inflation bewegte sich mit 1,0% auf historisch niedrigem Niveau. Die deutsche Wirtschaft schrumpfte mit einem Rückgang des Bruttoinlandsprodukts in Höhe von 5,0% sehr stark. Nach dem schweren Einbruch der Konjunktur im ersten Halb- jahr nahm die gesamtwirtschaftliche Produktion ab dem dritten Quartal wieder zu. Auch die Bauinvestitionen stiegen aufgrund der Konjunkturprogramme wieder leicht an. Die Verbraucherpreise blieben auf Jahressicht mit +0,2% stabil. Trotz der tiefen Re- zession nahm die Arbeitslosigkeit auch vor dem Hintergrund des arbeitsmarktpolitisch bewährten Instruments der Kurzarbeit nur wenig zu. Auf den Rohstoffmärkten zeigte sich im Jahresverlauf ein uneinheitliches Bild. Ausgehend von den Tiefstständen zu Jahresbeginn stieg der Ölpreis im Laufe des Jahres an und erreichte zum Jahresende erstmals wieder ein Niveau von knapp 80 US-Dollar je Barrel. Im Jahresdurchschnitt kostete ein Barrel Öl mit knapp 63 US-Dollar trotzdem noch etwa 36 US-Dollar bzw. 36% weniger als im Jahr 2008. Die meisten Grundstoffe, wie beispielsweise Metalle, folgten dem Ölpreisverlauf und stiegen nach den Tiefstständen Überblick über den Geschäftsverlauf Prozentuale Veränderung des Bruttoinlandsprodukts (Angaben in %; real) Jahr Deutschland EU-25/ EU-27 Welt 2009 - 5,0 - 4,1 - 1,1 2008 + 1,3 + 1,2 + 3,1 2007 + 2,5 + 3,1 + 4,8 2006 + 2,9 + 3,3 + 5,3 2005 + 0,9 + 1,7 + 4,8 Quelle: Deka Bank
