135 gem Umfang von der Finanzkrise betroffen war. In Mittel- und Osteuropa hat sich die Krise dagegen deutlich bemerkbar gemacht. Auch in Westeuropa hat sich die Wirtschaft nach und nach wieder belebt. In einigen ländern wie Spanien und Großbritannien, wo es zuvor einen Immobilienboom gegeben hatte, wurde die Rezession aber wohl erst zum Jahres- ende überwunden. Für alle Industrieländer gilt, dass das Produktionsniveau von vor Aus- bruch der Krise noch lange nicht wieder erreicht ist, weshalb die Arbeitslosigkeit teilweise deutlich stieg und der Inflationsdruck weiter abnahm. Wegen seiner hohen Abhängigkeit von den Auslandsmärkten und der Nachfrage nach Investitionsgütern ist das Bruttoinlandsprodukt in Deutschland unter den Industrie- ländern mit am stärksten eingebrochen. Im Jahresdurchschnitt schrumpfte die Wirtschaft gegenüber dem Vorjahr um 5 %. Allerdings folgte auch hier – einem seit Gründung der Bundesrepublik beispiellosen einbruch im ersten Quartal – eine recht kräftige erholung, die von der zuvor auch besonders stark betroffenen Industrie angeführt wurde. Wurde der Aufschwung zu Beginn von der Abwrackprämie oder ähnlichen staatlichen Programmen in anderen ländern und das Drehen des lagerzyklus getragen, zog in der zweiten Jahres- hälfte auch die Nachfrage nach Investitionsgütern allmählich an, wodurch die erholung auf einer breiteren Basis steht. Auch an den Finanzmärkten hellte sich die Stimmung in der Berichtsperiode weiter auf. Nach den Kursabstürzen von Aktien und Unternehmensanleihen zu Anfang des Jahres kam es mit den ersten Anzeichen für eine Stabilisierung der Weltwirtschaft auch hier zu einer Wende: Aktien und Unternehmensanleihen konnten deutlich an Wert zulegen. ein starker Zinsanstieg blieb allerdings aus, da sich die Inflationsgefahr aus Sicht der Märkte sehr in Grenzen hielt und darum auch mit keiner schnellen Reaktion der Notenbanken gerechnet wurde. Da dies auch für die amerikanische Notenbank galt und damit der US-Dollar gegen- über vielen anderen Währungen bei kurzen laufzeiten einen Zinsnachteil aufwies, blieb der US-Dollar unter Druck. rahmenbedingungen in der textil- und Bekleidungsindustrie Die Branchenentwicklung war zu Beginn der Berichtsperiode weiter desaströs: Vor allem die nochmals signifikant zurückgegangenen Aufträge bereiteten große Sorgen, und es war schnell klar, dass sie die Gesamtergebnisse bis in den Herbst hinein negativ beeinträch- tigen würden. Die textilunternehmen vermeldeten über 25 % und die Bekleidungsun- ternehmen über 35 % weniger Aufträge als im Vorjahr. Dieser drastische Rückgang war das ergebnis einer weiterhin schwächelnden Nachfragesituation vor allem auf den klas- sischen exportmärkten. Auch in der zweiten Jahreshälfte 2009 war das konjunkturelle Um- feld in der textil- und Bekleidungsbranche angespannt, wenngleich zum ende des Jahres leichte Wachstumstendenzen bei Umsatz und Auftragseingang zu erkennen waren, der vor allem vom Ausland getragen wurde. Das volle Ausmaß der Krise für Beschäftigung und Konsum sowie Finanzierung und Investition wird aller Voraussicht nach erst 2010 deutlich werden und damit eine Gefahr für den leichten Aufschwung der Branchen bedeuten. Der Auftragseingang in der zweiten Hälfte 2009 stabilisierte sich auf extrem niedrigem Niveau, zarte Anzeichen einer trendwende waren aber im Dezember zumindest im textil- bereich zu erkennen, während Bekleidung weiterhin mit -15,4 % tief im Nachfragetal hing. Auf das Kalenderjahr gesehen, müssen die textilunternehmen aber immer noch einen Rückgang von 18,1 % und die Bekleidungsunternehmen von 26,5 % im Vergleich zum Vorjahr hinnehmen. Brief an die Aktionäre Segmente KAP-Aktie Konzernlagebericht Angaben zur Unternehmensführung Aufsicht und Rat Konzernabschluss Jahresabschluss AG
