24 LAGEBERICHT ERFOLGSFAKTOREN FORSCHUNG UND ENTWICKLUNG Tradition und Innovation gehen bei Klöckner Hand in Hand. For- schung und Entwicklung bilden einen zentralen Baustein für die Zukunftsfähigkeit des Konzerns und die Nachhaltigkeit der Produkte. Die Anforderungen unserer Kunden bestimmen die Schwer- punkte unserer Forschungs- und Entwicklungsarbeit. Unser Ziel ist es, bestehende Produktreihen stetig zu optimieren und an neue Gegebenheiten anzupassen. Dazu gehören zum Beispiel die zunehmende Flexibilisierung der Maschinen, eine Senkung des Ressourcenverbrauchs oder die Steigerung der Geschwin- digkeiten. Wir arbeiten fortlaufend an einer Erweiterung des Produktportfolios durch zukunftsweisende Innovationen. Die operativen Tochtergesellschaften setzen verstärkt darauf, nicht nur einzelne Maschinen zu entwickeln, sondern als Lösungs- anbieter aufzutreten. Unsere Produkte sind modular vernetzbar. Für unsere Kunden schaffen wir die Möglichkeit, alles aus einer Hand zu erhalten und Einzelmaschinen sowie Anlagen flexibel um- oder aufzurüsten. Im Geschäftsjahr 2009 konnte der Konzern seine Innovations- kraft unter anderem durch 76 neue Patente und Patentanmel- dungen belegen. Insgesamt verfügt Klöckner damit Ende 2009 über 2.798 Schutzrechte (inklusive Neuanmeldungen) sowie 282 eingetragene Marken. Im Folgenden unsere wichtigsten Innovationen und Projekte 2009: Steigende Kundenanforderungen hinsichtlich Nachhaltigkeit und Kostenreduzierung gaben der Tochtergesellschaft KHS Cor- poplast Anlass zur Entwicklung der neuen Streckblasmaschi- nengeneration InnoPET Blomax Serie IV. Der Schwerpunkt der Forschung lag auf der ressourcenschonenden und energiesparen- den Produktion von PET-Flaschen bei optimaler Raum- und Anla- genausnutzung und deutlicher Reduzierung der Flaschenher- stellkosten. Als Ergebnis können nun Maschinen mit erhöhter Leistung je Blasstation angeboten werden. Der Maximalausstoß wurde um mehr als 60% gesteigert. Darüber hinaus wurde mithilfe des StretchFlexx-Vorgangs ein Recken der PET-Flaschen unabhängig von der Maschinendrehzahl beim Blasvorgang möglich. Unter anderem dadurch lassen sich die Umbauzeiten für den Kunden halbieren, es wird zusätzlich die Flexibilität verbessert und insgesamt die Anlagenverfügbarkeit deutlich gesteigert. Die Sparte Prozesstechnik stellt ein neues Dosier- und Aus- mischsystem mit dem Namen Innopro Paramix C vor, mit dem der hohen Innovationsorientierung innerhalb der Getränkebran- che weltweit Rechnung getragen wird. Die Drei-Komponenten- Dosier- und Mischanlage produziert sowohl stille als auch kar- bonisierte Getränke in einem kontinuierlichen Verfahren mit einer Leistung von bis zu 74.000 Litern pro Stunde. Liegende Tanks gewährleisten durch die größere Austauschfläche eine bessere Entgasung des Getränkewassers, wodurch der Abfüll- vorgang ruhiger abläuft und die Leistung der Füllmaschine erhöht wird. Die äußerst präzise arbeitende Massedurchfluss- messung perfektioniert die Dosage des Sirups als Produktbe- standteil. Das neue System ermöglicht einen beschleunigten Produktwechsel und steht so schneller wieder zur Verfügung. Mit Powerwall und 3-D-Laserscanning setzen wir Zeichen in der Anlagenplanung. Die neue Technik und Software ermöglicht es Kunden, ihre KHS-Linie noch vor der Bestellung in 3-D- Darstellung zu betrachten. Eventuelle Änderungswünsche lassen sich bei Anwendung dieser Technik sofort umsetzen. Das System greift auf eine Datenbank zurück, die sämtliche Modelle unseres Produktportfolios auf Abruf bereitstellt. Entscheidender Vorteil: Noch vor der Anlagenbestellung erhalten Unternehmen der Getränke-, Food- und Non-Food-Branche eine genaue Vorstellung davon, wie ihre georderte Anlage aussehen wird und wie sie sich in den Betrieb einpassen lässt. Planungszeiten können dadurch erheblich verkürzt werden. Mit einem umfassenden Paket an Neuheiten schreibt auch die Fülltechnik ihre Erfolgsgeschichte weiter fort. Beim Kunststoff- Flaschen-Füllsystem Innofill DRV ist neben magnetisch indukti- ver Durchflussmessung nun auch die Volumenmessung mittels preisgünstigerem Flügelrad-System realisierbar. Dazu kommt, dass sich jetzt Kunststoff-Flaschen mit zwei Mündungsgrößen anstatt nur einer verarbeiten lassen. Neben der Flexibilität hinsicht- lich der Getränkevielfalt wird der Vorteil erreicht, alle Praxisanforde- rungen mit nur einer Abfüllmaschine abdecken zu können. Pionierleistung bietet die Tochtergesellschaft KHS auch bei der PET-Heißabfüllung. Die wesentliche Neuheit: Das HotFill+ Verfahren ist jetzt bis zu Abfüllleistungen von 43.000 PET- Flaschen pro Stunde einsetzbar. Die Zeit der „schweren Flaschen“
