30 LAGEBERICHT Euro) durch einmalige oder mehrmalige Ausgabe neuer, auf den Inhaber lautender Stückaktien gegen Bar- oder Sacheinlagen zu erhöhen (Genehmigtes Kapital II). Den Aktionären ist dabei ein Bezugsrecht einzuräumen. Der Vorstand ist jedoch ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats Spitzenbeträge vom Bezugs- recht der Aktionäre auszuschließen. Darüber hinaus ist der Vorstand ermächtigt, mit Zustimmung des Aufsichtsrats das Bezugsrecht bei Kapitalerhöhungen gegen Sacheinlagen zum Zweck des Erwerbs von Unternehmen, Unternehmensteilen oder Beteiligungen an Unternehmen auszuschließen. Der Vor- stand ist des Weiteren ermächtigt, die weiteren Einzelheiten der Kapitalerhöhung und ihrer Durchführung mit Zustimmung des Aufsichtsrats festzulegen. ERNENNUNG, ABBERUFUNG UND AUSSCHEIDEN DER VORSTANDSMITGLIEDER Die Ernennung und Abberufung von Vorstandsmitgliedern erge- ben sich aus den gesetzlichen Vorschriften der §§ 84 und 85 AktG. Darüber hinaus bestimmt Abschnitt III. 6. der Satzung der Gesellschaft, dass der Vorstand aus wenigstens zwei Mitgliedern besteht und im Übrigen der Aufsichtsrat die Zahl der Mitglieder des Vorstands bestimmt. Der Aufsichtsrat kann einen Vorsitzen- den des Vorstands ernennen. Alle Bestimmungen über die Ände- rung der Satzung ergeben sich aus den §§ 133 und 179 AktG. Mit dem Vorstandsvorsitzenden Roland Flach wurde für den Fall eines Wechsels des Mehrheitsgesellschafters eine Change-of- Control-Klausel vereinbart, nach der er unter bestimmten Vor- aussetzungen gegen Abgeltung der verbleibenden Vertragslauf- zeit auf seinen Wunsch hin ausscheiden kann. Es existieren keine Entschädigungsvereinbarungen mit Mitgliedern des Vorstands oder Arbeitnehmern für den Fall eines Übernahmeangebots. RAHMENBEDINGUNGEN GESAMTWIRTSCHAFTLICHES UMFELD Nachdem die globale Wirtschaft zum Ende des Jahres 2008 infolge der Finanzkrise in eine tiefe Rezession gestürzt war, konnte die Weltkonjunktur mit Beginn des Frühjahres 2009 eine leichte Erholung verzeichnen. Die einzelnen Regionen unter- schieden sich allerdings stark in ihrer Aufschwungdynamik. Vor allem die asiatischen Schwellenländer, und unter ihnen insbe- sondere China, konnten ihre Nachfragesituation beleben. Die Industriestaaten erholten sich hingegen deutlich langsamer. Die Wirtschaft in Deutschland erlebte durch die Wirtschaftskrise den stärksten Einbruch seit dem zweiten Weltkrieg. Das Statisti- sche Bundesamt meldete für 2009 eine Verminderung des Bruttoinlandsprodukts um 5%. Hintergrund waren vor allem die starken Rückgänge der vom Außenhandel abhängigen Wirtschaftsbereiche, die bislang wichtiger Wachstumsmotor der deutschen Konjunktur waren. BRANCHENENTWICKLUNG MASCHINENBAU Der deutsche Maschinenbau fiel nach einem über fünf Jahre anhaltenden Wachstumstrend im Geschäftsjahr 2009 in eine tiefe Rezession. Rückgänge gab es für die exportorientierte Branche für sämtliche Abnehmerregionen mit Ausnahme Chinas. Nach Berechnungen des Verbands Deutscher Maschinen- und Anlagenbau e.V. (VDMA) mussten die Auftragseingänge der Branche 2009 Einbußen um 38 % hinnehmen. Die Kapazitäts- auslastung sank in der Folge auf durchschnittlich 70,7 % ge- genüber fast 90 % in den Vorjahren. Nachdem in den Vorjahren ein harter Wettbewerb um gutes Personal vorherrschte, reduzierte sich die Beschäftigtenzahl 2009 um 3,6 % auf 920.000 Stellen. SPEZIALMASCHINENBAU Der Spezialmaschinenbau für Abfüll- und Verpackungslösun- gen, zu denen auch 90% des Klöckner-Geschäfts zählen, hatte nach Jahren des kontinuierlichen Wachstums 2009 seinen bislang stärksten Rückschlag zu verzeichnen. Bedingt durch die Weltwirtschaftskrise verschärften sich die Rahmenbedingungen auf den Märkten in einem noch nie dagewesenen Ausmaß. Die allgemeine Unsicherheit ließ die Investitionsbereitschaft der Nahrungsmittel- und Getränkeproduzenten stark einbrechen. Insbesondere Neuinvestitionen wurden nur in seltenen und nicht verschiebbaren Situationen getätigt. Gleichzeitig wuchs der Preiskampf aufgrund der durch die Kaufzurückhaltung verursachten deutlichen Überkapazitäten innerhalb des Wett- bewerbsumfeldes deutlich. Die Krise hatte für die Auftragslage der Abfüll- und Verpa- ckungsmaschinenindustrie 2009 weitreichende Konsequenzen. So lag der vom VDMA ermittelte Auftragseingang der Branche um 27 % unter dem Vorjahr. Der Umsatz fiel in der Folge um 20 %. Für 2010 kann mit einer leichten Verbesserung der Situa-
