Report-Investor: Klöckner-Werke AG - Geschäftsbericht 2009

LAGEBERICHT 39 legt. Hierzu kommt ein standardisierter und vollständiger For- mularsatz zum Einsatz. Die Abschlüsse der einbezogenen Gesellschaften werden durch einen einheitlichen und IT-gestützten Workflow konzernweit erfasst. Der Workflow umfasst ein Berechtigungskonzept, Prüf- routinen und Prüfziffern. Diese Kontroll- und Überprüfungsme- chanismen sind sowohl prozessintegriert als auch prozessunab- hängig konzipiert. So bilden beispielsweise neben manuellen Prozesskontrollen u. a. unter Anwendung des „Vier-Augen- Prinzips“ maschinelle IT-Prozesskontrollen einen wesentlichen Bestandteil. Im Übrigen sind im Konzern integrierte Buchhal- tungs- und Konsolidierungssysteme im Einsatz. Auf Konzern-Ebene umfassen die spezifischen Kontrollaktivitä- ten zur Sicherstellung der Ordnungsmäßigkeit und Verlässlich- keit der Konzern-Rechnungslegung die Analyse und ggf. Kor- rektur der durch die Konzern-Gesellschaften vorgelegten Ein- zelabschlüsse unter Beachtung der von den Abschlussprüfern vorgelegten Berichte bzw. der hierzu geführten Abschlussbe- sprechungen. Unter Verwendung bereits in der Konsolidie- rungssoftware festgelegter Kontrollmechanismen und Plausibili- tätskontrollen werden fehlerbehaftete Formularabschlüsse bereits vor dem Konsolidierungsprozess korrigiert. Die Anwendung einheitlicher und standardisierter Bewertungs- kriterien bei Werthaltigkeits-Tests wird durch deren zentrale Durchführung für die aus Konzern-Sicht spezifischen zahlungs- mittelgenerierenden Geschäftseinheiten (cash generating units) sichergestellt. Einer einheitlichen Regelung unterliegt u. a. auch die Bewertung von Pensions- und Sonstigen Rückstellungen durch die zentrale Festlegung von konzernweit anzuwendenden Parametern. OPERATIVE UND FUNKTIONALE RISIKOSTRUKTUR Marktrisiken Die Entwicklung des Konzerns wird neben markt- und bran- chenbedingten Veränderungen vor allem durch die Dynamik der Weltwirtschaft beeinflusst. Somit ist das Marktrisiko für jede unternehmerische Einheit ein wesentlicher Bestandteil der Risikostruktur. Das Marktrisiko des Klöckner-Konzerns hängt im Bereich Abfüll- und Verpackungstechnik, der rund 90% des Konzernumsatzes darstellt, im Wesentlichen von der konjunkturellen Entwicklung in der Getränkeindustrie ab. Weitere Märkte für Verpackungs- technik sind u. a. die Lebensmittel-, Kosmetik- und Pharmain- dustrie. Im Segment Sonstige Industriebeteiligungen sind die Hauptmärkte die Automobilzulieferindustrie, die Elektrotechnik- industrie, Schuhproduzenten und Süßwarenhersteller. Risiken werden durch eine weltweite Ausrichtung aller Geschäftsaktivi- täten stark diversifiziert. Eine weitere Risikodiversifikation wird darüber hinaus dadurch angestrebt, dass neben der Getränkeindustrie auch im Nichtge- tränke-Bereich neue Absatzmöglichkeiten im Bereich Abfüll- und Verpackungstechnik erarbeitet werden. Durch eine intensi- ve Markt- und Wettbewerbsbeobachtung, regelmäßige Strate- giegespräche mit Kunden und Lieferanten und eine entspre- chende Präsentation der Gesellschaften auf Messen wird das Marktrisiko minimiert und entsprechend überwacht. Eine schlechte wirtschaftliche Gesamtlage bei unseren Kunden führt jedoch in der Regel zum Ausbleiben, Verschieben oder Stornie- ren von Aufträgen. Zudem können Finanzierungsschwierigkei- ten unserer Kunden aufgrund einer restriktiveren Kreditvergabe der Banken sich negativ auf unsere Auftragslage auswirken. Das Produktportfolio unserer Tochtergesellschaften steht zudem im Preiswettbewerb mit dem anderer Marktteilnehmer. Um dem darin implizierten Risiko zu begegnen, wird nachhaltig an Kosten- reduzierungen sowie an der Optimierung der Fertigungs- und Beschaffungsprozesse gearbeitet. Es kann jedoch nicht ausge- schlossen werden, dass es bei schwacher Nachfrage vermehrt zu Preiszugeständnissen kommt, die die Margen verschlechtern. Ein Rückgang im Auftragsvolumen wirkt sich in der Regel negativ auf die Vermögens-, Ertrags- und Finanzlage des Konzerns aus. Der weltwirtschaftliche Abschwung – ausgelöst durch die US- Hypothekenkrise – hat eine abnehmende Investitionsbereit- schaft unserer Kunden seit Jahresmitte 2008 bewirkt. Die Situa- tion hat sich im Laufe des Jahres 2009 verschärft. Es wird davon ausgegangen, dass das Marktvolumen auch im bevorstehenden Geschäftsjahr nur unwesentlich steigt. Diese geringe Steigerung birgt das Risiko, dass bei auch nach Anpassung bestehenden Überkapazitäten die Margen der Projekte nicht ausreichen, um sämtliche Kosten zu decken. Daraus könnte das Risiko entstehen, weitere Kapazitätsanpassung einzuleiten, die zunächst durch Strukturkosten das Ergebnis belasten. Um den Nachfragerück- gang zu kompensieren sowie zur Erschließung bestehender und

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