Report-Investor: KWS SAAT AG - Geschäftsbericht 2008 2009

Bei einem leichten Flächenzuwachs in Nordamerika konnte unsere Maisgesellschaft AgReliant – ein Gemein- schaftsunternehmen (50:50) mit dem französischen Züchterhaus Vilmorin – ihre gute Marktposition im amerika- nischen Cornbelt behaupten. Der wesentliche Grund für den Umsatzanstieg von 21 % gegenüber dem Vorjahr auf jetzt 285 (235) Mio. € liegt in einem erhöhten Anteil gentechnisch veränderter mehrfach-resistenter Sorten im Verkaufsportfolio. Mittlerweile enthalten fast 60 % der Verkaufsmenge einen sogenannten Triple-Stack, eine gentechnisch entwickelte Resistenz-Kombination gegen den Maiszünsler, den Maiswurzelbohrer und das Herbizid Roundup. Nach wie vor ist AgReliant der viertgrößte Mais- saatgutanbieter in den USA. In Europa konnte KWS die Position als zweitgrößter Maisanbieter ausbauen, vor allem durch Marktanteils- gewinne in Deutschland, den Benelux-Ländern sowie in Frankreich. Aber auch in den anderen Regionen – bei teilweise drastischem Rückgang der Anbaufläche – konnte KWS durch eine leichte Verkaufsausweitung ihre Marktstellung weiter verbessern. Problematisch gestaltete sich der Verkauf von Premium- Maissaatgut im Frühjahr 2009. Während in einigen Ländern, z. B. Italien, insektizide Beizmittel gänzlich verboten wurden, erhielten diese in anderen Ländern erst im Laufe der Ver- kaufssaison ihre Zulassung, so zum Beispiel in Frankreich und Deutschland, und dies teilweise mit erheblich stren- geren Anforderungen an die Beizqualität für die Saatgut- industrie. Dank eines konsequenten Qualitätsmanagements konnten wir auch die strengeren Auflagen kurzfristig erfül- len und damit die Verfügbarkeit von Maissaatgut zum Be- ginn der Aussaat sicherstellen. Die Absatzmöglichkeit von gentechnisch veränderten Mais- sorten in Europa hat sich gegenüber 2008 weiter ver- schlechtert. So kam es in Frankreich zu einem totalen An- bauverbot. In Deutschland wurde die Anbaugenehmigung der einzig zugelassenen gentechnisch veränderten Sorte ausgesetzt. Lediglich in Spanien, Rumänien, Polen und der Tschechischen sowie der Slowakischen Republik können heute gentechnisch veränderte, insektenresistente Mais- sorten angebaut werden. Die gesamte Anbaufläche in Europa hierfür beträgt rund 100.000 ha (ca. 0,6 % der europäischen Maisanbaufläche). Lagebericht I Segment Mais I 29 Nicht nur auf die richtige Sorte, sondern auch auf den richtigen Zeitpunkt kommt es an: Erst wenn der Feuchtigkeitsgrad der Pflanze auf ein bestimmtes Maß zurückgegangen ist, wird der Mais geerntet.

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