Report-Investor: KWS SAAT AG - Geschäftsbericht 2008 2009

der KWS in Liquiditätsengpässe. Damit erhöhen sich die In- solvenzrisiken in der Landwirtschaft signifikant. Insbesondere in der Ukraine, Moldawien und Rumänien hat sich die Situa- tion verschärft. In diesem Zusammenhang werden auch Ge- genansprüche gegen KWS geltend gemacht. Politische Risiken In der stark regulierten Agrarwirtschaft haben politische Risiken eine große Bedeutung für die Entwicklung des Ge- schäfts. Gravierende Auswirkungen für KWS als Weltmarkt- führer bei Zuckerrübensaatgut hat die EU-Zuckermarkt- ordnung, die am 1. Juli 2006 in Kraft getreten ist und bis zum 30. September 2015 gilt. KWS ist bemüht, die erschwerten Wachstumsbedingungen in der EU-27 durch eine Steigerung des Absatzes in Osteuropa und den USA zu kompensieren. Die Nachfrage nach leistungsfähigen Energiepflanzen ist abhängig von den Preisen für fossile Energieträger sowie von regulatorischen Rahmenbedingungen wie etwa staatlichen Marktanreizprogrammen zur Anschubfinanzierung für Inves- titionen in die Bioenergieproduktion, Beimischquoten von Biokraftstoffen oder Regularien über die Direkteinspeisung von Biogas in bestehende Erdgasnetze. Der Einsatz moderner, weltweit anerkannter Züchtungsme- thoden ist in Deutschland nach wie vor erschwert. Für die Landwirtschaft, Forschungsinstitute und mittelständische Unternehmen wie KWS entstehen dabei gravierende Wett- Lagebericht I Risiken und Chancen I 39 bewerbsnachteile, insbesondere durch die mangelnde Präzisierung der Haftung und die flurstücksgenauen Mel- dungen von Flächen im Standortregister. Dadurch steigt das Risiko von Versuchsfeldzerstörungen. Die Gesetzesnovelle zur Kennzeichnung gentechnikfreier Lebensmittel verwässert nach unserer Meinung die ur- sprünglich strengeren Regeln, widerspricht dem Grundsatz der Transparenz und trägt damit nicht zur Vertrauensbildung bei. So können Produkte als gentechnikfrei gekennzeichnet werden, obwohl im Herstellungsprozess gentechnisch ver- änderte Faktoren zum Einsatz kamen (Bspw. Futtermittel für Rinder). Nicht nur direkte Gesetzgebungsverfahren beeinflussen die Geschäftstätigkeit. Auch Vorbehalte der Bevölkerung können Entwicklungschancen behindern. So besteht besonders in Europa eine starke Ablehnung gegenüber der Grünen Gen- technik. Weltweit werden jedoch auf mehr als 125 Mio. ha gentechnisch veränderte Nutzpflanzen mit beachtlichen ökonomischen und ökologischen Vorteilen angebaut. Insbesondere in den USA sind heute schon überwiegend gentechnisch veränderte Sorten im Anbau, die zu Problem- lösungen in der Landwirtschaft beitragen. Die schnelle Marktdurchdringung in den USA mit unseren herbizidtole- ranten, gentechnisch veränderten Zuckerrübensorten (Roundup Ready® Sorten) hat jedoch auch hier Gentechnik- gegner auf den Plan gerufen. Am 23. Januar 2008 reichten einige Umweltverbände Klage gegen das US-Landwirt- schaftsministerium (USDA – United States Department of Agriculture) mit dem Ziel ein, die Zulassung vom März 2005 zum Anbau von Roundup Ready® Zuckerrüben in Frage zu stellen. Am 21. September 2009 erging ein erstes Urteil in diesem Verfahren. Darin wurde das USDA verpflichtet eine umfassende Umweltverträglichkeits-Untersuchung nachzu- holen. Im Zulassungsverfahren zum Anbau Roundup Ready® toleranter Zuckerrüben hatte das USDA auf eine umfängliche Umweltverträglichkeits-Studie verzichtet, da dieses Pflanzen- schutzsystem bei anderen Kulturarten bereits langjährig und großflächig eingesetzt wird. Eine Einschränkung des prakti- schen Anbaus hat das Gericht bislang nicht verfügt. Witterungsrisiko Der landwirtschaftliche Produktionsprozess der Züchtung und Vermehrung von Saatgut ist stark witterungsabhängig. Dem Risiko von Produktionsausfällen durch schlechtes Wetter begegnet KWS durch eine breite Produktpalette, die für eine erfolgreiche Ernte unterschiedliche Witterungs- bedingungen benötigt. Die Saatgutvermehrung ist auf un- terschiedliche Standorte in Europa und Nordamerika ver- teilt. Bei Engpässen in der Saatgutverfügbarkeit werden im Winterhalbjahr in Chile und Argentinien kontrasaisonale Vermehrungen angelegt. Saubere Energie aus Biogas: ein Beitrag zum Klimaschutz.

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