
Vorwort des Vorstands I 9 Philip von dem Bussche, Sprecher des Vorstands wir freuen uns, Ihnen auch in diesem Jahr wieder über ein erfolgreiches Geschäftsjahr berichten zu können. KWS hat die gesetzten Ziele erreicht, teilweise sogar übertroffen. Seit Jahren bewegen wir uns – weitgehend unbeeinlusst von konjunkturellen Schwankungen – auf einem soliden Wachstumskurs. So stieg im Geschäftsjahr 2009/2010 der Umsatz um gut 5% auf 754 Mio.€ an. Das Betriebsergeb- nis (EBIT) verbesserte sich um rund 6% auf 82 Mio.€ bei einer deutlichen Intensivierung unserer Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten. Damit ermöglichen wir unseren Kunden in der Landwirtschaft einen Ertragsfortschritt von 1 bis 2% jährlich. Die positive Entwicklung basiert maßgeblich auf der Leis- tung unserer Mitarbeiter. Weltweit beschäftigte die KWS SAAT AG mit ihren 53 Tochter- und Beteiligungsgesell- schaften in 70 Ländern rund 3.500 Mitarbeiter – knapp 9% mehr als vor einem Jahr. Das schnelle Wachstum der letz- ten Jahre erfordert jetzt eine Anpassung unserer admini- strativen Prozesse, vor allem für unser internationales Ge- schäft. Dabei werden die zentralen Verwaltungsfunktionen in regional verantwortlichen Servicecentern gebündelt und verstärkt, um auch für das künftige Wachstum die erforder- lichen Kapazitäten zu schaffen. Dies entlastet das Kernge- schäft – Sortenentwicklung, Saatgutproduktion und Ver- trieb. Ziel dieser Umstellung ist es, interne Dienstleistungen qualitativ zu verbessern und das weitere Wachstum kosten- günstig abzusichern. Im Berichtsjahr entwickelte sich das Maisgeschäft erneut ausgesprochen positiv. Ausschlaggebend hierfür waren vor allem die guten Sortenleistungen. Sowohl in Europa als auch in Nordamerika konnten wir Marktanteile hinzuge- winnen. Zu dem starken Maisgeschäft trug unter anderem der um rund 20% gestiegene Absatz von Energiemais in Deutschland bei. Insgesamt erzielt KWS bereits 17% der Gruppenumsatzerlöse mit Saatgut für die Energieproduktion. Die hohen Weltmarktpreise für Zucker begünstigten den Absatz von Zuckerrübensaatgut. Im Geltungsbereich der Europäischen Zuckermarktordnung stabilisierte sich das Geschäft trotz leicht rückläuiger Anbaulächen. Außer- halb der EU-27 erfuhr es eine deutliche Belebung. So ver- lief der Absatz von herbizidtoleranten Roundup Ready® Zuckerrüben in den USA weiterhin positiv. Die Landwirte bauen dort bereits zu 95% diese gentechnisch verbes- serten Sorten an. Im August 2010 wurde allerdings die amtliche Zulassung durch ein Gerichtsurteil aufgehoben. Hintergrund ist das Fehlen einer erweiterten Umweltver- träglichkeitsstudie im ursprünglichen Zulassungsprozess durch das U.S. Department of Agriculture. Die Behörde hat jedoch angekündigt, dass der weitere Anbau von Roundup Ready® Zuckerrüben bis zur Fertigstellung der Studie unter Aulagen möglich ist. Das Getreidesegment konnte aufgrund niedriger Welt- marktpreise zum Zeitpunkt der Aussaat im Herbst 2009 das Umsatzniveau des außergewöhnlich guten Vorjahres nicht wieder erreichen. Gleichwohl lieferte auch das Getreide wiederum einen erfreulichen Ergebnisbeitrag zum Jahres- abschluss der KWS Gruppe. Unsere Forschungs- und Züchtungsaktivitäten richten sich auf klassische Methoden und die moderne Bio- und Gentechnik aus. Da Letztere in Europa und besonders in Deutschland umstritten ist, bemühen wir uns um einen intensiven gesellschaftlichen Dialog. Dabei ist eine größt- mögliche Transparenz unsere Maxime. So wurde unserer langjähriger Vorstandssprecher und jetziger Aufsichtsratsvorsitzender Dr. Dr. h. c. Andreas J. Büchting für seine Leistungen in der modernen Planzen- forschung in Verbindung mit seiner transparenten Vermitt- lung der daraus erzielten Erkenntnisse in die Gesellschaft mit dem renommierten Arthur-Burkhardt-Preis ausgezeichnet. Der Stiftungsrat hob besonders Büchtings Einsatz bei der Etablierung und erfolgreichen Steuerung des bundesdeut- schen Genomforschungsprogramms bei Planzen, GABI, hervor. Bei unseren Kunden und Aktionären bedanken wir uns für ihr Vertrauen in die Leistungsfähigkeit unserer Produkte. Der persönliche Beitrag unserer Mitarbeiter und die ver- trauensvolle Zusammenarbeit mit unseren Geschäftspart- nern haben entscheidend zum Erfolg der KWS im abgelau- fenen Wirtschaftsjahr beigetragen. Aus Einbeck grüßt Sie im Namen des Vorstands herzlich