145 KONZERNABSCHLUSSAnhangzumKonzernabschluss Währungsrisiken aus Finanztransaktionen werden in der Regel inklu- sive Zinsen zu 100% kursgesichert. Als Sicherungsinstrumente wer- den insbesondere Devisentermingeschäfte genutzt. Da für den wesentlichen Teil der Währungsrisiken Derivate abge- schlossen werden, ist der LANXESS Konzern der Ansicht, dass ein bedeutender Anstieg oder ein bedeutendes Absinken des Eurokur- ses im Verhältnis zu anderen wichtigen Währungen kurzfristig keine wesentlichen Auswirkungen auf die zukünftigen Zahlungsströme haben würde. Auf Dauer könnten diese Wechselkursschwankungen jedoch die Zahlungsströme beeinträchtigen, falls der LANXESS Kon- zern nicht in der Lage sein sollte, diese Wechselkursschwankungen, z.B. durch die Preisgestaltung für seine Produkte in der jeweiligen lokalen Währung, aufzufangen. Wäre der Euro gegenüber sämtlichen Währungen zum Bilanzstich- tag um 5% aufgewertet gewesen, hätte die Änderung der beizule- genden Zeitwerte der Derivate einen Effekt von 21 Mio. € (Vorjahr: 41 Mio. €) ergeben, der sich hauptsächlich auf das sonstige Ergeb- nis ausgewirkt und dieses entsprechend erhöht hätte. Der Effekt ent- fällt hauptsächlich auf den US-Dollar. Im Falle einer Abwertung des Euro ergäbe sich im Wesentlichen ein gegenläufiger Effekt. Viele Unternehmen des LANXESS Konzerns sind außerhalb der Eurozone angesiedelt. Da der Konzernabschluss in Euro aufgestellt wird, werden die Jahresabschlüsse dieser Tochterunternehmen zur Übernahme in den Konzernabschluss in Euro umgerechnet. Ände- rungen des durchschnittlichen Wechselkurses von Periode zu Peri- ode für die Währung eines bestimmten Landes können die Umrech- nung in Euro sowohl des Umsatzes als auch des Ertrages, welche in dieser Währung ausgewiesen sind, maßgeblich beeinflussen (Trans- lationsrisiken). Anders als der Effekt der Wechselkursschwankungen im Falle des Transaktionsrisikos hat das Umrechnungsrisiko keinerlei Auswirkungen auf die Zahlungsströme des Konzerns in lokaler Wäh- rung. Der LANXESS Konzern hat außerhalb der Eurozone wesentliche Ver- mögenswerte, Verbindlichkeiten und Geschäfte, die in lokalen Wäh- rungen ausgewiesen sind. Obwohl das diesen Anlagen anhaftende langfristige Währungsrisiko regelmäßig eingeschätzt und bewertet wird, werden Devisentransaktionen im Hinblick auf diese Risiken grundsätzlich nur dann abgeschlossen, wenn erwogen wird, sich aus einem bestimmten Geschäft zurückzuziehen, und wenn die durch diesen Rückzug frei gewordenen Mittel zurückgeführt werden sollen. Allerdings weist der LANXESS Konzern Auswirkungen von Wechsel- kursschwankungen bei der Umrechnung von Nettobestandswerten in Euro im sonstigen Ergebnis aus. ● Zinsrisiken Bewegungen des Marktzinssatzes können Schwankungen in der Gesamtrendite eines Finanzinstruments bewirken. Diese Zinsrisiken betreffen sowohl Finanzanlagen als auch Finanzschulden. Da der überwiegende Anteil der Finanzschulden zu festen Zinskondi- tionen aufgenommen wurde, haben Zinsänderungen in den kommen- den Jahren nur einen begrenzten Einfluss auf den LANXESS Kon- zern. Die verfügbare Liquidität ist in Anlagen mit kurzer Zinsbindung investiert, so dass der LANXESS Konzern kurzfristig von steigenden Zinsen profitiert. Eine generelle Veränderung des Zinsniveaus um einen Prozentpunkt zum Stichtag 31. Dezember 2009 hätte das Konzernergebnis um ca. 3 Mio. € (Vorjahr: 1 Mio. €) verändert. ● Kreditrisiken Kreditrisiken bestehen aufgrund von Liefer- und Leistungsbeziehun- gen sowohl mit unseren Kunden als auch mit Bank- und Finanz- partnern, insbesondere im Rahmen von Geldanlagegeschäften und Transaktionen mit Finanzinstrumenten. Kundenrisiken werden systematisch erfasst, analysiert und gesteu- ert, wobei neben internen Informationen auch externe Informations- quellen genutzt werden. Vor allem dann, wenn Kundenportfolios ein erhöhtes Risikoprofil aufweisen, können solche Portfolios gegen das Kreditrisiko abgesichert werden. Insbesondere durch zu Gunsten des LANXESS Konzerns eröffnete Akkreditive und Kreditversicherungs- verträge wird somit das maximale Kreditrisiko gemindert. Vor dem Hintergrund der anhaltend schwierigen wirtschaftlichen Rahmen- bedingungen wurde das im Geschäftsjahr 2008 intensivierte Kre- ditrisikomanagement gleichermaßen fortgeführt, wobei seit Beginn des Geschäftsjahres 2009 der überwiegende Teil der LANXESS Kundenrisiken durch eine Forderungsausfallversicherung bei einem führenden europäischen Kreditversicherer abgesichert ist. Ferner erfolgt im Rahmen des Kreditrisikomanagements ein globales Management des Kontrahentenrisikos für Bank- und Finanzpartner. Hierbei achtet der LANXESS Konzern darauf, dass im Sinne einer Risikodiversifikation keine existenzbedrohenden Konzentrationsrisi- ken bestehen. Durch den Abschluss von Rahmenverträgen können im Falle der Insolvenz des Transaktionspartners die Marktwerte der offenen Handelspositionen miteinander aufgerechnet werden, was zu einer weiteren Verringerung der Risikopositionen führt. ● Liquiditätsrisiken Liquiditätsrisiken bestehen in möglichen finanziellen Engpässen und dadurch verursachten erhöhten Refinanzierungskosten. Ziel des Liquiditätsmanagements des LANXESS Konzerns ist die Sicherstel- lung der jederzeitigen Zahlungsfähigkeit durch einen ausreichen- den Bestand an Liquiditätsreserven und fest zugesagten Kreditlinien sowie die Optimierung des gruppeninternen Liquiditätsausgleichs. Neben der zum Stichtag ungenutzten und durch ein Bankenkon- sortium bis November 2014 zugesagten syndizierten Kreditlinie in Höhe von 1,408 Mrd. €, die einen wesentlichen Baustein der Liqui- ditätsvorsorge des LANXESS Konzerns bildet, bestanden kurzfristig verfügbare Liquiditätsreserven in Höhe von 715 Mio. € in Form von Zahlungsmitteln und Zahlungsmitteläquivalenten sowie hoch liqui- der AAA-Geldmarktfondsanlagen. Dementsprechend verfügt der LANXESS Konzern über eine komfortable Liquiditätsposition, die sich über eine breite Basis von Finanzierungsinstrumenten erstreckt. Aus der nachfolgenden Tabelle sind die vertraglich vereinbarten (undiskontierten) Zahlungsströme, einschließlich der vertraglich ver- einbarten Zinszahlungen, der originären finanziellen Verbindlichkei- ten sowie der derivativen Finanzinstrumente, ersichtlich.
