3 Dr. Klaus Probst Im Jahr 2010 wollen wir einen großen Schritt in Richtung Rückkehr zu Wachstum und Profitabilität tun. Dazu werden auch die vom Unternehmensbereich Wiring Systems neu gewonnenen Aufträge großer Automobilhersteller beitragen. Wichtige Bestellungen zur Lieferung von Bordnetz-Systemen konnten im abgelaufenen Geschäftsjahr unter anderem von den Kunden GM, Mercedes Benz und dem PSA-Konzern gewonnen werden. Ein weiterer Meilenstein in der Entwick- lung dieses Bereichs war der Start der Serienproduktion von elektrischen und elektronischen Bordnetzkomponenten, wie Sicherungs- und Relaisboxen, an unserem Standort Arad in Rumänien. Im Unternehmensbereich Wire & Cable Solutions konnten wir im Februar 2009 ein neues Werk für die Strahlenver- netzungstechnologie in Bautzen erfolgreich in Betrieb nehmen. Außerdem wurden die ersten Auslieferungen für das mehr als fünf Jahre laufende Gotthard-Tunnel-Projekt in der Schweiz getätigt. Der bedeutendste Schritt in diesem Segment war jedoch die Einführung einer neuen Organisationsstruktur, durch die der Unternehmensbereich auf die wichtigen Zielmärkte Automobil, Industrie & Gesundheitswesen, Kommunikation & Infrastruktur, Haus- & Elektro- geräte sowie Drähte & Litzen ausgerichtet wurde. Eine große Rolle im Zusammenhang mit dieser Organisationsänderung spielt auch der Ausbau unserer Aktivitäten im Bereich grüne Technologien. LEONI ist schon heute ein leistungsfähiger und führender Hersteller von Kabeln, Lei- tungen und Kabelsätzen für die Solarindustrie, Schienenverkehrstechnik sowie die Medizin- und Umwelttechnik. Der wichtigste Bereich wird jedoch die Bereitstellung von geeigneten Kabel- und Bordnetztechnologien für alternative Antriebstechniken im Automobilbau sein. Hier hat LEONI bereits 2009 herausragende Entwicklungs- und Projek- tierungsarbeiten für fast alle europäischen Automobilhersteller geleistet. Im vorliegenden Geschäftsbericht geben wir Ihnen einen Überblick über unsere aktuellen Projekte im Bereich „Green Technology“ und Elektromobilität. LEONI hat seine Hausaufgaben im Krisenjahr 2009 gemacht. Wir haben die eigenen Kostenstrukturen gestrafft, Prozesse verbessert, die Produktionsnetzwerke optimiert und damit unser Unternehmen wetterfest gemacht für eine derzeit noch schwer prognostizierbare Zukunft. So gesehen konnten wir in der Krise auch die Chance nutzen, unser Unternehmen für künftige Herausforderungen besser aufzustellen und seine Wettbewerbsfähigkeit zu stärken. Auch auf das Auf und Ab der Märkte können wir nun schneller und flexibler reagieren. Die Nachfragekrise in der Automobilindustrie und anderen für LEONI wichtigen Branchen ist noch nicht vorüber. Dennoch lässt sich feststellen, dass die letzten Monate für fast alle unsere Aktivitäten zumindest eine Marktstabilisie- rung, in vielen Fällen sogar eine schrittweise Nachfragebelebung gebracht haben. Dies hatte zur Folge, dass unsere Mitarbeiterzahl seit dem Tiefststand im April 2009 bereits wieder um circa 5.000 auf konzernweit knapp 50.000 Mitarbeiter gestiegen ist. Für 2010 erwarten wir insgesamt eine leichte Erholung der Märkte und demzufolge ein Umsatzwachstum in der Größenordnung von 10 Prozent. Dank der erheblich verbesserten Kostenstrukturen werden wir ein deutlich positives EBIT erzielen und einen leicht positiven Jahresüberschuss ausweisen. Dr. Klaus Probst Vorstandsvorsitzender
