46 bereich Wiring Systems erhöhte sich der Anteil der Beschäftigten in Nordafrika 2009 weiter von 45 Prozent auf 48 Pro- zent der Gesamtbelegschaft, während der Anteil in Osteuropa auf 36 Prozent zurückging (Vorjahr: 39 Prozent). Neben den Personalkosten sind für unsere Standortentscheidungen verlässliche rechtliche und politische Rahmenbedingungen sowie stabile Währungsrelationen ausschlaggebend. An den deutschen Standorten konnte LEONI den Personalaufwand teilweise durch das Instrument der Kurzarbeit an den Nachfrage- und Umsatzrückgang anpassen. Insgesamt wurden 2009 durch diese Maßnahme im Inland netto rund 10 Mio. € eingespart und der ansonsten notwendige Arbeitsplatzabbau konnte auf ein Mindestmaß begrenzt werden. Auch die Nutzung der Tariföffnungsklausel, durch die wir anstehende Tariferhöhungen um mehrere Monate verschieben konnten, wirkte sich kostendämpfend aus. Zunehmend wurden auch an den ausländischen Standorten flexible Arbeitszeitmodelle eingeführt. Die Preisentwicklung von Rohstoffen, insbesondere von Kupfer, spielt eine wichtige Rolle für LEONI. Die starken Schwankungen des Kupferpreises geben wir über Vertragsvereinbarungen weitgehend an unsere Kunden weiter, aller- dings in der Regel mit einer zeitlichen Verzögerung. Der aus dem Rückgang des Kupferpreises resultierende Effekt auf den Konzernumsatz betrug im Berichtsjahr 163 Mio. €. Der Einfluss von Energiepreisen und Währungskursschwankungen war 2009 von untergeordneter Bedeutung. Zu den rechtlichen Einflussfaktoren, die LEONI indirekt betreffen, zählen bei- spielsweise die neuen CO2-Emissionsgrenzen für Pkw in Europa. Um sie einzuhalten, müssen die Automobilhersteller das Gewicht ihrer Fahrzeuge reduzieren. LEONI ist daher gefordert, Automobilleitungen, Kabelsätze und Bordnetz- Systeme immer leichter zu gestalten, und wird die entsprechenden Entwicklungsaktivitäten weiter intensivieren. Gleichzeitig arbeiten die meisten Pkw-Hersteller an alternativen Antriebstechnologien. Auch in diesem Bereich ver- fügt LEONI bereits über geeignete Verkabelungs-Lösungen und wird sein Engagement beispielsweise im Bereich der Elektromobilität ausbauen. Konjunkturelle Rahmenbedingungen Gesamtwirtschaft 2009 stand die Weltwirtschaft im Zeichen der schwersten Krise seit dem zweiten Weltkrieg. Der Crash der Finanz- märkte im Herbst 2008 führte zu einem weitreichenden Einbruch der Realwirtschaft, der sich im ersten Halbjahr 2009 fortsetzte. Erst ab dem dritten Quartal verbesserte sich die Situation leicht. Dazu trugen wesentlich die Stützungsmaß- nahmen für Banken und die zahlreichen staatlichen Konjunkturförderprogramme bei. Die Interventionen in vielen Ländern der Welt stabilisierten die Finanzwirtschaft und stärkten die Nachfrage im öffentlichen Bereich sowie den pri- vaten Konsum. Durch die Abwrackprämie konnte der deutliche Rückgang der Automobilnachfrage, insbesondere im Kleinwagensegment, etwas abgefedert werden. Auch die Industrieproduktion erholte sich allmählich. Gleichzeitig führten die Maßnahmen dazu, dass die Verschuldung der öffentlichen Haushalte erheblich zunahm. Insgesamt schrumpfte die Weltwirtschaft 2009 nach Angaben des IWF (Internationaler Währungsfonds) um 0,8 Prozent. Besonders kräftig zu spüren war die Rezession in den Industrieländern, deren Bruttoinlandsprodukt (BIP) laut IWF um 3,2 Prozent einbrach. Unter den für LEONI wichtigen Absatzregionen war die Eurozone mit einem Rückgang um 3,9 Prozent stark betroffen, während die USA mit einem Minus um 2,5 Prozent noch vergleichsweise glimpflich davonkam. In Deutschland reduzierte sich das BIP um 4,8 Prozent, was vor allem auf geringere Exporte und Ausrüstungsinvestitionen zurückzuführen war. Unter den BRIC-Staaten stach Russland heraus, dessen Wirtschaft 2009 erheblich unter der Finanzmarktkrise und den gesunkenen Rohstoffpreisen litt und um 9 Prozent nachgab. Brasilien 3,0 –0,8 Entwicklung der Weltwirtschaft [ % ] 2008 2009 Quelle: Internationaler Währungsfonds
