47 UnternehmensinformationenKonzernlageberichtKonzernabschlussZusatzinformationen entwickelte sich mit einem BIP-Rückgang um 0,4 Prozent relativ stabil. Indien und China erholten sich gestützt auf um- fangreiche staatliche Interventionen rasch von der globalen Krise und gaben der Weltwirtschaft mit Wachstumsraten von 5,6 Prozent respektive 8,7 Prozent Rückhalt. Branchenkonjunktur In fast allen für LEONI wichtigen Abnehmerbranchen hinterließ die Wirtschafts- und Finanzkrise 2009 deutliche Spuren. Die weltweite Automobilindustrie musste vor allem im ersten Halbjahr 2009 kräftige Einbußen hinnehmen, erholte sich im zweiten Halbjahr insbesondere dank staatlicher Kaufanreizprogramme in vielen Regionen jedoch merklich. Davon profitierten zunächst hauptsächlich die Fahrzeugverkäufe, während die Produktion wegen hoher Lagerbestände erst zeitverzögert wieder ansprang. Der weltweite Pkw-Absatz ging im Berichtsjahr nach Angaben des VDA (Verband der Automobilindustrie) nur leicht um 3 Prozent zurück. Gegen den Trend stemmte sich unter anderem Deutschland, wo die Neuzulassungen dank der Abwrackprämie um 23 Prozent zulegten. In China betrug das Plus, das zu großen Teilen auf eine Steuervergünstigung für Kleinwagenkäufe zurückzuführen war, sogar 47 Prozent. In den USA verringerten sich die Neuwagenverkäufe 2009 dagegen um 21 Prozent. Hohe zweistellige Minusraten gab es auch in vielen osteuropäi- schen Märkten. Die globale Pkw-Produktion, die für LEONI als Zulieferer wesentlich ist, nahm nach vorläufigen Berechnungen des PwC Automotive Institutes im Berichtsjahr um fast 14 Prozent ab. Einbußen gab es überall, allerdings mit regional gro- ßen Unterschieden: Mit –47 beziehungsweise –32 Prozent brach die Fertigung am stärksten in Osteuropa und den USA ein. In der Europäischen Union lag der Rückgang bei 15 Prozent. Südamerika und die Asien-Pazifik-Region waren von der Krise mit einem Produktionsminus von 3,5 respektive 2,1 Prozent am wenigsten betroffen. In der Nutzfahrzeugindustrie blieb die Situation das ganze Jahr hindurch besonders kritisch. Der weltweite Nach- frageeinbruch führte bei den deutschen Herstellern zu einer Verringerung der Exporte um 57 Prozent, und auch im Inland reduzierten sich die Neuzulassungen um 28 Prozent. Insgesamt drosselten die deutschen Nutzfahrzeughersteller ihre Produktion 2009 um rund die Hälfte. Es wurden zwei Drittel weniger schwere und 44 Prozent weniger leichte Lkw gefertigt. Der Maschinen- und Anlagenbau konnte Anfang 2009 zwar noch von bestehenden Aufträgen zehren, geriet dann aber ebenfalls in den Sog der Krise. Nach Angaben des Fachverbands VDMA (Verband deutscher Maschinen- und Anlagenbau) nahm die Branchenproduktion im Gesamtjahr um rund 25 Prozent ab. Die deutsche Elektroindustrie musste für 2009 einen Produktionseinbruch um 21 Prozent vermelden, wobei sich die Talfahrt laut ZVEI (Zentralverband der Elektro- und Elektronikindustrie) Ende des Berichtsjahrs verlangsamte. Der Umsatz dieser Branche verringerte sich insgesamt um 24 Prozent. Starke Rückgänge verzeichneten sowohl die elektrische Automatisierungs- und Antriebs- technik als auch die Fabrik- und Prozessautomation. Die Hersteller von Hausgeräten konnten ihren Absatz im Inland zwar steigern, damit aber nicht die rückläufigen Exporte kompensieren: Durch die Wirtschaftskrise schrumpften wich- tige Hausgeräte-Märkte in Europa und Nordamerika zum Teil zweistellig, lediglich in Lateinamerika und Asien waren die Absatzzahlen stagnierend oder leicht positiv. Relativ stabil entwickelten sich die Märkte für die Informations-, Telekommunikations- und Kommunikations- technologie (ITK). Nach Angaben des Hightech-Verbands BITKOM (Bundesverband Informationswirtschaft, Telekom- munikation und neue Medien) nahm der Umsatz der ITK-Branche 2009 europaweit nur um 2,2 Prozent ab. Dabei litt vor allem das Geschäft mit digitalen Consumer Electronics, wogegen die Nachfrage in der Telekommunikation und der IT kaum nachgab. In den BRIC-Staaten erzielte die Branche in allen Bereichen erfreuliche Wachstumsraten. Auch die deutschen Medizintechnikhersteller konnten den schwierigen Rahmenbedingungen 2009 weitgehend trotzen. Der Branchenverband Spectaris berichtete dank eines stabilen Inlandsgeschäfts nur über ein leichtes Umsatzminus seiner Mitgliedsunternehmen. – 3,0 – 13,9 Entwicklung Pkw-Absatz und Pkw-Produktion 2009 weltweit [ % ] Pkw-Absatz Pkw-Produktion Quelle:VDA und PwC Automotive Institute (Schätzung) Quelle:InternationalerWährungsfonds (Schätzung) –3,9 –4,3 –9,0 –2,5 –0,4 5,6 8,7 Eurozone Mittel- und Osteuropa Russland USA Brasilien Indien China Entwicklung Bruttoinlandsprodukt 2009 in ausgewählten Regionen [ % ]
