57 UnternehmensinformationenKonzernlageberichtKonzernabschlussZusatzinformationen Electrical Appliance Assemblies Nach einem schwachen Start erholten sich die Umsätze mit Kabeln und konfektionierten Leitungen für die Elektro- geräteindustrie im zweiten Halbjahr 2009 leicht. Insbesondere in China belebte sich die Nachfrage. Dagegen war das Geschäft in Europa schwach, was deutliche Kapazitätsanpassungen an unseren Standorten von LEONI Furas in Marokko und Spanien erforderte und auch zur Einstellung der Standorte führen wird. Um die Marktposition in der Wachstums- region China weiter auszubauen, haben wir die Automatisierung unserer Kapazitäten für die Kabelkonfektionierung vorangetrieben. Durch die Übernahme entsprechender Anlagen von einem Marktteilnehmer konnten wir unser Ange- bot für einen namhaften Hausgeräte-Hersteller um vollautomatisch produzierte interne Geräteverdrahtung erweitern. Diese Produkte werden künftig auch anderen Kunden in der Region offeriert. Conductors & Copper Solutions Die Umsätze mit Drähten, Litzen, Seilen und Geflechten waren im ersten Halbjahr 2009 stark rückläufig. Erst in der zweiten Jahreshälfte zog die Nachfrage etwas an. Wachsendes Marktpotenzial sehen wir im Bereich der regenerativen Energien. Deshalb begann LEONI im abgelaufenen Geschäftsjahr mit dem Aufbau einer Fertigung für Solarflachdrähte. Reaktion auf die Krise: Kostensenkung und strukturelle Veränderungen Um den schwierigen Rahmenbedingungen und den daraus folgenden Belastungen für LEONI entgegenzuwirken, haben wir 2009 zunächst umfangreiche Maßnahmen zur Liquiditäts- und Ergebnissicherung eingeleitet. Hierzu wurden Investitionsvorhaben und Expansionsprojekte verschoben oder gestoppt und die Aktivitäten zur Reduzierung des Working Capital verstärkt. Um den Personalaufwand zu senken, haben wir Zeitarbeitsverträge beendet, befristete Arbeitsverhältnisse nicht verlängert, frei werdende Stellen nicht neu besetzt und an fast allen deutschen Standorten bedarfsorientiert Kurzarbeit eingeführt. Auch in den ausländischen Werken wurden sämtliche Flexibilisierungsspiel- räume ausgenutzt und die Arbeitszeiten ohne Entgeltausgleich reduziert. Dennoch mussten in verschiedenen Bereichen Stellen abgebaut werden, um die Kapazitäten an die anhaltende Nachfrageschwäche anzupassen. Davon waren vor allem Standorte in Spanien, Polen und der Slowakei betroffen, aber auch unsere deutschen Werke, beispiels- weise in Friesoythe und Roth. Insgesamt verringerte sich die Zahl der Mitarbeiter des Unternehmensbereichs um 912 Personen auf 7.096 Arbeitnehmer. Darüber hinaus wurden die sonstigen ausgabewirksamen Kosten, beispielsweise für Reisen, Schulungen und Beratung, drastisch gesenkt und die Bonität unserer Kunden und Lieferanten aufmerksam überwacht, um Risiken zu vermeiden. Außerdem starteten wir im Berichtsjahr Aktivitäten zur Flexibilisierung der Kostenstrukturen und zur Senkung der Gewinnschwelle. Um rascher auf die schwankende Nachfrage reagieren zu können, wurden beispielsweise die Arbeitszeitregelungen noch bedarfsorientierter gestaltet. Darüber hinaus haben wir die administrativen Bereiche auf Outsourcing-Potenziale überprüft. Im Gegenzug wurde in der Produktion zur besseren Auslastung der Kapazitäten nach Insourcing-Möglichkeiten gesucht. Programme zur Produktivitätssteigerung ergänzten diese Maßnahmen. Darüber hinaus wurden Möglichkeiten zur Erweiterung der Wertschöpfungstiefe und strukturelle Anpassungen wie beispielsweise Produktionsverlagerungen geprüft. Die Resultate dieser vielfältigen Aktivitäten machten sich bereits 2009 bemerkbar, werden sich schwerpunktmäßig aber ab dem Geschäftsjahr 2010 auswirken. Positive Effekte sind auch aus der neuen, vereinfachten Organisationsstruktur zu erwarten, die im Kapitel Geschäft und Rahmen- bedingungen dargestellt ist. ➵➵Geschäft und Rahmenbedingungen, Seite 41
