78 Beschaffungsrisiken In allen Unternehmensbereichen von LEONI wird Kupfer eingesetzt. Daher beeinflusst der Weltmarktpreis für diesen Rohstoff, der deutlichen Schwankungen unterworfen ist, in hohem Maße die Materialkosten im Konzern. Die starke Volatilität kann über Vertragsvereinbarungen weitgehend an unsere Kunden weitergegeben werden – in der Regel mit einer zeitlichen Verzögerung. Bei einem über längere Zeit steigenden Kupferpreis ist durch diese Verzögerung stichtags- bezogen ein negativer Effekt möglich. Bei einem zum Stichtag stark fallenden Kupferpreis können sich Abwertungsrisiken für die Kupferbestände ergeben. Die zweite große Materialgruppe, die im LEONI-Konzern eingesetzt wird, sind die hauptsächlich im Unternehmens- bereich Wiring Systems genutzten Kontaktierungssysteme, die aus Kunststoffgehäusen und Metallkontakten bestehen. Dabei handelt es sich nahezu ausschließlich um werkzeuggebundene Teile, die aufgrund von Kundenvorgaben oder aus wirtschaftlichen Motiven überwiegend von einem Lieferanten bezogen werden. Die geringere Kapazitätsauslastung durch die gesunkenen Stückzahlen kann zu Preisforderungen dieser Zulieferer und damit zu einem Anstieg der Einkaufs- preise bei den entsprechenden Einzelteilen führen. Aufgrund der nicht ausgenutzten Fertigungskapazitäten ist die Wahrscheinlichkeit von Lieferengpässen gesunken. Die Produktionsdrosselungen unserer Kunden stellen jedoch eine erhebliche Belastung der Lieferkette dar, die auch die Gefahr von Lieferverzügen birgt. Standortrisiken Die Standortpolitik des LEONI-Konzerns orientiert sich zum einen stark an den Anforderungen unserer Kunden, denen LEONI auf Auslandsmärkte folgt. Zum anderen führt der ständige Preis- und Kostendruck zu einem überproportionalen Wachstum der Belegschaft in Niedriglohnländern. Dadurch müssen Abnehmer und Kunden häufig über mehrere Grenzen hinweg beliefert werden. Darüber hinaus bestehen in einigen Ländern politische Risiken. 2009 unterhielt LEONI insgesamt 95 Produktionsstandorte in 36 Ländern. Der derzeitige Aufbau unserer Produktionskapazitäten für neue Baureihen läuft nach Plan. Sollte es nicht gelingen, die Fertigungsanläufe termingerecht und den Anforderungen der Kunden entsprechend sicherzustellen, könnte dies gravierende Folgen für das laufende und künftige Geschäft haben. Wir sind uns der Bedeutung dieser Projekte für den eigenen Erfolg bewusst und überwachen die Vorbereitungen so genau wie möglich, um den planmäßigen Fortgang zu gewährleisten. Bei Standorten mit bis zu 6.000 Mitarbeitern können wir die Produktionskapazitäten im Falle eines Ausfalls nicht kurzfristig ersetzen. Die Tragweite dieses Risikos wird durch Just-in-time-Belieferung, das Single-Source-Prinzip man- cher Kunden und durch den Einsatz sogenannter kundenspezifischer Kabelsätze zusätzlich gesteigert. Aufgrund der er- reichten Größe betreibt LEONI weltweit eine beachtliche Anzahl von Produktionsstätten, die über angemessene und von den Automobilherstellern geforderte Kapazitätsreserven verfügen. Ferner haben alle Produktionsstandorte vor- beugende Maßnahmen umgesetzt und in einem weltweiten Notfallkonzept dokumentiert. Sie reichen von einem rund um die Uhr tätigen Wachdienst bis zu aufwändigen Feuerschutzanlagen. Zudem befindet sich kein LEONI-Standort in einem Gebiet, das bekannterweise durch Erdbeben, Überschwemmungen oder sonstige Naturkatastrophen stark ge- fährdet ist. Personalrisiken Der Fachkräftemangel in Deutschland wie auch Veränderungen in der Verfügbarkeit von Personal und der einherge- hende Anstieg der Lohn- und Gehaltskosten an personalintensiven Produktionsstandorten in Osteuropa stellen das Personalmanagement vor besondere Herausforderungen. Hervorgerufen ist diese Situation im Wesentlichen durch die
