Report-Investor: Leoni AG - Geschäftsbericht 2009

79 UnternehmensinformationenKonzernlageberichtKonzernabschlussZusatzinformationen inzwischen vollständige Produktionsverlagerung aus den westeuropäischen Industriestaaten in Folge des starken Kostendrucks der Autohersteller in Länder mit niedrigem Lohnniveau. Um weiterhin als attraktiver Arbeitgeber Personal rekrutieren und binden zu können, werden verstärkt Anstrengungen zur Personalförderung unternom- men – wie zum Beispiel interne Qualifizierungs- und Integrationsprogramme – sowie verschiedenste zusätzliche Sozialleistungen angeboten. IT-Risiken Ein weltweit operierendes Unternehmen wie LEONI kann nur mit Hilfe komplexer IT-Systeme gesteuert werden. Auch die permanente Lieferbereitschaft – insbesondere gegenüber der Automobilindustrie, die in der Regel eine Just-in- time- oder Just-in-sequence-Lieferung fordert – hängt von der ständigen Verfügbarkeit der entsprechenden Systeme und Daten ab. Gravierende Störungen wie Systemausfälle oder Datenverluste können die Lieferbereitschaft von LEONI gefährden, die Produktion bei den Kunden vorübergehend unterbrechen und weitreichende Schadensersatzforderungen nach sich ziehen. Deshalb arbeitet LEONI sowohl im konzeptionellen als auch im operativen Bereich permanent an der Optimierung des IT-Umfeldes – zum Teil mit Unterstützung externer Fachleute. Ein Beispiel dafür ist die Implemen- tierung eines zweiten, redundanten Rechenzentrums als Notfallsystem, das via Glasfaserkabel direkt mit der Konzern- zentrale verbunden ist. Auf der Grundlage konzernweit verbindlicher Vorgaben sorgen IT-Sicherheitsbeauftragte dafür, dass dieser Themen- bereich einen hohen Stellenwert im Unternehmen hat, die entsprechenden Regelungen und Vorschriften eingehalten werden und das IT-Risikomanagement kontinuierlich verbessert wird. Finanzrisiken LEONI verfügt zur Absicherung der Geschäftsentwicklung – neben Kapitalmarktfinanzierungen wie einer Anleihe und Schuldscheindarlehen – über bilaterale langfristige Darlehen von Banken. Darüber hinaus bestehen kurz-, mittel- und langfristige Kreditlinien in ausreichender Höhe. Ein stringentes Cash-Pooling wird zudem zur Sicherstellung der Liquidität genutzt. Die wichtigsten Zahlungsströme im Konzern werden zentral von der LEONI AG gesteuert. Kreditrisiken Alle Kunden, die mit dem Konzern Geschäfte auf Kreditbasis abschließen möchten, werden einer Bonitätsprüfung unter- zogen. Zudem werden die Forderungsbestände laufend überwacht. Eine bestehende Richtlinie zum konzernweiten Debi- torenmanagement umfasst neben Regelungen zur Warenkreditversicherung auch den internen und externen Kredit- limit-Vergabeprozess. Die Richtlinie regelt ferner Maßnahmen zur zentralen und dezentralen Überwachung möglicher Ausfallrisiken. Daraus resultiert ein konzernweites Meldewesen, das unter anderem die Punkte Zahlungsbedingungen, Kreditversicherungslimit und andere Absicherungen, offene Forderungen und deren Fälligkeitsstruktur zusammenfasst. Außenstände werden fortlaufend bereichsübergreifend und dezentral überwacht. Zum Abschlussstichtag gab es keine Hinweise darauf, dass die weder wertgeminderten noch in Zahlungsverzug befindlichen Forderungen aus Lieferungen und Leistungen nicht ausgeglichen werden. Die Forderungsbestände einiger Automobilhersteller sind bereits nicht mehr über eine Warenkreditversicherung oder Factoring (Verkauf von Forderungen) absicherbar. LEONI versucht, die entsprechenden Zahlungsziele unter Abwägung möglicher Reaktionen der Kunden zu verkürzen. Unabhängig davon hat sich das Risiko von Forderungsausfällen durch das geringere Umsatzvolumen reduziert.

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