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Report Investor: Leoni AG - Geschäftsbericht 2010

2 es freut mich, dass wir Ihnen mit diesem Geschäftsbericht nach einem sehr schwierigen und verlustreichen Krisenjahr 2009 wieder von positiven Zahlen und Entwicklungen berichten können. Der Geschäftsverlauf 2010 übertraf unsere Erwartungen sogar deutlich: Nach einem noch nie dagewesenen Umsatzeinbruch von fast 26 Prozent im Jahr 2009 hatten wir Anfang 2010 zunächst lediglich mit einem Umsatzwachstum von rund 10 Prozent auf 2,4 Mrd. € gerechnet. Aufgrund einer überraschend guten Nachfrageentwicklung konnte das abgelaufene Geschäftsjahr letztlich aber mit einem Plus von 36,8 Prozent und einem Rekord-Konzernumsatz von 2,96 Mrd. € abgeschlossen werden. Der wesentliche Treiber dieser erfreulichen Entwicklung war erneut die Automobilindustrie – dieses Mal jedoch mit entgegen gesetztem Vorzeichen. Sie konnte sich insbesondere wegen der hohen Nachfrage aus China, Russland und Indien, aber auch den USA unerwartet schnell von dem im September 2008 schlagartig einsetzenden Absatzeinbruch erholen. Die anderen Märkte, die für LEONI wichtig sind, wie zum Beispiel die Investitionsgüter-, die Hausgeräte- und die Kommunikationsindustrie, regenerierten sich 2010 ebenfalls Schritt für Schritt und erreichten zum Jahresende fast wieder das Vorkrisenniveau. LEONI hatte die schwierigen Zeiten genutzt, in allen Bereichen und an allen Standorten des Konzerns die Geschäftsprozesse und Kostenstrukturen kritisch zu hinterfragen und – wo notwendig – einer konsequenten Restrukturierung zu unterziehen. Dies hat dazu geführt, dass 2009 und 2010 insgesamt sieben Standorte geschlossen oder veräußert und in vielen Tochtergesellschaften Personalanpassungen durchgeführt werden mussten. Trotz dieser Anpassungen beschäftigt LEONI aktuell wieder über 55.000 Mitarbeiter und damit mehr als zu Beginn der Krise. Der Aufbau von ca. 9.000 Mitarbeitern seit dem Krisenhöhepunkt erfolgte vorwiegend in den für unser Geschäft immer wichtiger werdenden Regionen Nordafrika, China und Russland. Unsere Strategie, dem gesamten Konzern angesichts des dramatischen Umsatzeinbruchs 2009 ein umfas- sendes Kostensenkungsprogramm zu verordnen und zunächst davon auszugehen, dass die Nachfragekrise von längerer Dauer sein würde, hat sich als richtig erwiesen. Denn durch all diese Maßnahmen ist LEONI heute deutlich schlanker, effizienter und damit wettbewerbsfähiger als vor der Krise. Eine klare Indikation hierfür ist unsere schnelle Rückkehr in die Gewinnzone und das 2010 erreichte Ergebnis vor Zinsen und Steuern, das auf 130,7 Mio. € anstieg. Damit erzielten wir bereits wieder eine Umsatzrendite von 4,4 Prozent. Aufgrund des erfreulichen Geschäftsverlaufs und der auch weiterhin guten Zukunftsperspektiven werden Vorstand und Aufsichtsrat der diesjährigen Hauptversammlung die Ausschüttung einer Dividende in Höhe von 0,70 € je Aktie vorschlagen. Das entspricht etwa einem Drittel des Konzernjahresüberschusses. Die verbleibenden zwei Drittel sollen in die Rücklagen eingestellt werden, um das im Krisenjahr stark gesunkene Eigenkapital wieder zu stärken. Es wird eine der Hauptaufgaben der nächsten zwei Jahre sein, durch Generie- rung eines signifikant positiven Free Cashflows die Verschuldung des Konzerns weiter deutlich zu reduzieren. Damit wollen wir die 2013 anstehende Refinanzierung langfristiger Darlehen zu möglichst attraktiven Kon- ditionen umsetzen können. Das Ziel des Vorstands ist es, schnell wieder eine Eigenkapitalquote von mindes- tens 35 Prozent auszuweisen. Das Jahr 2010 hat neben der Rückkehr in die Gewinnzone weitere sehr positive Ergebnisse gebracht. Im Unternehmensbereich Wiring Systems konnten wir erneut eine große Anzahl von interessanten und wichtigen Großprojekten aus der internationalen Fahrzeugindustrie gewinnen – nicht nur in Europa, sondern auch in China, Russland und den USA. Hierzu war an vielen Stellen der Ausbau vorhandener Bordnetzwerke bezie- hungsweise der Neuaufbau von Produktionsstätten, zum Beispiel in Serbien, China und Indien erforderlich. Brief an die Aktionäre