Report-Investor: Linde AG - Geschäftsbericht - 2- 2009

Westeuropa Die Entwicklung in den Staaten Westeuropas und der Eurozone wurde im Berichtsjahr von der globalen Wirtschaftsschwäche beeinträchtigt. Mit dem Beginn der Bankenkrise im Herbst 2008 verschlechterten sich die konjunkturellen Rahmenbedingungen in Europa deutlich. In der Folge ging die Wirtschaftsleistung im ers- ten Halbjahr 2009 signifikant zurück, bevor im dritten Quartal eine leichte Erholung zu beobachten war. Unter dem Strich ist das Brut- toinlandsprodukt der Eurozone im Jahr 2009 deutlich um 3,9 Pro- zent geschrumpft. Die Industrieproduktion ist im Euroraum im Ver- gleich zum Vorjahr sogar um 13,5 Prozent eingebrochen. Innerhalb von Westeuropa war Großbritannien besonders stark von der Krise betroffen (BIP: –4,6 Prozent, IP: –10,0 Pro- zent). Hier erreichte die Wirtschaftsleistung im zweiten Quartal ihren Tiefpunkt, bevor es im weiteren Jahresverlauf ganz allmäh- lich wieder aufwärtsging. Auf dem Arbeitsmarkt zeigte sich ein gemischtes Bild: Wäh- rend in einigen Ländern die Arbeitslosigkeit stark anstieg, konnte dieser Trend in anderen Ländern durch gezielte Maßnahmen gebremst werden. Die Vielzahl an Konjunkturprogrammen, um einzelne Branchen wie etwa die Automobilindustrie zu stabili- sieren, hat die Wirtschaft im Euroraum insgesamt gestützt und einen noch deutlicheren Abschwung verhindert. Diese Maßnah- men gingen allerdings zu Lasten der Staatsfinanzen. Im Zuge der weltweiten Wirtschaftskrise hatte Deutschland den stärksten Konjunktureinbruch seit dem Zweiten Weltkrieg zu verzeichnen. Das Bruttoinlandsprodukt sank im Berichtsjahr 2009 um 4,8 Prozent. Durch das Nachlassen der Exportnachfrage wurde vor allem die Industrieproduktion in Mitleidenschaft gezogen, sie lag um 15,5 Prozent unter dem Vorjahreswert. Wie in den meisten anderen Staaten der Eurozone begann sich die wirtschaftliche Lage im Sommer 2009 auch in Deutsch- land zu stabilisieren – wenngleich auf niedrigem Niveau. Die von der Europäischen Zentralbank und der Bundesregierung ergrif- fenen Maßnahmen hatten – unterstützt durch niedrige Energie- kosten und die Tarifabschlüsse für 2009 – eine positive Wirkung auf den privaten Konsum. Dank der flexiblen Regelungen zur Kurzarbeit stieg die Arbeitslosigkeit weniger deutlich als in vie- len anderen europäischen Staaten. Amerika Die US-Wirtschaft hatte bereits im Jahr 2008 die Auswirkungen der Finanzkrise deutlich zu spüren bekommen und befand sich auch im ersten Halbjahr 2009 in einem starken Abwärtstrend. Geprägt war die Rezession in den USA vor allem von einem schwachen pri- vaten Konsum, zunehmender Arbeitslosigkeit und dem Einbruch der Industrieproduktion, die um 10 Prozent hinter dem Vorjahr zurückblieb. Im zweiten Halbjahr stabilisierte sich das konjunk- turelle Umfeld, eine erste leichte Erholung setzte ein. Diese Ent- wicklung wurde vor allem durch die umfassenden Konjunktur- programme der US-Regierung und das Eingreifen der Notenbank gestützt. Insgesamt aber ist das Bruttoinlandsprodukt in den USA im Jahr 2009 um 2,5 Prozent gesunken. In Südamerika ist die Rezession mit einem leichten Minus von 0,3 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt moderat ausgefal- len. Die Industrieproduktion war um 5,5 Prozent rückläufig. Mitt- lerweile steuert die Region bereits wieder einen Erholungskurs. Die Verbesserung der wirtschaftlichen Situation lässt sich vor allem auf die Konjunkturprogramme der Regierungen zur Stüt- zung des Binnenkonsums und auf wieder ansteigende Rohstoff- preise zurückführen. Asien&Osteuropa Auch Asien wurde durch die weltweite Wirtschaftskrise getroffen. Vor allem die exportabhängigen Länder der Region litten unter dem Einbruch des Welthandels. Zudem wirkten sich die geringe- ren Auslandsinvestitionen ungünstig auf den Kontinent aus. Im globalen Vergleich zeigte sich Asien allerdings insgesamt robuster als andere Regionen und konnte bereits im ersten Halbjahr 2009 auf eine deutliche Verbesserung des konjunkturellen Umfelds ver- weisen. Dabei waren jedoch große Unterschiede zwischen den einzelnen Staaten festzustellen: Während sich die Krise in eini- gen Ländern lediglich in einer niedrigeren Wachstumsrate nie- derschlug, mussten andere – wie etwa Taiwan – einen deutlichen Rückgang ihrer Wirtschaftsleistung verkraften. In China hat die globale Rezession insbesondere zu einem Rückgang der Exporte geführt. Dies sorgte zu Beginn des Jah- res 2009 für eine Stagnation in der Wirtschaftsentwicklung des Landes, die bereits kurze Zeit später wieder von deutli- chen Wachstumsraten abgelöst wurde. Im Jahresvergleich ist die chinesische Wirtschaft mit einem Plus von 8,6 Prozent beim Bruttoinlandsprodukt erneut sehr dynamisch gewachsen. Mit 11 Prozent fiel der Anstieg der Industrieproduktion noch deut- licher aus. Chinas Erholung wurde vor allem von den staatlichen Kon- junkturprogrammen getrieben. So hat die chinesische Regie- rung beispielsweise die Binnennachfrage angekurbelt und große Summen für Investitionen in die Infrastruktur bereitgestellt. Die Region Osteuropa wurde im vergangenen Jahr von der globalen Krise voll erfasst. Zwar verzeichnen die meisten Län- der seit der zweiten Jahreshälfte 2009 ein Ende des Abschwungs oder spüren erste Anzeichen einer Verbesserung des konjunktu- rellen Klimas, insgesamt bleibt die Erholung aber hinter der glo- balen Entwicklung zurück. Auch hier sind nationale Unterschiede zu berücksichtigen: Während etwa das Bruttoinlandsprodukt der Ukraine zweistel- lig sank, konnte beispielsweise Polen ein leichtes Wirtschafts- wachstum verbuchen. Gründe für die insgesamt schwache Wirtschaftsentwicklung der Region waren beispielsweise die niedrigeren Energiepreise, die zu geringeren Exporteinnahmen geführt haben, sowie die engen Kreditbedingungen. 040 Linde Finanzbericht 2009 WEITEREANGABENKONZERNANHANGKONZERNABSCHLUSSKonzernlAGeberiCHtDIEAKTIECORPORATEGOVERNANCEDERAUFSICHTSRATDERVORSTAND KONZERNLAGEBERICHT – Gesamtwirtschaftliche Rahmenbedingungen

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