Die weltweite Finanz- und Wirtschaftskrise hat im Geschäftsjahr 2009 auch die Entwicklung des Linde Konzerns beeinflusst. Wir haben uns jedoch vergleichsweise stabil gehalten, den konjunkturbedingten Umsatz- und Ergebnisrückgang – wie an- gestrebt – begrenzen können und die operative Marge gestei- gert. Wir konzentrieren uns auf das internationale Gase- und Anlagenbaugeschäft und können auf der Grundlage unserer glo- balen Aufstellung ungünstige wirtschaftliche Rahmenbedingun- gen im Vergleich zu anderen Industriezweigen besser kompen- sieren. Dabei profitieren wir in zunehmendem Maße von unseren starken Marktpositionen in den aufstrebenden Volkswirtschaf- ten wie etwa China. Darüber hinaus zeigen sich die ersten positi- ven Effekte unseres ganzheitlichen Programms zur nachhaltigen Prozessoptimierung und Effizienzsteigerung – HPO (High Perfor- mance Organisation). Wir hatten bereits zu Beginn des Jahres 2008 damit begon- nen, dieses Konzept in der gesamten Organisation zu etablie- ren, und uns damit sehr frühzeitig auf ein schwieriges Marktum- feld eingestellt. Der Konzernumsatz ist im Geschäftsjahr 2009 im Vergleich zum Rekordwert des Vorjahres um 11,5 Prozent auf 11,211 Mrd. EUR gesunken (Vj. 12,663 Mrd. EUR). Bereinigt um Währungs- kurseffekte entspricht dies einem Rückgang um 10,4 Prozent. Aus der Beteiligung an Joint Ventures ergaben sich beteiligungs- proportionale Umsätze in Höhe von 308 Mio. EUR (Vj. 625 Mio. EUR), die gemäß unseren Bilanzierungsvorschriften nicht im Kon- zernumsatz berücksichtigt sind. Ertragslage Der Rückgang beim operativen Konzernergebnis (EBITDA) ist deut- lich geringer ausgefallen als beim Umsatz. Der Wert von 2,385 Mrd. EUR lag nur um 6,7 Prozent unter dem Vorjahr (2,555 Mrd. EUR). Damit ist es uns – trotz der globalen Wirtschaftsschwäche – gelungen, die Profitabilität weiter zu verbessern und die opera- tive Marge auf Konzernebene von 20,2 Prozent auf 21,3 Prozent zu steigern. Dabei haben wir deutlich von den positiven Effek- ten der beschleunigten und konsequenten Umsetzung des HPO- Programms profitiert, was in einigen Bereichen und Regionen auch mit Kapazitätsanpassungen verbunden war. Diese Maßnah- men zur nachhaltigen Stärkung der Effizienz haben zu einmali- gen Restrukturierungsaufwendungen in Höhe von 83 Mio. EUR geführt, die im Geschäftsjahr 2009 vollständig erfasst wurden. Unter Herausrechnung dieser Restrukturierungsaufwendun- gen hatte Linde beim operativen Konzernergebnis lediglich eine Verringerung von 3,4 Prozent zu verzeichnen. Auf dieser Basis beträgt die operative Marge sogar 22,0 Prozent. Das Ergebnis vor Steuern (EBT) lag mit 838 Mio. EUR um 168 Mio. EUR unter dem Vorjahreswert von 1,006 Mrd. EUR. Berei- nigt um die Aufwendungen für Restrukturierungsmaßnahmen in Höhe von 83 Mio. EUR sowie um die im Vorjahr erzielten Veräu- ßerungsgewinne aus dem Verkauf von Unternehmensteilen in Höhe von 59 Mio. EUR beträgt der Rückgang lediglich 26 Mio. EUR oder 2,7 Prozent. Das Ergebnis nach Steuern betrug 653 Mio. EUR (Vj. 776 Mio. EUR). Der auf die Aktionäre der Linde AG entfallende Anteil belief sich auf 591 Mio. EUR (Vj. 717 Mio. EUR). Dies entspricht einem Ergebnis je Aktie von 3,51 EUR (Vj. 4,27 EUR). Bereinigt um die Auswirkungen der Kaufpreisallokation im Zuge der BOC-Über- nahme und um die im Vorjahr erzielten Veräußerungsgewinne betrug das Ergebnis je Aktie 4,58 EUR (Vj. 5,46 EUR). Die im Jahr 2009 erfassten Restrukturierungsaufwendungen sind hierbei nicht herausgerechnet. Die nach dem Umsatzkostenverfahren aufgestellte Gewinn- und Verlustrechnung weist für das Geschäftsjahr 2009 nach Abzug der Kosten der umgesetzten Leistungen ein Bruttoergeb- nis von 3,770 Mrd. EUR (Vj. 4,014 Mrd. EUR) aus. Diese Verrin- gerung resultiert aus den Volumenrückgängen, die im Zuge der Wirtschaftskrise zu verzeichnen waren. Die Bruttomarge stieg von 31,7 Prozent auf 33,6 Prozent. Ein Grund für diesen Anstieg ist der im Vergleich zum Vorjahr geringere Anteil des Umsatzes der Engineering Division, der im Vergleich zum Gasegeschäft niedrigere Bruttomargen aufweist. Zudem konnten wir die gegenüber dem Vorjahr niedrigeren Erdgaspreise in der Gases Division ohne Margenaufschlag an unsere Kunden weiterleiten. Darüber hinaus hat sich die zügige Umsetzung unseres HPO-Pro- gramms positiv ausgewirkt. Infolge dieser Maßnahmen zur Steigerung der Effizienz konn- ten wir außerdem die Funktionskosten im Vergleich zum Vorjahr deutlich reduzieren. Dies zeigt sich insbesondere bei den Ver- waltungskosten, die um rund 100 Mio. EUR auf 994 Mio. EUR (Vj.1,092 Mrd. EUR) gesunken sind. Der Saldo aus Finanzerträgen und -aufwendungen hat sich auf –329 Mio. EUR (Vj. –385 Mio. EUR) verbessert. Dabei haben wir vor allem von dem niedrigen Zinsniveau an den Finanzmärk- ten profitiert. Der Steueraufwand hat sich gegenüber dem Vorjahr von 230 Mio. EUR auf 185 Mio. EUR reduziert. Dies entspricht einer Ertrag- steuerquote von 22,1 Prozent (Vj. 22,9 Prozent). Der geringere Aufwand resultiert im Wesentlichen aus den positiven Effekten der Auflösung von latenten Steuerverbindlichkeiten aufgrund der Anpassung von Steuersätzen. Zusätzlich konnten wir durch die weitere Reorganisation der Konzernbeteiligungsstruktur den Steueraufwand mindern. Geschäftsverlauf des Linde Konzerns 046 Linde Finanzbericht 2009 WEITEREANGABENKONZERNANHANGKONZERNABSCHLUSSKonzernlAGeberiCHtDIEAKTIECORPORATEGOVERNANCEDERAUFSICHTSRATDERVORSTAND KONZERNLAGEBERICHT – Geschäftsverlauf des Linde Konzerns
