Finanzierungsgrundsätze und ziele Ziel der externen Finanzierung und Liquiditätssicherung ist es, eine ausreichende Liquidität des Konzerns zu jeder Zeit sicher- zustellen. Die Krise an den internationalen Kapitalmärkten hat deutlich gemacht, wie wichtig die Liquiditätsorientierung für ein Unternehmen ist. Unser externer Finanzierungsspielraum wird primär durch die Kapitalmärkte und eine große, internationale Bankengruppe gewährleistet. Innerhalb des Konzerns gilt der Grundsatz der internen Finanzierung. Das heißt: Der Finanzierungsbedarf von Tochtergesellschaften wird – soweit möglich – über interne Dar- lehensbeziehungen abgedeckt. Diesem Leitgedanken entspre- chend erfolgte die Finanzierung der Tochtergesellschaften auch im Jahr 2009 hauptsächlich über die niederländische Finanzie- rungsgesellschaft Linde Finance B. V. und die Linde AG. Diese zentrale Finanzierung ermöglicht ein einheitliches Auftreten an den Kapitalmärkten und stärkt unsere Verhandlungsposition gegenüber Kreditinstituten und anderen Marktteilnehmern. Die Konzerngesellschaften nutzen entweder Liquiditätsüber- schüsse anderer Unternehmenseinheiten in so genannten Cash Pools (Deutschland, Großbritannien, Frankreich, Italien, Schweiz, Skandinavien/Baltikum, USA, Benelux-Länder, China, Australien und weitere asiatische Länder) oder werden mit Konzerndarle- hen von der Linde Finance B.V. oder der Linde AG ausgestattet. Daneben vereinbart das Konzern-Treasury vereinzelt auch Kre- ditlinien mit lokalen Banken, um rechtlichen, steuerlichen oder sonstigen Gegebenheiten Rechnung zu tragen. Lokale Finanzie- rungen werden vor allem für geringe Volumina oder besondere Projekte eingesetzt. Stand des syndizierten Kredits Die Nettofinanzschulden, die im Zuge der BOC-Akquisition im Jahr 2006 deutlich angestiegen waren, wurden zum Jahresende 2009 weiter auf 6,119 Mrd. EUR (Vj. 6,423 Mrd. EUR) zurückgeführt. Im Zuge der Refinanzierung der BOC-Akquisition haben wir die syndizierte Kreditfazilität (Term Loan, siehe Glossar) in Höhe von ursprünglich 8,9 Mrd. GBP inzwischen auf umgerechnet rund 500 Mio. EUR (Vj. 900 Mio. EUR) reduziert. Die ebenfalls syndi- zierte revolvierende Fazilität über 2 Mrd. EUR (Revolver, siehe Glossar) ist derzeit ungenutzt und dient auch als Back-up für unser Commercial-Paper-Programme (siehe Glossar) über 1 Mrd. EUR. Zum Jahresende 2009 waren rund 145 Mio. EUR von der Linde Finance B.V. begebene Commercial Papers ausstehend. Beide Kreditfazilitäten haben eine Laufzeit bis 2011. ForwardStartKreditfazilität Zur weiteren Erhöhung der Finanzierungsflexibilität haben wir im Juni des abgelaufenen Geschäftsjahres eine neue, zweijäh- rige revolvierende Kreditlinie in Höhe von 1,6 Mrd. EUR abge- schlossen. Diese so genannte Forward-Start-Kreditlinie wird ab 2011 verfügbar sein und an die bestehende revolvierende Kre- ditfazilität des Konzerns anschließen, die im März 2011 ausläuft. Die Transaktion wurde von Linde selbst arrangiert. Sie erfolgte im Rahmen eines so genannten Club Deals; mehr als 20 der natio- nal und international wichtigsten Banken von Linde waren daran beteiligt. Mit der neuen Kreditlinie hat sich Linde eine solide all- gemeine Liquiditätsreserve bei Banken gesichert. Kapitalmarktaktivitäten Auch im Jahr 2009 haben wir die Kapitalmärkte erfolgreich genutzt, um das Fristigkeitenprofil unserer Finanzschulden zu ver- bessern und damit die langfristige Finanzierung unseres Unter- nehmens sicherzustellen. Unter dem 10-Mrd.-EUR-Debt-Issuance-Programm (siehe Glossar) standen insgesamt 3,9 Mrd. EUR (Vj. 3,5 Mrd. EUR) an Emissionen in verschiedenen Währungen aus. Im abgelaufenen Geschäftsjahr haben wir neue Anleihen in Höhe von insgesamt 327 Mio. EUR sowie 400 Mio. USD am Markt platziert. Im November 2009 hat Linde eine fünfjährige Eurodollar- Anleihe über 400 Mio. USD mit einem Zinscoupon von 3,625 Prozent begeben. Die Emission diente der Refinanzierung eines Teils des syndizierten Kredits in US-Dollar und damit der wei- teren Optimierung des Fälligkeitenprofils. Die Emission, die auf eine positive Resonanz stieß, war Lindes erster Auftritt im Euro- dollar-Markt überhaupt. Sie knüpfte nahtlos an die erfolgreiche Finanzierungsstrategie des Unternehmens an, auf eine breite Basis von Finanzierungsquellen und -instrumenten zu setzen. Die Anleihe wurde unter dem Debt-Issuance-Programm bege- ben und ist an der Luxemburger Börse gelistet. Finanzierung und Liquiditätssicherung 063Linde Finanzbericht 2009 WEITEREANGABENKONZERNANHANGKONZERNABSCHLUSSKonzernlAGeberiCHtDIEAKTIECORPORATEGOVERNANCEDERAUFSICHTSRATDERVORSTAND KONZERNLAGEBERICHT – Finanzierung und Liquiditätssicherung
