Report-Investor: Linde AG - Geschäftsbericht - 2- 2009

Linde Konzern Als produzierendes Technologieunternehmen hat die Linde Group im Geschäftsjahr 2009 auf den unterschiedlichen Märkten welt- weit ca. 8,2 Mrd. EUR (Vj. ca. 9,2 Mrd. EUR) für Beschaffung aufge- wendet. Davon entfielen rund 7 Mrd. EUR auf die Gases Division, 1,2 Mrd. EUR auf die Engineering Division. Gases Division Der Einkauf in unserem Gasegeschäft deckt verschiedenste Berei- che ab. Er umfasst unter anderem Energie, Gase, Gasflaschen und Ventile, Tanks und Tankausrüstungen, Fahrzeuge vom Lkw bis zum Pkw, Healthcare-Equipment, Teile für Großanlagen und kleinere Komplettanlagen sowie IT-Hard- und -Software und diverse Dienst- leistungen. Im Berichtsjahr 2009 konnten wir unsere anspruchsvollen Ein- kaufsziele erreichen und das Vorjahresniveau übertreffen. Dieser Erfolg ist zum einen auf die konsequente Umsetzung der Maß- nahmen zur nachhaltigen Prozessoptimierung und Effizienzstei- gerung (HPO=High Performance Organisation) zurückzuführen. Zum anderen haben wir von der rückläufigen Preisentwicklung auf den Beschaffungsmärkten profitiert. Weitere Erfolgsfaktoren lagen in der Standardisierung der eingekauften Produkte und Dienstleistungen, die zu einer erhöh- ten Bündelung der Bedarfe und somit zu positiven Skaleneffek- ten führten. Zusätzlich zur Erreichung der Finanzziele lag der Schwerpunkt der Einkaufsaktivitäten im vergangenen Geschäftsjahr auf der Absicherung der Bedarfe, da Lieferanten im Zuge der weltweiten Finanzkrise zunehmend unter Druck gerieten. Wir haben frühzei- tig alternative Lieferquellen aufgebaut und konnten so eine kon- tinuierliche Versorgung sicherstellen. Darüber hinaus war es unser Ziel, Maßnahmen zur Verbes- serung des Cash Flows umzusetzen. Hierbei konzentrierten sich unsere Aktivitäten auf die Prozessoptimierung der Lieferanten- rechnungen und die Verbesserung der Lagerbestände – unter Gewährleistung der Versorgungssicherheit. Mit unseren kontinuierlichen, weltweiten HPO-Aktivitäten streben wir auch im Einkauf ein Leistungsniveau an, das uns zukünftig nachhaltige, positive Kosten- und Cash-Flow-Effekte sichert. Dies gilt sowohl für die Ausgabenseite als auch bei den Prozessen. Zudem wollen wir weiterhin marktgerechte Einkaufs- preise erzielen. Mit Hilfe unserer so genannten Einkaufs-Scorecard (siehe Glossar), die wir im Jahr 2007 weltweit eingeführt haben, wer- den wir zusätzliche Verbesserungspotenziale identifizieren, nachhaltig wirkende Optimierungsmaßnahmen ergreifen und deren Erfolg messen. Engineering Division Im Berichtszeitraum 2009 hat sich der Trend zu sinkenden Prei- sen für Rohstoffe, Halbfertigerzeugnisse und Fertigprodukte, der sich bereits im dritten Quartal 2008 abgezeichnet hatte, fortge- setzt. Die Stahlpreise erreichten im zweiten Quartal ihren Tief- punkt, stiegen leicht im dritten Quartal, bevor sie sich dann zum Ende des Jahres 2009 auf einem Niveau einpendelten, das mit dem Jahr 2006 vergleichbar ist. Etwas unterschiedlich verlief die Preisentwicklung im Bereich der Fertigprodukte. Bis zur Jahresmitte zeigte sich das Preisni- veau für Maschinen aufgrund der guten Auslastung der Lieferan- ten noch vergleichsweise konstant. In der zweiten Jahreshälfte war jedoch ein spürbarer Preisverfall zu beobachten. Im Bereich Apparatebau und Elektrotechnik hatte der Preisverfall vor dem Hintergrund fehlender Auslastung bereits im ersten Quartal ein- gesetzt. Die Märkte haben sich somit von einem Verkäufermarkt zurückentwickelt zu einem Käufermarkt. Die sinkenden Preise der wesentlichen Ausrüstungsteile für unser Anlagenbaugeschäft haben im Geschäftsjahr 2009 zu zusätzlichen Einkaufserfolgen geführt. Für das laufende Jahr 2010 rechnen wir mit leicht steigenden Preisen, die allerdings unter dem Niveau von 2008 liegen werden. Im Bereich Montagedienstleistungen hat sich das Umfeld im Jahr 2009 etwas entspannt. Im Zuge der rückläufigen Investiti- onsneigung im industriellen Anlagenbau stehen mehr Monta- gekapazitäten zur Verfügung als in den Vorjahren. Für die Bear- beitung unserer Montageverträge konnten wir auf bekannte Montagekontraktoren zurückgreifen und damit mögliche Risiken verringern. Im Jahr 2008 haben wir das Projekt SCALE gestartet. Ziel die- ser Initiative ist es, durch ein höheres Maß an Standardisierung die Wettbewerbsfähigkeit unserer Gases Division im Bereich Luftzerlegungs-Anlagen nachhaltig zu stärken. Dieses Projekt ging im Berichtszeitraum in die Umsetzung. Durch entsprechende Vorarbeiten im Detail Engineering haben wir die Beschaffungsstrategie so ausgerichtet, dass wir längerfristige vertragliche Bindungen mit unseren Lieferanten eingehen können. So wurden beispielsweise für erfolgskriti- sche Komponenten so genannte „Strategic Supplier Alliances“ mit Schlüssellieferanten geschlossen. Diese Vereinbarungen, die über einen klar definierten Zeitraum laufen, verpflichten zur gegenseitigen Kooperation – insbesondere bei der Kostenredu- zierung – und haben für alle Gesellschaften unseres Anlagen- baus weltweite Gültigkeit. Darüber hinaus haben wir globale Rahmenverträge mit Lie- feranten vereinbart, insbesondere im Bereich Instrumentierung, sowie lokale Rahmenverträge für solche Ausrüstungsteile, bei denen die Transportkosten ein wesentlicher Kostenfaktor sind. Für hochpreisige, jedoch weniger erfolgskritische Ausrüstungs- teile wurde ein Programm zum „Sourcing in Best Cost Countries“ Beschaffung 066 Linde Finanzbericht 2009 WEITEREANGABENKONZERNANHANGKONZERNABSCHLUSSKonzernlAGeberiCHtDIEAKTIECORPORATEGOVERNANCEDERAUFSICHTSRATDERVORSTAND KONZERNLAGEBERICHT – Beschaffung

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