einer Tochtergesellschaft der Vattenfall Energy Group, ein neues Konzept zur Entfernung von Stick- (NOX) und Schwefeloxiden (SOX) aus Kraftwerksabgasen erarbeitet, das an dem kohlege- feuerten Oxyfuel-Pilotkraftwerk in Schwarze Pumpe, Branden- burg, Deutschland, getestet werden soll. Auch dieses Verfahren trägt dazu bei, die Rauchgasreinigung effizienter zu gestalten. Daneben unterstützt Linde den Testbetrieb in Schwarze Pumpe weiterhin in den Bereichen Sauerstoffversorgung, CO2-Reinigung und -Verflüssigung. Die Linde Tochtergesellschaft Linde-KCA-Dresden (LKCA) hat eine Studie über die Errichtung von weiteren Demonstra- tionsanlagen für Oxyfuel- und Post-Combustion-Technologien am Vattenfall-Standort Jänschwalde (Deutschland) erfolgreich abgeschlossen. Dabei wurde vor allem der Wirkungsgrad der innovativen Kraftwerkstechnologie untersucht. Für das von RWE geplante Integrated-Gasification-Combined-Cycle(IGCC)- Kraftwerk inklusive CO2-Abtrennungstechnologie (Carbon Cap- ture and Storage – CCS) haben wir eine Studie zum Umgang mit dem abgetrennten CO2 erstellt. Die Verfahren zur CO2-Abtrennung entfalten ihren vollen Bei- trag zum Klimaschutz erst, wenn auch die Möglichkeiten einer dauerhaften und gefahrlosen CO2-Speicherung besser erforscht sind. Seit 2007 ist Linde an dem Forschungsprojekt „CO2SINK“ des GeoForschungsZentrums (GFZ) Potsdam beteiligt. In Ket- zin, Deutschland, konnten seitdem mehr als 20.000 Tonnen CO2, das von Linde geliefert wurde, unter Tage gebracht werden. Die Projektpartner haben so bereits wichtige Erkenntnisse über die Speicherbarkeit von CO2 in geeigneten geologischen Formatio- nen gewonnen. Bei der so genannten Direktreduktion von Eisenerz, einer CO2-ärmeren Alternative zum klassischen Hochofen, werden große Mengen Synthesegas benötigt. Für dessen Erzeugung ent- wickelt unser Anlagenbaubereich derzeit einen neuen Reaktor- typ, der die spezifische Produktionsleistung der partiellen Oxida- tion (siehe Glossar) deutlich steigern soll. Die neue Technologie, für die ein spezieller Brenner entwickelt wurde, haben wir im Berichtsjahr erstmals bei Versuchen für ein Stahlforschungsins- titut in einer Linde-eigenen Pilotanlage eingesetzt. Vor dem Hintergrund sich global verknappender Rohstoffres- sourcen ist darüber hinaus die Untersuchung alternativer, nach- haltiger Energieerzeugungspfade für Linde ein unverändert wichtiger Entwicklungsbereich. Die Pilotanlage für Biokraftstoffe der zweiten Generation in München, Deutschland, hat im Frühjahr 2009 ihren Betrieb auf- genommen. Bei dieser neuen Anlage werden als Rohstoffe aus- schließlich zellulosehaltige Abfallstoffe und Nebenprodukte ein- gesetzt, die nicht für die menschliche Ernährung geeignet sind, z.B. Stroh, Gräser und Holzreste. Die Pilotanlage dient als Basis für die weitere Maßstabsvergrößerung der Technologie in kom- merziellen Großanlagen. Im November 2009 haben Linde und das US-Unternehmen Algenol Biofuels LLC ein gemeinsames Entwicklungsprojekt für ein mög- lichst effizientes Kohlendioxid(CO2)- und Sauerstoff(O2)-Manage- ment für Algenols Algen-Photobioreaktor-Technologie vereinbart. Im Rahmen dieser Kooperation werden die Partner kosteneffizi- ente Technologien für Algenols geschützten Prozess zur Gewin- nung von Biotreibstoffen der dritten Generation entwickeln. Dabei geht es vor allem um die Abtrennung, den Transport und die Ver- sorgung mit CO2 sowie die Entfernung von Sauerstoff aus dem Algen-Photobioreaktor. Die Grundlage dieser Forschungskoope- ration ist ein von Algenol Biofuels gemeinsam mit anderen Part- nern entwickeltes Verfahren, mit dem Bioethanol sowie andere Biotreibstoffe oder Biochemikalien direkt aus Algen, CO2, Salzwas- ser und Sonnenlicht in Photobioreaktoren erzeugt werden kön- nen. Diese so genannten Biotreibstoffe der dritten Generation beanspruchen keine landwirtschaftlich nutzbaren Flächen, ihre Gewinnung verbraucht kein Süßwasser. Wir beteiligen uns darüber hinaus an der Entwicklung moder- ner Bioraffinerien, insbesondere zur Herstellung von Chemiezwi- schenprodukten. In diesen Anlagen werden biotechnologische Prozessschritte mit denen einer klassischen Chemieproduktion umweltfreundlich und energieschonend kombiniert. Nach intensiven Vorarbeiten hat unsere Tochtergesellschaft LKCA im Dezember 2009 im Rahmen einer EU-weiten Ausschrei- bung den Zuschlag als Generalunternehmer für das Chemisch- Biotechnologische Prozesszentrum (CBP) der Fraunhofer-Gesell- schaft in Leuna, Deutschland, erhalten. LKCA ist für die Planung, die Lieferung und die Errichtung der gesamten technischen Anla- gen zuständig. Mit seinen verschiedenen Prozessmodulen zur Nutzung nachwachsender Rohstoffe schlägt das CBP die Brü- cke zwischen Forschung und Wissenschaft und der praxisnahen Umsetzung der industriellen Biotechnologie in den großtechni- schen Maßstab. Linde ist sowohl an der Umsetzung als auch an den zukunftsweisenden Forschungsprojekten des neuen Zen- trums direkt beteiligt. Forschungsgegenstand sind unter ande- rem neue Verfahren zu optimierten Enzymen für die Lebensmit- telproduktion, Biokunststoffe aus Abfällen der Landwirtschaft, aber auch Chemierohstoffe wie z.B. Bioethylen aus nachwach- senden Ressourcen. Die Oligomerisierung (siehe Glossar) von Ethylen zu linearen Alpha-Olefinen (LAO) ist bereits seit einigen Jahren ein wich- tiger Forschungsbereich in unserer Engineering Division. Die erste großtechnische Produktionsanlage nach dem so genannten α-SABLIN®-Verfahren (siehe Glossar), das in Zusammenarbeit mit SABIC (Saudi Basic Industries Corporation) entwickelt wurde, konnte 2009 am Standort Al-Jubail in Saudi-Arabien kommerziali- siert werden. LAO werden zur Herstellung von Kunststoffen, von synthetischen Schmierölen und Detergenzien wie Shampoos und Waschmitteln benötigt. Da in einer LAO-Anlage Ethylen als Ein- satzstoff verwendet wird, stellt die α-SABLIN®-Technologie eine zukunftsträchtige Ergänzung unserer Produktpalette dar. 071Linde Finanzbericht 2009 KONZERNLAGEBERICHT – Forschung und Entwicklung WEITEREANGABENKONZERNANHANGKONZERNABSCHLUSSKonzernlAGeberiCHtDIEAKTIECORPORATEGOVERNANCEDERAUFSICHTSRATDERVORSTAND
