ken von Forderungen im operativen Geschäft aufgrund einer sich verschlechternden Zahlungsfähigkeit unserer Kunden (Adress- ausfallrisiko). Durch die hohe Volatilität an den Finanzmärkten ist eine präzise Bewertung der zukünftigen Vermögens-, Finanz- und Ertragslage der Linde Group auch weiterhin schwierig. Der Linde Konzern ist in vielen Ländern und Regionen als Lie- ferant für nahezu alle Industriebereiche tätig. Hierdurch kön- nen wir die negativen Auswirkungen des weltweiten Nachfra- gerückgangs auf unsere Wachstumsziele zwar nicht verhindern, aber doch abschwächen. Diese Risikostreuung trifft auch für das Adressausfallrisiko zu. Darüber hinaus arbeitet die Linde Group grundsätzlich mit Vertragspartnern guter Bonität zusammen. Ihre Bonität wird laufend überwacht und unterliegt klar definierten Limits. Allerdings ändern sich Bonitätseinschätzungen seit dem Ausbruch der Wirtschaftskrise sehr schnell. Es kann daher trotz der Überwachung zu Ausfällen oder Zahlungsverzug bei unseren Vertragspartnern kommen. Die Konzentration auf die Geschäftsfelder Gase und Anla- genbau, bei denen Veränderungen von bestimmten wirtschaft- lichen Rahmenbedingungen zum Teil gegenläufige Auswirkun- gen auf die Umsatz- und Ertragssituation haben, ist ein weiterer Beitrag zur Minderung der Auswirkungen von Konjunkturzyklen auf unser Unternehmen. Des Weiteren haben wir bereits im Geschäftsjahr 2008 Pro- gramme zur Kosteneinsparung und Effizienzsteigerung unserer Prozesse gestartet, die in den nächsten Jahren ihre volle Wirk- samkeit entwickeln werden. Aufgrund des Wettbewerbs besteht das Risiko des Verlusts von Marktanteilen und des Bekanntheitsgrads. Wir begegnen diesem Risiko durch eine kontinuierliche Analyse unseres Markt- umfelds und unserer Konkurrenzsituation. Stetiger Kundenkon- takt und die daraus resultierende Marktnähe liefern uns wich- tige Informationen über die Anforderungen unserer Kunden. Die gewonnenen Informationen ermöglichen uns, bedarfsgerechte Produkte zu entwickeln und anzubieten sowie unsere Wettbe- werbsposition und unseren Bekanntheitsgrad weiter zu verbes- sern. Risiken in politisch instabilen Ländern Die Linde Group ist ein global operierender Konzern, der weltweit in rund 100 Ländern tätig ist. Mögliche Länderrisiken, denen wir dabei ausgesetzt sind, umfassen die Verstaatlichung oder Enteig- nung von Wirtschaftsgütern, rechtliche Risiken, Kapitaltransfer- verbot, Ausfall von Forderungen aus Lieferungen und Leistungen gegenüber staatlichen Institutionen, Krieg sowie sonstige Unru- hen. Um diese Risiken managen zu können, haben wir Instrumente etabliert, die das Risiko-Exposure des Konzerns in Bezug auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage bewerten und eine risiko- optimierte Finanzierung über Ländergrenzen hinweg sicherstellen. Gleichzeitig werden einzelne Investitionsvorhaben unter Berück- sichtigung politischer Risiken bewertet. Auf Basis der Bewer- tung werden die Risiken gegebenenfalls mit Bundesgarantien für Direktinvestitionen im Ausland, speziellen Versicherungslösungen oder ähnlichen am Markt verfügbaren Instrumenten abgesichert. Entsprechend werden Ausfallrisiken für Exportgeschäfte bewer- tet und gegebenenfalls durch Absicherungsinstrumente wie bei- spielsweise Hermes-Bürgschaften begrenzt. Externe Risiken Wie für alle Unternehmen stellen potenzielle Umbrüche im politi- schen, rechtlichen und gesellschaftlichen Umfeld ein grundsätz- liches Risiko dar. Ebenso besteht in Form von Naturkatastrophen, Pandemien oder terroristischen Handlungen eine theoretische Gefahr für die Finanz- und Ertragslage des Unternehmens. Diese Risiken, die teilweise durch Versicherungen gedeckt sind, werden durch unser Business Continuity Management adressiert. In den Business Units werden unter Anleitung der konzernübergreifen- den Funktion SHEQ (Safety, Health, Environment, Quality=Sicher- heit, Gesundheit, Umwelt, Qualität) lokale Notfallpläne weiterent- wickelt, um die möglichen Folgen gravierender Ereignisse durch schnelles und effektives Handeln so weit als möglich zu mini- mieren und die Rückkehr zum Normalbetrieb auch im Fall von sehr unwahrscheinlichen schweren Schäden oder Ereignissen so schnell wie möglich sicherzustellen. In Bezug auf die globale Pan- demie H1N1 (2009), auch bekannt als Schweinegrippe, entwi- ckelte und aktivierte der Linde Konzern einen Vorsorgeplan, der die kritischen Bereiche für unsere Geschäftstätigkeit in unseren diversen Geschäftsfeldern berücksichtigt. Die Aufrechterhaltung unserer Lieferfähigkeit in jedem Land, insbesondere zu unseren Kunden, die einer kritischen Infrastruktur angehören, steht hier- bei im Mittelpunkt. Gleichzeitig stellen wir für unsere Mitarbei- ter Leitlinien zur Verfügung, damit sie sich am Arbeitsplatz und zu Hause vor einer Infektion schützen können. Als Ergebnis unseres Pandemie-Risikomanagements wurde unsere Geschäftstätigkeit durch die Pandemie nicht negativ beeinflusst und wir hatten kei- nen wesentlichen Anstieg des Krankenstands bei unseren Mitar- beitern zu verzeichnen. Strategierisiko Der Linde Konzern hat eine langfristige Wachstumsstrategie ent- wickelt. In regelmäßigen Sitzungen bewerten der Vorstand und der Aufsichtsrat sowie Führungskräfte der Linde AG diese Strate- gie und leiten, sofern notwendig, korrigierende Maßnahmen ein. Zudem beobachten wir insbesondere auch die Entwicklung der weltwirtschaftlichen Lage, um gegebenenfalls die Schritte zur Umsetzung der Strategie z.B. hinsichtlich ihrer zeitlichen oder geografischen Dimension an eventuell neue weltwirtschaftliche Rahmenbedingungen anzupassen. Im Berichtsjahr gab es keine Änderungen der Wachstums- strategie oder der Standortentscheidungen, aus denen ein ver- ändertes Strategierisiko resultiert. 083Linde Finanzbericht 2009 KONZERNLAGEBERICHT – Risikobericht WEITEREANGABENKONZERNANHANGKONZERNABSCHLUSSKonzernlAGeberiCHtDIEAKTIECORPORATEGOVERNANCEDERAUFSICHTSRATDERVORSTAND
