Report-Investor: Linde AG - Geschäftsbericht - 2- 2009

Pensionsrisiken In bestimmten Ländern haben Unternehmen der Linde Group im Rahmen von betrieblichen Pensionsplänen ihren Mitarbeitern Leistungszusagen (so genannte Defined Benefits) ausgespro- chen. Je nach Ausgestaltung der Pensionspläne handelt es sich um Einmalzahlungen oder lebenslange Renten mit variabler oder an die Inflation gebundener jährlicher Erhöhung. Hieraus ergeben sich für die Linde Group Risiken aus unerwarteter Inflation oder Zunahme der Langlebigkeit. Die Höhe der Verpflichtung ist ein versicherungsmathemati- scher Zeitwert aller Pensionszusagen und wird etwa durch die Defined Benefit Obligation (DBO) nach IFRS ausgedrückt. Die Höhe der Verpflichtung unterliegt jährlichen Schwankungen der Bewertungsannahmen, insbesondere der Diskontrate und Infla- tionsannahme. Hieraus ergeben sich wiederum Zins- und Infla- tionsrisiken. In den meisten Pensionsplänen wird die Verpflichtung durch separierte Vermögen gedeckt. Die Höhe der Pensionsvermögen unterliegt Marktwertschwankungen der jeweiligen Assets, etwa Anleihen oder Aktien. Hieraus ergeben sich Marktrisiken, insbe- sondere Zins-, Spread- und Aktienrisiken. Die Risiken für Pensionsverpflichtung auf der einen und Pen- sionsvermögen auf der anderen Seite werden von der Linde Group regelmäßig quantifiziert und evaluiert. Dabei besteht ein natürliches Spannungsfeld zwischen weitgehender Reduk- tion des Risikos und der langfristigen Erzielung der notwendi- gen Rendite auf das Vermögen, um mit dem Wachstum der Ver- pflichtung Schritt zu halten. Als Leitlinie hat der Vorstand ein globales Risikobudget beschlossen. Maßnahmen zur Anpassung des tatsächlichen Risi- kos werden vom Global Pension Committee koordiniert und in den lokalen Pensionsplänen umgesetzt. Risiken aus Akquisitionen und Investitionen Akquisitions- und Investitionsprojekte sind für das zukünftige Wachstum des Unternehmens sehr wichtig, aber auch mit kom- plexen Risiken behaftet. Diese Risiken werden durch maßge- schneiderte Abläufe und Verfahren im Rahmen der Akquisitions- und Investitionsprojekte gesteuert und reduziert. Bereits im Vorfeld lassen wir Risiken durch interne und externe Experten überprüfen. Zudem werden in regelmäßigen Abständen Akquisitionen und (Des-)Investitionen in unserem Investitions-Komitee bzw. im Vorstand erörtert. Hierbei prüfen wir insbesondere die Annahmen und die Wirtschaftlichkeit sowie geschäftsspezifische Risiken sorgfältig. Dabei bewerten wir in Zusammenarbeit mit internen und externen Experten unter ande- rem das Länder-/Währungsrisiko, das Rating von Einzelkunden, die Entwicklung der lokalen (Gase-)Märkte sowie die zugrunde liegenden Vertragsbedingungen. Die Linde Group hat im vergangenen Geschäftsjahr verschie- denste Unternehmenskäufe und -verkäufe getätigt. Die getätig- ten Unternehmenskäufe sind das Ergebnis gezielter Maßnahmen zur Stärkung unseres Kerngeschäfts. Die Investitionen konzen- trierten sich auf Bereiche, die Chancen auf überproportionales Wachstum bieten und die Ertragskraft und Wettbewerbsfähigkeit des Konzerns nachhaltig erhöhen. Innovationsrisiken Innovationsstärke ist für ein Technologieunternehmen wie Linde ein wesentlicher Erfolgsfaktor. Neben der Verbesserung beste- hender Kundenprozesse konzentrieren sich unsere Forschungs- und Entwicklungsaktivitäten auch auf völlig neuartige Techno- logien und Gaseanwendungen, die die Basis für den künftigen Geschäftserfolg darstellen können. Wir konzentrieren uns hier- bei auf die Wachstumsbereiche wie Energie/Umwelt, Metallurgie, Pharmazie, Lebensmittel, Gesundheit und neue Materialien. Im Bereich Energie beispielsweise bildet die Wasserstoff-Technologie einen Schwerpunkt der Forschungs- und Entwicklungstätigkeit mit einem hohen Innovationsgrad. Bei der Stahlherstellung und beim Recycling von Metallen, wo es um die Reduzierung von Emissio- nen von Kohlendioxid und Stickoxiden geht, finden unsere Ent- wicklungsarbeiten oft direkt an den Anlagen von Kunden statt und greifen unmittelbar in den Produktionsprozess ein. Im Lebensmit- telbereich und in der pharmazeutischen Industrie müssen unsere innovativen Lösungen die hohen Hygieneanforderungen erfül- len und den Richtlinien des Arzneibuchs entsprechen. Im Bereich neuer Materialien werden die Anwendungsbereiche der Materi- alforschung wie der Nanotechnologie auf die Aufgabengebiete von Linde erforscht. Innovative Projekte unterscheiden sich von gewöhnlichen Investitionsvorhaben durch ihre Neuartigkeit und damit durch zusätzliche Risiken. Je höher der Innovationsgrad eines Projek- tes ist, umso höher ist auch die damit verbundene Unsicher- heit. Trotz der großen Wachstumschancen, die sich aus den For- schungsbereichen von Linde ergeben können, besteht wegen der hohen Komplexität und Dynamik sowohl bei den Technolo- gien als auch bei den Märkten das Risiko, dass Projekte aus tech- nologischen, wirtschaftlichen, rechtlichen oder sicherheitstech- nischen Gründen nicht fortgeführt werden können. Umgekehrt besteht auch das Risiko, dass unsere Wettbewerber neue Tech- nologien früher oder nachhaltiger entwickeln und an den Markt bringen und so eine Bedrohung unserer Kerntechnologien dar- stellen. Wir begegnen diesem Risiko auf vielfältige Weise. Die kon- zernweite Global Support Function Innovationsmanagement beobachtet die Märkte und überprüft ständig, ob die Projekte innerhalb der Linde Group zu unserer Gesamtstrategie passen und das Potenzial haben, zukünftige Gewinne zu realisieren. Ebenso findet hier ein systematisches Scanning von Zielgebie- ten statt, um Bedrohungsszenarien für das eigene Kerngeschäft frühzeitig zu erkennen und zu begegnen. Hier werden verstärkt Tools und Prozesse mit dem so genannten Open-Innovation- 085Linde Finanzbericht 2009 KONZERNLAGEBERICHT – Risikobericht WEITEREANGABENKONZERNANHANGKONZERNABSCHLUSSKonzernlAGeberiCHtDIEAKTIECORPORATEGOVERNANCEDERAUFSICHTSRATDERVORSTAND

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