Report-Investor: Linde AG - Geschäftsbericht - 2- 2009

Ansatz eingesetzt. Da im Prinzip die eigenen Entwicklungsres- sourcen immer beschränkt sind, wird bei diesem Ansatz gezielt auf Netzwerke für externe Entwicklungen zurückgegriffen. Ein weiterer Ansatz ist die Bündelung von Entwicklungska- pazitäten. In unserer Global Business Unit Healthcare beispiels- weise haben wir die Expertise von Linde bei medizinischen Gasen in einer starken Innovations- und Entwicklungseinheit zusammengefasst. Die Anwendungsentwicklung in der Gases Division stellt über globale Expertenteams sicher, dass unsere Entwicklungsprojekte am heutigen und zukünftigen weltweiten Bedarf der verschiede- nen Industrien ausgerichtet sind. Ein stringenter Entwicklungs- prozess mit definierten Meilensteinen identifiziert so früh wie möglich Zielabweichungen und veranlasst entsprechende Kor- rekturmaßnahmen. Zudem werden die laufenden Projektkosten und Projektziele kontinuierlich überwacht. So ist etwa bei unse- rer Engineering Division ein permanentes Controlling eingerich- tet, das sicherstellt, dass die Projekte im vorgegebenen Zeitrah- men den geplanten wirtschaftlichen Erfolg erzielen und es zu keinen unerwarteten Budgetüberschreitungen kommt. Einen weiteren Beitrag bildet die Teilnahme an der Arbeit von Normungsgremien und Verbänden in vielen relevanten Indus- triegremien, beispielsweise im Bereich der Wasserstoff-Tech- nologie. Damit wirken wir aktiv an der Entwicklung zukünftiger Standards mit, deren Einhaltung eine Voraussetzung für die Ver- marktung der Innovationen bilden kann. Beschaffungsrisiken Die zuverlässige Verfügbarkeit der von uns beschafften Produkte und Dienstleistungen in geeigneter Qualität, Menge und zu markt- gerechten Preisen ist ein entscheidender Erfolgsfaktor für die Geschäftsbereiche. Zur Risikominderung verfolgt der Zentrale Einkauf eine kon- zernübergreifende Portfoliostrategie. Diese Strategie ist nach definierten Materialgruppenfamilien organisiert, mit deren Hilfe alle Produkte und Dienstleistungen kategorisiert werden. Jede Materialgruppe wird in Bezug auf Liefersicherheit, Abhängigkeit und Lieferantenportfolio geprüft. Basierend auf dieser Analyse entwickeln wir Einkaufsstrategien, die das Beschaffungs- und Kostenrisiko minimieren. Ein Beispiel hierfür ist das so genannte Single Sourcing, das wir mit der systematischen Entwicklung alternativer Lieferquellen reduzieren. Um die vorhandenen Kenntnisse über die lokalen Märkte in die Entwicklung der Ein- kaufsstrategien zu integrieren, sind die regionalen Einkaufsorga- nisationen in den Prozess eingebunden – und zwar von der Ent- wicklung der Strategie bis zur landesspezifischen Umsetzung. Unterstützend werden zentral geführte Best-Practice-Metho- den und Instrumente zur Lieferantenauswahl und -bewertung konzernweit angewendet. Produktrisiken Möglichen Produktrisiken, wie beispielsweise Haftungsansprü- chen oder Reputationsschäden aufgrund von Produktmängeln, werden wir durch die hohe Qualität und Sicherheit unserer Pro- dukte, unserer Produktinformationen sowie unserer Dienstleistun- gen gerecht. Um sichere Produkte zu gewährleisten, orientiert sich unser Risikomanagement an dem Konzept der ganzheitli- chen Produktverantwortung („Product Stewardship“). Die mögli- chen Gefahren und Risiken, die von einem Produkt während sei- nes gesamten Lebenszyklus für Mitarbeiter, Nachbarn, Kunden oder die Umwelt ausgehen können, werden analysiert und das jeweilige Risikopotenzial entsprechend ermittelt. Wir treffen die entsprechenden Maßnahmen, um die ermittelten Risiken zu ver- meiden oder, wo dies nicht möglich ist, auf ein akzeptables Maß zu reduzieren. Product Stewardship beginnt bereits beim Einkauf wichtiger Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffe und von Dienstleistun- gen. Wir entscheiden uns ausschließlich für solche Lieferanten, die den Gebieten Arbeitssicherheit, Gesundheits- und Umwelt- schutz sowie Qualität einen ebenso hohen Stellenwert wie wir einräumen und dies zum Beispiel durch ein integriertes Manage- mentsystem belegen können. Auch unsere Kunden beziehen wir in unser Product Steward- ship ein. In der Gases Division führen wir bei kritischen Pro- dukten so genannte Kunden-Screenings durch. Diese Abfragen haben das Ziel, die Risiken, die im Umgang mit unseren Gasen oder Chemikalien durch unsachgemäße Anwendung auftreten können, zu minimieren. Wir liefern unseren Kunden diese Pro- dukte nur dann aus, wenn sie vorab nachweisen können, dass sie einen sachgemäßen Einsatz der Gase garantieren und alle erforderlichen Sicherheitsstandards erfüllen können. Unsere Produktinformationen verbessern wir kontinuierlich unter Berücksichtigung nationaler und internationaler Richtlinien wie REACH und Globally Harmonized System of Classification and Labelling of Chemicals (GHS). Treten trotz aller Vorsorgemaßnahmen Probleme, beispiels- weise mit einer Gasflasche, auf, stehen unsere Notfallteams zur Unterstützung bereit. Produktionsrisiken Eine Betriebsunterbrechung in einem unserer Hauptwerke oder bei unseren On-site-Anlagen beim Kunden über einen längeren Zeitraum könnte die Ertragslage und die Reputation des Unter- nehmens negativ beeinflussen. Dies gilt insbesondere, wenn die Betriebsunterbrechung durch einen Unfall verursacht wird, bei dem es zusätzlich zu Personen- oder Umweltschäden kommt. Priorität haben daher bei Linde Maßnahmen, die eine Betriebsunterbrechung vermeiden. Hierzu zählt insbesondere eine präventive Anlagenüberwachung und -wartung und die Vorhaltung von strategischen Ersatzteilen. Sollte trotz dieser Vermeidungsstrategien dennoch eine Betriebsunterbrechung auftreten, verfügen wir über Liefernetz- 086 Linde Finanzbericht 2009 KONZERNLAGEBERICHT – Risikobericht WEITEREANGABENKONZERNANHANGKONZERNABSCHLUSSKonzernlAGeberiCHtDIEAKTIECORPORATEGOVERNANCEDERAUFSICHTSRATDERVORSTAND

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