Gesamtwirtschaftliche Entwicklung Nachdem das Jahr 2009 im Zeichen der weltweiten Wirtschafts- krise stand, wird für das laufende Jahr 2010 insgesamt bereits wieder mit einer Erholung gerechnet. Die Konjunkturforscher von Global Insight schätzen das Wachstum des globalen Brutto- inlandsprodukts (BIP) für 2010 auf 2,6 Prozent. Bei der globalen Industrieproduktion (IP) erwarten die Konjunkturexperten sogar einen Anstieg um 5,4 Prozent. Die tatsächliche Dynamik des Auf- schwungs wird davon abhängen, wie die Märkte auf ein Zurück- fahren oder Ausklingen der Konjunkturprogramme, die von Politik und Notenbanken aufgesetzt wurden, reagieren werden. Insge- samt ist davon auszugehen, dass die Folgen der globalen Rezes- sion zu nachhaltigen Strukturveränderungen führen werden. In Westeuropa und der Eurozone ist von einem moderaten Anstieg der Wirtschaftsleistung auszugehen. Die Konjunktur- forscher erwarten für das Jahr 2010 im Euroraum ein Wachstum des BIP von 0,9 Prozent, für Westeuropa ein Plus von 1,0 Prozent und in Deutschland eine Zunahme um 1,5 Prozent. Hier war die Wirtschaftsleistung im Jahr 2009 allerdings mit einem Minus von 4,8 Prozent auch überproportional gesunken. Für die USA, in denen die Krise zuerst deutlich zu spüren war, rechnen die Konjunkturexperten in diesem Jahr bereits wieder mit einem Wachstum von 2,2 Prozent, nachdem die Wirtschaft hier im Jahr 2009 noch um 2,5 Prozent geschrumpft ist. Die Indus- trieproduktion, die in den USA stark eingebrochen war, wird sich im Jahr 2010 ebenfalls wieder erholen – allerdings ist noch nicht wieder mit Werten auf dem Vor-Krisen-Niveau zu rechnen. Auch Südamerika dürfte in diesem Jahr – nach einem leich- ten Rückgang des BIP im Jahr 2009 – wieder einen Erholungs- kurs einschlagen. Für diese Region erwartet Global Insight einen Anstieg des BIP um 3,4 Prozent. In den Wachstumsmärkten Asiens hat die Krise im Jahr 2009 insgesamt zu einem deutlich geringeren Rückgang des Brutto- inlandsproduktes geführt als in den entwickelten Ländern. Einige Länder konnten ihren Wachstumskurs sogar fortsetzen, so hat beispielsweise China im Jahr 2009 das BIP um 8,6 Prozent gestei- gert. Auch im laufenden Jahr 2010 wird hier ein Wirtschafts- wachstum von knapp 10 Prozent erwartet. In Indien stehen die Zeichen für 2010 – wie in der gesamten Region Asien – ebenfalls auf Wachstum. In Osteuropa hingegen ist in diesem Jahr nur mit einer sehr verhaltenen Konjunkturerholung zu rechnen. Für die Region Südpazifik und Afrika prognostizieren die Wirt- schaftsforscher im laufenden Jahr 2010 beim BIP ein Plus von etwa 3 Prozent. Branchenausblick Gaseindustrie Das Marktumfeld für die globale Gaseindustrie hat sich im zwei- ten Halbjahr 2009 stabilisiert, wozu insbesondere die steigende Nachfrage in den aufstrebenden Volkswirtschaften beitrug. Vor dem Hintergrund der sich abzeichnenden weltwirtschaftlichen Erholung dürfte sich diese positive Entwicklung im laufenden Jahr 2010 weiter verfestigen. Die Konjunkturschätzungen für die Industrieproduktion deuten darauf hin, dass auch in den Sektoren, die im vergangenen Jahr besonders unter der Wirtschaftsschwä- che gelitten haben – wie etwa die Stahlindustrie oder die chemi- sche Industrie – in diesem Jahr mit einer deutlich anziehenden Nachfrage zu rechnen ist. Weiterhin ist davon auszugehen, dass die vergleichsweise konjunkturresistenten Absatzfelder wie die Lebensmittelindus- trie oder der Markt für medizinische Gase mit relativ konstanten Wachstumsraten ihren Beitrag zu einer stabilen Branchenent- wicklung leisten werden. Anlagenbau Gegen Ende des Jahres 2009 war im internationalen Großanlagen- bau wieder ein leichtes Anziehen der Nachfrage zu verzeichnen. Insbesondere in den Märkten China, Indien und Mittlerer Osten ist mit einem beständigen Investitionswachstum zu rechnen. Grundsätzlich bleiben die langfristigen Wachstumstrends – etwa der weltweit steigende Energiebedarf sowie eine überproportio- nal hohe Nachfrage aus den aufstrebenden Volkswirtschaften – intakt. Ausblick – Konzern Die Wirtschaftsforschungsinstitute rechnen für das laufende Jahr 2010 sowohl beim globalen Bruttoinlandsprodukt und bei der weltweiten Industrieproduktion bereits wieder mit Steigerungs- raten. Diese Prognosen sind jedoch noch mit vielen Unwägbarkei- ten – insbesondere für das zweite Halbjahr 2010 – verknüpft. Vor diesem Hintergrund tun wir weiterhin alles dafür, unsere Produktivität stetig zu verbessern und unsere vergleichsweise robuste Geschäftsentwicklung fortzusetzen. Wir werden unsere Maßnahmen zur nachhaltigen Prozessoptimierung und Effizi- enzsteigerung (HPO=High Performance Organisation), die wir bereits frühzeitig zu Beginn des Jahres 2008 eingeleitet hat- ten, konsequent fortführen. HPO hat im Geschäftsjahr 2009 wesentlich dazu beigetragen, unsere Profitabilität trotz des schwierigen Marktumfelds weiter zu stärken. Es ist unverän- dert unser Ziel, auf der Grundlage von HPO unsere Bruttokos- ten in dem Vierjahreszeitraum von 2009 bis 2012 um insgesamt 650 Mio. EUR bis 800 Mio. EUR zu senken. Aufgrund der beschleu- nigten Umsetzung im vergangenen Geschäftsjahr ist davon aus- Prognosebericht 095Linde Finanzbericht 2009 WEITEREANGABENKONZERNANHANGKONZERNABSCHLUSSKonzernlAGeberiCHtDIEAKTIECORPORATEGOVERNANCEDERAUFSICHTSRATDERVORSTAND KONZERNLAGEBERICHT – Prognosebericht
