4.5 SCHäTZUNGEN IN BEZUG AUF BESTANDSFONDS Aufgrund der anhaltenden Wirtschafts- und Finanzmarktkrise können einzelne Fonds in eine wirtschaftliche Schieflage ge- raten. Risiken bestehen beispielsweise im Bereich der Schiffs- beteiligungen durch auslaufende Charterverträge, wenn eine Anschlusscharter aussteht oder nur zu Konditionen vereinbart werden kann, die deutlich unter den prospektierten Werten liegen. Im Rahmen des Risikomanagementsystems überprüft Lloyd Fonds laufend die finanzielle Situation sämtlicher Be- teiligungen, um gegebenenfalls rechtzeitig Gegenmaßnahmen einleiten zu können. Zwar wirken sich Verluste in den Fonds- gesellschaften nicht unmittelbar auf das Konzernergebnis der Lloyd Fonds AG aus, jedoch können sich hieraus Anzeichen ergeben, dass die Beteiligungsansätze und Forderungen, die mit diesen Gesellschaften bestehen, unter Umständen im Wert gemindert sein können. Aus diesem Grund führt Lloyd Fonds regelmäßig umfangreiche Wertminderungstest durch. Der beizulegende Zeitwert der Beteiligungen wird dabei in der Regel auf Basis der Discounted-Cashflow-Methode oder unter Bezugnahme auf konkrete Verkaufsangebote ermittelt. Bei den Forderungen erfolgt eine Einzelfallbetrachtung und Bewertung der möglichen Ausfallrisiken. Im Rahmen der Risikovorsorge wurden auf die Beteiligungs- ansätze von Fonds im Laufe des Geschäftsjahres 2009 Wert- minderungen in Höhe von insgesamt 4.073 T€ vorgenommen. Bei den Forderungen beläuft sich der Abwertungsaufwand auf insgesamt 7.463 T€. 4.6 SCHäTZUNGEN IN BEZUG AUF DIE BEWERTUNG vON TREUHANDvERTRäGEN Bei den in Abschnitt 2.6 beschriebenen Treuhandverträgen mit Beteiligungsgesellschaften handelt es sich insbesondere um Verträge mit Schifffahrtsgesellschaften. Für einen Teil dieser Gesellschaften werden derzeit Sanierungskonzepte erarbeitet. Aus diesem Anlass wurde zum 31. Dezember ein Impairment- Test durchgeführt. Unter Berücksichtigung der geringeren Erlöserwartungen aus den von den Sanierungsmaßnahmen betroffenen Verträgen beläuft sich der im Berichtsjahr erfasste Wertminderungsaufwand auf insgesamt 94 T€. Neben den planmäßigen Abschreibungen führte dies zu einem Rückgang der Restbuchwerte bei den Treuhandverträgen von 941 T€ im Vorjahr auf 665 T€ zum Bilanzstichtag. 4.7 SCHäTZUNGEN IN BEZUG AUF RISIKEN AUS DROHEN- DEN RECHTSSTREITIGKEITEN Aufgrund eines Andienungsrechts war die Lloyd Fonds AG bis zum 1. Dezember 2007 gegenüber einer Investmentgesell- schaft verpflichtet, 100.000 Namensaktien an einem Fonds zu einem Preis von insgesamt 11.816 T€ zu übernehmen. Mit der Behauptung einer Verlängerung des Andienungsrechts um ein Jahr hat die Investmentgesellschaft am 4. November 2008 erstmals die Ausübung des Andienungsrechts erklärt und im Anschluss Klage auf Zahlung des Andienungspreises erhoben. Die Klage wurde mit Urteil vom 17. Februar 2010 abgewiesen. Am 23. März 2010 legt der Kläger Berufung gegen das Urteil ein. Ungeachtet der nächsten Schritte schätzt Lloyd Fonds die Erfolgsaussichten der Gegenpartei als äußerst gering ein. Aus Sicht des Konzerns droht somit kein nennenswertes Risiko aus diesem Sachverhalt. 4.8 SCHäTZUNGEN IN BEZUG AUF DIE BEWERTUNG DER ANDEREN KOMMANDITISTEN ZUZURECHNENDEN NETTOvERMöGENSWERTEN Die Ermittlung der beizulegenden Zeitwerte der anderen Kom- manditisten zuzurechnenden Nettovermögenswerte erfolgt auf Basis eines einmal festgelegten Effektivzinssatzes. Dieser ergibt sich als interner Zinsfuß der ursprünglich prospektier- ten Auszahlungen der jeweiligen Fonds. Anschließend wurden die Barwerte der Zahlungen an die Kommanditisten mit dem Effektivzinssatz diskontiert. Aufgrund der wirtschaftlichen Entwicklung wurden die prospektierten Auszahlungen für Zwecke der Neubewertung des Postens im Rahmen der Erst- konsolidierung der beiden Fonds Premium Portfolio Austria bzw. Immobilienportfolio Köln an die aktuelle Erwartungs- haltung angepasst. 4.9 SCHäTZUNGEN IN BEZUG AUF STEUERLICHE RISIKEN IM ZUSAMMENHANG MIT BESTIMMTEN SCHIFFS- TRANSAKTIONEN Zum Stichtag können sich steuerliche Risiken insbesondere aus einer abweichenden Bewertung mehrerer Schiffstransak- tionen unter Beteiligung von zypriotischen Projektgesellschaf- ten aus den Jahren 2004–2007 ergeben. Das Risiko für Lloyd Fonds beläuft sich unter Berücksichtigung von Ausgleichsan- sprüchen gegenüber Dritten auf 4,7 Mio. €. lloyd fonds geschäftsbericht 2009 Konzernabschluss (iFrS) 127
