2009 64 Loewe AG Daneben bilden die Förderung und Qualifizierung des bestehenden aktiven Personals einen wesent- lichen Schwerpunkt. Hierzu gehören die konsequente Fortführung des Projektes „Strategisches Kom- petenzmanagement“, die Optimierung und Erweiterung des betrieblichen Gesundheitsmanagements in Form von diversen Maßnahmen der betrieblichen Sport- und Gesundheitsförderung unter Einbezie- hung der regionalen Vereine und Einrichtungen sowie Aktivitäten zur Vermeidung von Fehlbelastungen am Arbeitsplatz. Familienfreundlichkeit wird als Standortfaktor zunehmend wichtiger. Deshalb wurden im Rahmen einer familienbewussten Personalpolitik verschiedene Workshops durchgeführt, neue Arbeitskreise instal- liert und das lokale Bündnis für Familie unterstützt. Daneben wurde eine Verantwortliche für den Bereich Pflege und Beruf etabliert. Die flexiblen Arbeitszeiten und die entsprechende Personaleinsatz- planung untermauern die Familienfreundlichkeit im Unternehmen. Auf dem geplanten oberfränkischen Familienportal wird sich Loewe entsprechend präsentieren und somit im Wettbewerb um die besten Mitarbeiter punkten. Im Rahmen der kontinuierlichen Qualifizierung bzw. Fort- und Weiterbildung wurden weitere Schwer- punkte gesetzt. Zu nennen sind hier beispielsweise die Ausdehnung des unternehmensweiten Sprach- trainings und Aktivitäten zum Aufbau interkultureller Kompetenzen als Beitrag zur verstärkten Inter- nationalisierung. Softwaretrainings für die Bereiche Entwicklung, Qualität und Messwesen in enger Zusammenarbeit mit der Hochschule Hof bilden einen weiteren Schwerpunkt. Mit dem Fokus „Ganz- heitliche Entwicklung von Mitarbeitern“ wurde ein berufsbegleitendes Traineeprogramm für neue Mit- arbeiter ins Leben gerufen, das Themen wie Markenpositionierung, Projektmanagement und Präsenta- tionstechniken beinhaltet sowie bereichsübergreifende Tätigkeiten umfasst. Dieses Traineeprogramm wurde auch 2009 fortgesetzt. Darüber hinaus trägt ein breitgefächertes Führungskräftetraining dazu bei, den Anforderungen des wirtschaftlichen Wandels gerecht zu werden. Hohe Innovationskraft ist der wesentliche Pfeiler unseres Erfolgs. Um die Voraussetzungen hierfür nachhaltig zu schaffen, beteiligt sich Loewe an einem auf drei Jahre angelegten Verbundprojekt des Bundes und der Europäischen Union. Unter dem Titel „Wertebasiert flexibel – Chancen des Human- Ressourcen-Managements zum Erhalt und Ausbau transformationaler Innovationskultur“ wird mit weiteren Unternehmen unter Federführung der Universität Bamberg das Ziel verfolgt, Maßnahmen für Human-Resource-Management zu entwickeln und zu evaluieren. Auf individueller und teambezo- gener Ebene sollen Vertrauenskultur und Innovationsfähigkeit gleichermaßen gefördert sowie unter wissenschaftlicher Begleitung weiterentwickelt werden. Unter Einbeziehung der Mitarbeiter werden maßgeschneiderte Lösungen implementiert, die dazu dienen sollen, zusätzliches Innovationspotenzial zu erschließen und die Unternehmenskultur weiterzuentwickeln. Loewe trägt damit den Herausforde- rungen des demografischen Wandels einmal mehr Rechnung. Der gemeinsame Entgeltrahmentarif (ERA) für gewerbliche Mitarbeiter und Angestellte wurde zum 1. Januar 2009 plangemäß eingeführt. Besonders erwähnenswert ist, dass sich Loewe auf Verbands- ebene bei der Gestaltung des neuen Tarifwerks einbringen konnte und eine Einigung immer auf Be- triebsebene stattfand. Eine Schiedskommission war somit nicht notwendig. Zur Senkung der Personal- kosten wurde die Möglichkeit der Flexibilisierung des Tarifvertrages genutzt, indem die zweite Stufe der Tariferhöhung um sieben Monate vom 1. Mai auf den 1. Dezember 2009 verschoben wurde. Diese Regelung galt auch für außertarifliche Mitarbeiter. Noch besonders hervorzuheben sind die flexiblen Anpassungsmaßnahmen der Fertigungskapazität an die unterschiedliche Marktnachfrage im Laufe des Jahres. Waren die ersten Monate noch geprägt von Arbeitszeitreduzierung in Form von unbezahlten Blocktagen und in überschaubarer Anzahl von Kurzarbeitstagen, so war es im vierten Quartal notwen- dig, die größere Produktionsmenge durch befristete Wandlung von Teilzeit- in Vollzeitarbeitsverhältnis- se sowie durch befristete Einstellungen abzusichern.
