Konzernlagebericht 71 2009 so müssen alternative Plattformen und Konzepte entwickelt werden. Dies bindet Ressourcen und birgt das Risiko von Anlaufverschiebungen in sich. Zur Minimierung dieses Risikos sowie zur Umsetzung der avisierten Entwicklungsvorgaben wurden unter anderem im Bereich der Softwareentwicklung die per- sonellen Ressourcen aufgestockt. Die Abhängigkeit von externen Entwicklungs- und Kooperationspartnern kann Einfluss auf den Pro- duktanlauf und somit die Generierung von Umsatzpotenzial entfalten. Durch eine noch intensivere Zusammenarbeit mit externen Partnern und detaillierte Projektbeschreibungen wollen wir die Anlaufsi- cherheit erhöhen, um frühzeitig auf mögliche auftretende Probleme beim Umsetzungsprozess reagie- ren zu können. Darüber hinaus soll durch den Erwerb einer Mehrheitsbeteiligung von mindestens 75 % an der MacroSystem Digital Video AG die Kompetenz im Bereich multimediale Vernetzung von Home Entertainment Systemen verstärkt werden. Ein weiteres Risiko stellt die mangelnde durchgängige Standardisierung in Europa beim Empfang von hochauflösendem Fernsehen dar. Dies kann im Premiumsegment möglicherweise dazu führen, dass ge- plante Käufe verschoben werden. Durch intensive Mitarbeit in Gremien, auch auf europäischer Ebene, bringt sich Loewe maßgeblich in den Standardisierungsprozess ein. Weiterhin werden bestehende Kon- takte zu Institutionen, Universitäten und Forschungseinrichtungen bedeutender Unternehmen intensiv genutzt und kontinuierlich ausgebaut. Aktuell werden LCD-TVs mit neuen LED-Hinterleuchtungstechnologien am Markt eingeführt, so dass bei etablierten Technologien Preisdruck entsteht. Auch Loewe wird auf diesen Trend reagieren und im laufenden Geschäftsjahr die ersten LCD-Flachdisplaygeräte mit nun technologisch ausgereifter LED- Hinterleuchtungstechnologie anbieten. Durch Bildung strategischer Partnerschaften, z. B. Kooperati- onen mit Forschungseinrichtungen in Förderprojekten, und die permanente Beobachtung der Aktivi- täten der Technologieführer werden rechtzeitig relevante Technologien identifiziert und ausgewählt. Attraktive Beschaffungskonditionen und Materialverfügbarkeit Gerade bei den höherpreisigen großformatigen LCD-Panels sind wettbewerbsfähige Beschaffungskon- ditionen und eine ausreichende Materialverfügbarkeit von großer Bedeutung. Das im Wettbewerbs- vergleich geringere Einkaufsvolumen bei Flachdisplaypanels und wichtigen Komponenten erschwert das Erreichen attraktiver Einkaufskonditionen. Lieferverzögerungen, Lieferantenausfälle oder Quali- tätsmängel können zudem zu temporären Produktionsstörungen führen und dadurch die Ertragslage negativ beeinflussen. Bedingt durch die Finanz- und Wirtschaftskrise steigt das Beschaffungsrisiko auf der Lieferantenseite, was sich unter anderem an der zunehmenden Anzahl von Insolvenzen erkennen lässt. Darüber hinaus besteht das Risiko, dass zukünftige Kostensenkungen auf der Einkaufsseite nicht ausreichen, um die negativen Effekte geringerer Verkaufsmengen und rückläufiger Verkaufspreise aus- zugleichen. Loewe begegnet dieser Problematik durch konsequente Bündelung von Volumen auf Schlüssellieferan- ten, Reduktion der Teilevielfalt sowie Qualifizierung alternativer Bauteile und Lieferanten. Mittels Liefe- rantenauswahl-, Bewertungs- und Kontrollverfahren, die auch die finanzwirtschaftlichen Verhältnisse mit in die Beurteilung einfließen lassen, werden Beschaffungsrisiken begrenzt. Im Rahmen eines ganz- heitlichen Supply-Chain-Managements versucht Loewe die auftretenden Einkaufsrisiken konsequent zu minimieren und den Beschaffungs- und Produktionsprozess zu optimieren. Soweit technisch umsetzbar, werden Second-Source-Lieferanten aufgebaut, um Störungen der Produk- tion bei Produktabkündigungen oder eintretender Insolvenz von Lieferanten zu vermeiden. Die Auf- rechterhaltung mehrerer Beschaffungsquellen bindet allerdings auch personelle Ressourcen. Durch die Finanz- und Wirtschaftskrise kann das Beschaffungsrisiko steigen
