an UnsErE aKtIonärE | 19 Haben sich diese unterschiedlichen Maßnahmen positiv auf die Umsatz- und Ergebnisentwicklung im Jahr 2009 ausgewirkt? Dieter Münch: Die Zahlen bestätigen, dass wir auf dem richtigen Weg sind. Während die Unternehmen des tW-testclubs, des teil- nehmerstärksten Panels im deutschen textileinzelhandel, im Jahr 2009 ein Umsatzpari im Vergleich zum Vorjahr erzielten, sind wir mit unserer Umsatzentwicklung, die eindeutig unsere Erwartungen übertroffen hat, sehr zufrieden. Eine Konsumzurückhaltung haben wir 2009 nicht registriert, und nach einem besonders starken End- spurt hat unser Konzern ein filialbereinigtes Umsatzplus von 1,8 % verzeichnet. Darauf sind wir besonders im Hinblick auf die weiterhin ungünstigen rahmenbedingungen sehr stolz. Oliver Haller: aber Umsatz ist ja nicht alles. für uns ist das operative Ergebnis die entscheidende Kenngröße, über die das Unternehmen gesteuert wird. Und hier konnten wir im Umfeld des nicht einfachen Jahres 2009 einen signifikanten anstieg um 20,1 % im Vergleich zum Vorjahr erzielen. Das entspricht im Konzern einer EBIt-marge von annähernd 11,2 % – und das ist ein spitzenwert in unserer Branche, speziell in der aktuell schwierigen marktsituation. Das Ergebnis wird unter dem Strich jedoch ein wenig durch steuerliche Einflüsse getrübt. Wie kam es dazu? Dieter Münch: sie haben recht, um 0,5 mio. € ist unser Perioden- ergebnis schlechter ausgefallen, als die guten Umsatzzahlen erwar- ten lassen. Der Grund hierfür sind Veränderungen in unserer akti- onärsstruktur. Ende Juni 2009 hatte Hans rudolf Wöhrl über die Intro-Verwaltungs GmbH die mehrheit an unserem Unternehmen übernommen. Dies wirkte sich insofern auf die Besteuerung aus, als dass wir aufgrund wegfallender Verlustvorträge aktive latente steuern in Höhe von 1,7 mio. € über die Gewinn- und Verlustrech- nung aufwandswirksam abschreiben müssen. Erläutern Sie uns doch kurz, wie es zu dem Über- nahmeangebot der INTRO-Verwaltungs GmbH kam. Dieter Münch: Die Intro-Verwaltungs GmbH hatte ihre anteile im mai 2009 über Zukäufe von der aton GmbH und der Hans rudolf Wöhrl Verwaltungs GmbH auf 40,2 % aufgestockt. In Erfüllung ihrer gesetzlichen Pflichten – bei Überschreiten der Beteiligungs- schwelle von 30 % muss ein Übernahmeangebot erfolgen – mus- ste die Intro-Verwaltungs GmbH deshalb den aktionären der LUDWIG BECK aG ein Pflichtangebot zum Erwerb der von ihnen gehaltenen LUDWIG BECK aktien unterbreiten. Zum Ende der annahmefrist am 19. Juni 2009 hielt die Beteiligungsgesellschaft dann rund 65,9 % der anteile an unserem Konzern. In diesem Zusammenhang hatte die rudolf Wöhrl aG einen Großteil ihres anteils an die Intro-Verwaltungs GmbH veräußert. Wie beurteilen Sie Ihre neue Aktionärsstruktur? Dieter Münch: Generell sind wir immer daran interessiert, lang- fristig orientierte Investoren zu gewinnen. Und die Intro-Verwal- tungs GmbH zählen wir bereits seit langen Jahren zu unserem aktionärskreis. Unsere Erfahrungen haben bisher gezeigt, dass die Interessen unserer Unternehmen stets im Einklang zueinander stan- den. Ein Zeichen unserer guten Kooperation war beispielsweise im november 2007 die Platzierung von 335.000 neuen aktien im rahmen einer Barkapitalerhöhung bei der Beteiligungsgesellschaft. Wir sind überzeugt, dass wir den gemeinsam eingeschlagenen Weg auch in Zukunft positiv zusammen beschreiten werden. Oliver Haller: Ein wichtiges signal war für uns auch das große Inte- resse seitens neuer Investoren an unserer Gesellschaft. Dass wir trotz der ungünstigen Wirtschaftslage im textileinzelhandel neue anleger bewegen konnten, anteile an unserem Haus zu erwerben, werten wir als Bestätigung unserer erfolgreichen Unternehmensstrategie, mit der wir uns klar vom Wettbewerb abgrenzen.
