Report-Investor: Ludwig Beck AG - Geschäftsbericht 2009

52 Eine wichtige triebkraft der Weltkonjunktur waren die asiatischen schwellenländer. Besonders ihnen, mit China als Kern, ist es zu verdanken, dass sich die Weltwirtschaft wieder auf dem Weg der Genesung befindet. Euroraum beendet Rezession nachdem die konjunkturelle situation im Euroraum besonders im ersten Quartal 2009 unter starken Einbrüchen zu leiden hatte, erhol- te sich die Wirtschaft im Laufe des Jahres allmählich wieder. nach Einschätzung der EU-Kommission wuchs die Wirtschaft im Euro- raum im dritten Quartal 2009 um 0,4 % gegenüber dem Vorquartal, was nach fünf negativen Quartalen in folge das Ende der rezession bedeutete. Die Konjunkturaufhellung sei in erster Linie auf das Ende des kräftigen Lagerabbaus im ersten Halbjahr und das immer stärk- ere Durchwirken der Konjunkturprogramme zurückzuführen. für das Gesamtjahr 2009 rechnet die Kommission in ihrer Herbstprognose allerdings mit einer schrumpfung des BIP um 4 %, was der größte Produktionsrückgang seit dem zweiten Weltkrieg wäre. Deutsche Wirtschaft auf dem Weg aus der Krise auch die deutsche Wirtschaft hatte besonders zu Beginn des Jahres 2009 schwere Einbrüche zu verkraften, befindet sich seitdem aber ebenfalls auf dem Wege der Besserung. Zwar ist es für eine Entwar- nung noch zu früh, da sind sich die führenden Wirtschaftsexperten einig. Jedoch wächst die deutsche Wirtschaft seit dem zweiten Quar- tal 2009 erstmals seit fünf Quartalen wieder. Das Hamburgische WeltWirtschafts Institut (HWWI) berichtet, dass der bisherige auf- schwung vorwiegend aus den in Deutschland aber auch weltweit aufgelegten Konjunkturprogrammen resultiere. Von einer selbsttra- genden Erholung der deutschen Wirtschaft sei die immer noch fragile Konjunktur deshalb noch weit entfernt. Insgesamt bezifferte das stati- stische Bundesamt einen rückgang des BIP um 5 % und damit den stärksten Einbruch der nachkriegsgeschichte. Der für die Konjunkturentwicklung so wichtige arbeitsmarkt habe dank der Kurzarbeiterregelung und der erhöhten flexibilisierung der arbeitszeiten bislang gemessen an der tiefe der Krise ebenfalls relativ wenig gelitten. Die Bundesagentur für arbeit berechnete, dass sich die arbeitslosenquote im Jahresdurchschnitt 2009 auf 8,2 % belief und damit im Vergleich zum Vorjahr lediglich um 0,4 %-Punkte zunahm. Das Konsumklima habe sich laut Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) angesichts der schwierigen rahmenbedingungen im Jahr 2009 ebenfalls widerstandsfähig gezeigt. nach den bislang vorlie- genden vorläufigen Zahlen des statistischen Bundesamtes seien die realen privaten Konsumausgaben im vergangenen Jahr um 0,4 % gestiegen. Zum Jahresende hin jedoch habe die angst vor arbeitslo- sigkeit unter den Deutschen zugenommen. Dies habe die Konjunk- turerwartungen sinken und die sparneigung steigen lassen. Entwicklung im Einzelhandel Das Jahr der Rekordpleiten Die Zahl der Insolvenzen und Geschäftspleiten im modehandel war 2009 so hoch wie nie. Das aus für den arcandor-Konzern war laut Branchenmagazin textilWirtschaft die größte Pleite der Geschichte der Bundesrepublik. auch Pohland, Woolworth oder Bekleidungs- marken wie rosner, schiesser und die Luxusmarke Escada wurden insolvent. aber auch die Gewinner hatten es im Jahr 2009 nicht leicht. filialisten auf Expansionskurs wie H & m, takko oder Bijou Brigitte schrumpften auf vergleichbarer fläche. adidas und Puma verspürten Gegenwind. Insgesamt liefen die Geschäfte im deut- schen textileinzelhandel dennoch besser als befürchtet, wozu nach Einschätzung des Hauptverbandes des Deutschen Einzelhandels (HDE) auch die verbraucherfreundliche Preisentwicklung und ein relativ krisenresistenter Verbrauchermarkt beigetragen haben. Laut textilWirtschaft schloss die Branche das Geschäftsjahr 2009 mit einem Pari zum Vorjahr ab.

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