MediGene AG2 Interview mit dem Vorstand Interview mit dem Vorstand MediGenes Vorstandsvorsitzender Dr. Frank Mathias und Finanzvorstand Dr.Thomas Klaue geben Antworten auf Fragen zum Geschäftsverlauf 2009 und sprechen über den weiteren Weg von MediGene. Herr Mathias, Sie haben im Mai 2009 die Leitung der MediGene AG übernommen. Was haben Sie seither erreicht? Dr. Frank Mathias: Wir haben die Werte, Chancen und Risiken des Unternehmens sorgfältig analysiert, die Kernkompetenz von MediGene definiert und unsere Aktivitäten entsprechend fokus- siert. Das Unternehmen ist heute schlanker und konzentriert sich auf die klinische Forschung und Entwicklung von Krebsmedika- menten mit Schwerpunkt in der Liposomentechnologie. Dabei liegt unser Fokus zunächst auf dem Krebsmittel EndoTAG® -1. Dementsprechend haben wir ehrgeizige, aber realistische Ge- schäfts- und Entwicklungspläne erarbeitet. Heute steht ein kon- kreter Fünfjahresplan, nach dessen Umsetzung wir im Jahr 2015 die Gewinnschwelle erreichen. 2009 haben wir zudem deutliche Fortschritte in unseren Medikamentenprojekten erzielt. Wie haben sich diese Medikamentenkandidaten im Jahr 2009 entwickelt? Dr. Frank Mathias: Wir sind mit allen wichtigen Projekten vorange- kommen. Im öffentlichen Interesse stand vor allem EndoTAG® -1. Hier haben wir die Patientenrekrutierung der Phase II-Studie zur Behandlung von Brustkrebs erfolgreich abgeschlossen und ein zentrales US-Patent erhalten. Zudem erhielt EndoTAG® -1 in den USA den sogenannten Orphan Drug Status, der Vorteile in der Entwicklung, Zulassung und eventuell der Vermarktung des Produkts gewährt. Im Windschatten von EndoTAG® hat 2009 unser Veregen® beträchtliche Fortschritte gemacht: Das Medika- ment erhielt die Marktzulassung in Deutschland, die Zusage für eine künftige Marktzulassung in Österreich und Spanien sowie ein wichtiges europäisches Patent. Zudem schlossen wir zwei Partnerschaftsverträge zur Vermarktung von Veregen® in ver- schiedenen europäischen Ländern ab. Für unser Rheuma-Mittel RhuDex® führten wir die behördlich geforderten Laborstudien erfolgreich durch. Ein wichtiges Ereignis, der Abschluss einer Partnerschaft für EndoTAG® -1, steht aber noch aus. Dr. Frank Mathias: Ich habe von Anfang an gesagt, dass wir nicht den schnellsten, sondern den bestmöglichen Deal abschließen wollen. Dazu gehört auch, dass wir noch Hausaufgaben erledi- gen, an denen wir intensiv arbeiten. So können wir den Wert von EndoTAG® -1 erhöhen, indem wir den Herstellungsprozess optimieren: Durch die Umstellung von der Gefriertrocknung des Produkts auf ein Sprühtrocknungsverfahren werden sich die späteren Herstellungskosten des Medikaments um ein Mehr- faches verringern. Dies spielt nicht nur für uns, sondern auch für potenzielle Partner eine erhebliche Rolle. Darüber hinaus werden die Ergebnisse der laufenden klinischen Studie mit EndoTAG® -1 zur Behandlung von Brustkrebs mit Spannung erwartet. Denn aus dieser Phase II-Studie erhoffen wir uns – nach den sehr positiven Phase II-Ergebnissen bei Bauchspeicheldrüsenkrebs – einen zweiten „Proof of Concept“, also einen zweiten Beleg des Therapieprinzips von EndoTAG® -1. Wann können die Aktionäre mit dem Abschluss einer EndoTAG® -1- Partnerschaft rechnen und wie soll ein solcher Deal aussehen? Dr. Frank Mathias: Unser künftiger Partner soll einen großen Teil der weiteren Entwicklungskosten für EndoTAG® -1 überneh- men und die spätere Vermarktung durchführen. Möglicherwei- se könnte sich MediGene an den späteren Vertriebsaktivitäten beteiligen. Wir wollen im Jahr 2010 zu einem oder mehreren Vertragsabschlüssen für Europa und die USA kommen. Die er- warteten Daten der Brustkrebsstudie werden sicherlich eine neue Dynamik in die Verhandlungen bringen.
