Report-Investor: MediGene AG - Geschäftsbericht 2009

Geschäftsbericht 2009 Interview mit dem Vorstand 3 Was passiert, wenn die Ergebnisse der Brustkrebsstudie negativ ausfallen sollten? Dr. Frank Mathias: In der Medikamentenentwicklung kann ein solches Risiko nie ganz ausgeschlossen werden, aber von diesem Fall gehen wir im Moment nicht aus. Auch sind unsere klinischen Daten für die Indikation Bauchspeicheldrüsenkrebs bereits sehr überzeugend – und der Medikamentenkandidat bietet Potenzial für die Entwicklung in weiteren Krebserkrankungen. Herr Dr. Klaue, wie kann man sich die finanzielle Seite einer EndoTAG® -1 Partnerschaft vorstellen? Dr. Thomas Klaue: Üblicherweise besteht ein solches Abkommen aus einer sofortigen Einmalzahlung, aus stufenweisen Zahlungen in Abhängigkeit vom Erreichen bestimmter Entwicklungsziele sowie einer Umsatzbeteiligung, sobald das Medikament ver- marktet wird. Was bedeutet das für Ihre Finanzplanung? Dr. Thomas Klaue: Die genannten Einnahmequellen können un- terschiedlich gewichtet werden. Mit dem Verzicht auf hohe Zah- lungen bei Vertragsabschluss beispielsweise können wir uns einen höheren Anteil an den späteren Umsätzen sichern. Das kann äußerst lukrativ sein. Auf der anderen Seite brauchen wir auch jetzt Geld, um unseren Anteil an der Entwicklung zu tragen. So versuchen wir die richtige Balance zu finden und einen Vertrag abzuschließen, der uns einen möglichst hohen Anteil an den späteren Gewinnen sichert und zugleich zu unseren finanziellen Bedürfnissen in den kommenden Jahren passt. 2009 hat sich bei etwa gleichbleibendem Umsatz das EBITDA- Ergebnis von MediGene deutlich verbessert. Wie sieht Ihre Finanz- prognose für 2010 aus? Dr. Thomas Klaue: Das Ergebnis wird erheblich von den geplanten Partnerschaftsvereinbarungen für EndoTAG® -1 abhängen. Wir halten es deshalb für sinnvoll, eine Prognose für das Gesamter- gebnis erst nach Abschluss der Verhandlungen zu veröffentlichen. Wovon wir heute schon ausgehen ist, dass die Umsätze für unsere vermarkteten Produkte deutlich steigen werden. Herr Dr. Mathias, wie bewerten Sie den Kursverlauf der MediGene-Aktie? Dr. Frank Mathias: Die insgesamt negative Kursentwicklung der vergangenen Jahre hat unsere Aktionäre zu Recht verärgert. Mit einem stimmigen Plan und dessen Umsetzung wollen wir nun die Grundlage für eine erfreulichere Aktienentwicklung legen! Was sind MediGenes wichtigste Ziele in den nächsten fünf Jahren? Dr. Frank Mathias: Eine erfolgreiche Verpartnerung und Weiter- entwicklung von EndoTAG® -1 bis zur Markteinführung, eine schrittweise Fokussierung auf Onkologie und eine Erweiterung unserer onkologischen Medikamentenpipeline. Welche Schritte planen Sie 2010, um diese Ziele zu erreichen? Dr. Frank Mathias:Wir werden die Brustkrebsstudie mit EndoTAG® -1 mit hoffentlich guten Ergebnissen abschließen, den Herstel- lungsprozess für EndoTAG® -1 weiter optimieren und gehen da- von aus, eine oder mehrere Partnerschaften für dieses Produkt abzuschließen. Für unser Rheuma-Mittel RhuDex® werden wir im Jahr 2010 weitere präklinische Studien durchführen mit dem Ziel, die klinische Entwicklung wieder aufzunehmen. Da wir uns auf Onkologie fokussieren, planen wir, die Rechte an diesem immunologischen Produkt mittelfristig auszulizenzieren. Aus

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