Report-Investor: MediGene AG - Geschäftsbericht 2009

MediGene AG4 Interview mit dem Vorstand dem gleichen Grund wollen wir unsereTechnologien AAVLP und oHSV ausgliedern. Für unseren künftigen Umsatzträger Veregen® erwarten wir – nach der im März bereits erfolgten deutschen Markteinführung – Mitte 2010 die Markteinführung in Österreich. Zudem bereiten wir weitere Zulassungsanträge sowie den Ab- schluss neuer Vertriebspartnerschaften für Veregen® vor. Ihr Fokussierungskurs führt zu einer starken Konzentration auf EndoTAG® -1. Was macht dieses Produkt so interessant? Dr. Frank Mathias: Bisher gibt es kein Medikament, das Patienten, die an der schlimmen Krebsform Bauchspeicheldrüsenkrebs leiden, einen deutlichen Überlebensvorteil bieten würde. Einen solchen Vorteil gegenüber bisherigen Medikamenten konnten wir in unserer Phase II-Studie mit EndoTAG® -1 zeigen. Das gibt Zuversicht für die weitere Entwicklung.Wir hoffen, ähnlich positive Effekte auch in der letzten Phase der klinischen Entwicklung, also in einer Phase III-Studie, erzielen zu können. Daneben denken wir über Entwicklungsmöglichkeiten in weiteren Krebserkrankungen nach. Besonders aussichtsreich erscheint es uns, EndoTAG® -1 zur Behandlung so genannter Orphan Drug Indikationen zu ent- wickeln. Dies sind sehr schwere Erkrankungen, für die noch wenige Therapieformen entwickelt wurden, da vergleichweise wenige Patienten betroffen sind. Hier könnte der Orphan Drug Status unter anderem hervorragende Möglichkeiten für einen langfristigen Schutz eines Medikaments bieten. Den Orphan Drug Status besitzt EndoTAG® -1 ja bereits für die Behandlung von Bauchspeicheldrüsenkrebs. Dr. Frank Mathias: Richtig, sowohl in den USA als auch in Europa. Neben wirtschaftlichen Vorteilen eröffnet uns die Entwicklung von Orphan Drugs auch die Chance, einen Beitrag für Patienten zu leisten, für die es noch wenige Behandlungsmöglichkeiten gibt. Das spornt uns besonders an. Wie wird MediGenes künftige Pipeline aussehen? Verlassen Sie sich ausschließlich auf EndoTAG® -1? Dr. Frank Mathias: EndoTAG® -1 ist zunächst unser Kernprojekt – für verschiedene Krebserkrankungen. Daneben arbeiten wir an der Entwicklung von Nachfolgeprodukten, die aus unserer EndoTAG® - Technologie hervorgehen sollen. Zudem sind wir offen, weitere Krebsmedikamente zu erwerben, um diese bis zur Zulassung zu entwickeln. Im Jahr 2015 möchten wir mindestens drei Medika- mente im Stadium der klinischen Entwicklung haben. Der vorliegende Geschäftsbericht enthält einen Routenplan bis 2015. Ist dies nicht zu weit gegriffen? Dr. Frank Mathias: Ohne konkreten Plan wird man kein ehrgeiziges Ziel erreichen – es sei denn durch Zufall. Wir wissen genau, wohin wir wollen und auf welchem Weg. Es ist uns bewusst, dass sich eine Routenplanung auch mal ändern kann – so wie ein Navigationsgerät eine Umleitung empfiehlt, wenn etwa eine Baustelle einen Stau verursacht. Auch stehen oft unterschiedliche Verkehrsmittel zur Verfügung. Nicht immer ist das schnellste oder das teuerste auch das am besten geeignete. Wir werden flexibel reagieren und die strategisch und ökonomisch sinnvollsten Wege und Mittel wählen. Wo soll MediGene im Jahr 2015 stehen? Dr. Frank Mathias: Wir wollen 2015 ein nachhaltig profitables Onkologie-Unternehmen sein, das mindestens drei innovative Medikamente auf dem Markt hat und gemeinsam mit einem Partner mit der Vermarktung von EndoTAG® -1 beginnt. Mit welchem Gefühl gehen Sie in das Jahr 2010? Dr. Frank Mathias: Wir haben einen guten Plan und ich freue mich darauf, unseren Weg gemeinsam mit kompetenten Mitarbeitern und unseren Aktionären zu gehen.

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