71risiko- und offenlegungsbericht ı lagebericht Eine aussagekräftige Risikoberichterstattung ist die Basis für eine sachgerechte Steuerung. Hierzu besteht ein umfassendes internes Reporting-System, das eine zeitnahe Information der Entscheidungsträger über die aktuelle Risikosituation sicherstellt. Risikoreports werden in fest- gelegten Intervallen generiert oder, wenn notwendig, ad-hoc erstellt. Dabei werden insbesondere die Einhaltung der Risikotragfähigkeit und die Risikoauslastung betrachtet. Darüber hinaus bilden Planungs-, Simulations- und Steuerungsinstrumente mögliche positive und negative Entwicklungen auf die wesentlichen Wert- und Steuerungsgrößen des Geschäftsmodells und ihre Auswirkung auf die Vermögens-, Finanz- und Ertragslage ab. Adressaten der Risikoberichterstattung sind die steuernden Einheiten, der Vorstand sowie der Aufsichtsrat. Die Adressaten werden zeitnah über Veränderungen von relevanten Einfluss- faktoren umfänglich informiert. Die Methodenhoheit sowie die inhaltliche Verantwortung für das Risikoreporting liegen im Bereich Risikocontrolling. Darstellung der Risiken Finanzwirtschaftliche Risiken Das Adressenausfallrisiko ist das Risiko eines Verlusts oder entgangenen Gewinns aufgrund des Ausfalls oder der Bonitätsverschlechterung eines Geschäftspartners. Das Adressenausfall- risiko umschließt das Kontrahentenrisiko (Risiko aus dem klassischen Kreditgeschäft, Wieder- eindeckungsrisiko sowie Vorleistungs- und Abwicklungsrisiko) und das spezifische Länderrisiko, welches derzeit allerdings für MLP nur von nachrangiger Bedeutung ist. Am Bilanzstichtag 31. Dezember2oo9 belief sich das Bruttokreditvolumen der Finanzholding- Gruppe auf 1.536,7Mio.€. In diesem Zusammenhang ist das Bruttokreditvolumen als der Posi- tionswert gemäß SolvV vor Anrechnung von Sicherheiten (im KSA zzgl. Einzelwertberichtigun- gen) definiert. Die Kreditrisiken des MLP-Konzerns resultieren überwiegend aus dem klassischen Kunden- kreditgeschäft der MLP Finanzdienstleistungen AG. Wesentliche Länderrisiken gemäß §327 Abs 2 Nr.2 SolvV bestehen nicht, da sich die Kredit- vergabe hauptsächlich auf in der Bundesrepublik Deutschland ansässige Kreditnehmer beschränkt. Das geografische Hauptgebiet der kredittragenden Instrumente ist überwiegend die Bundesrepublik Deutschland (99,31%). Die nachgeordneten Gebiete (o,69%) liegen aus- schließlich innerhalb der Europäischen Währungsunion (EWU). Zur Vermeidung von kumulierten Risiken („Konzentrationsrisiken“) verfolgt MLP prinzipiell eine Diversifikations- und Risikovermeidungsstrategie. So werden die Anlagen in Anleihen, Schuldscheinen und sonstigen Finanzinstrumenten der Forderungsklasse Unternehmen in verschiedene Branchen diversifiziert. Für die einzelnen Branchen und Emittenten haben wir über unsere Kapitalanlagerichtlinie verbindliche Anlagehöchstgrenzen definiert. Im Privatkundengeschäft sollen durch die Fokussierung auf Provisionsprodukte und die Retailprodukte Kreditkarte und Konto in Verbindung mit dem angestrebten Kundensegment mögliche Konzentrationen in Ratingklassen mit hohen Ausfallraten vermieden werden. Darüber hinaus ist die Vermeidung von größeren Einzelrisiken ein weiterer zentraler Bestandteil der Kreditpolitik von MLP. Dazu wird zum einen versucht, Teile der Kreditrisiken soweit als möglich auf andere Marktteilnehmer zu verlagern, zum anderen werden zur Minimierung des Markt- preis- und Liquiditätsrisikos Bilanzpositionen möglichst fristenkongruent geschlossen. Die Fokussierung auf die Zielgruppe Akademiker und andere anspruchsvolle Privatkunden ermög- licht es dabei, eine attraktive Ergebnismarge zu erzielen. Risikoberichterstattung Adressenausfallrisiken mlp-konzernabschluss
