Report-Investor: MVV Energie AG - Geschäftsbericht 2008 2009

63MVV Energie 2008/09 Rückgang der Übrigen Finanzanlagen von 175 Mio Euro im Vorjahr auf 103 Mio Euro. Einzelheiten zu den Veränderun- gen des Konsolidierungskreises sind in den Erläuterungen zum Konzernabschluss dargestellt (Seite 92). Die langfristigen Sonstigen Forderungen und Vermögens- werte lagen zum 30. September 2009 mit 272 Mio Euro auf Vorjahresniveau. Größter Posten dieser Bilanzposition sind die positiven Marktwerte der nach IAS 39 zu bilanzierenden Energiehandelsgeschäfte (Finanzderivate). Die Kurzfristigen Vermögenswerte stiegen gegenüber dem Stand zum Bilanz- stichtag des Vorjahres um 98 auf 1 160 Mio Euro (+ 9%) und sind somit jetzt für 29% (Vorjahr 28%) der Bilanzsumme verantwortlich. Die Hauptursache für diese Erhöhung ist eine Zunahme der Flüssigen Mittel im Vergleich zum Vorjahr um 224 auf 321 Mio Euro. Im Wesentlichen beruht diese Zunahme dabei auf der Ausgabe von Schuldscheindarlehen zur Siche- rung der Liquiditätsreserven in Höhe von 203 Mio Euro und der Inanspruchnahme von Kreditlinien. Im Vergleich zum 30. September 2008 sind die Forderungen aus Lieferungen und Leistungen um 73 auf 463 Mio Euro ge- sunken. Gegenüber dem Stand zum Vorquartal 30. Juni 2009 (590 Mio Euro) hat sich der Forderungsbestand aus Lieferun- gen und Leistungen um 127 Mio Euro reduziert. Der Rück- gang – trotz eines höheren Forderungsbestands infolge des Umsatzwachstums – ist neben saisonalen Effekten auf Opti- mierungsmaßnahmen im Forderungsmanagement und dem im Energiehandel üblichen Netting von Geschäften zurückzu- führen. Die Wirtschaftskrise hat im Geschäftsjahr 2008/09 zu keinem wesentlichen Forderungsausfall geführt. Die kurzfristigen Sonstigen Forderungen und Vermögenswerte lagen mit 282 Mio Euro auf Vorjahresniveau. Die hierin enthal- tenen kurzfristigen Forderungen aus Sicherheitsleistungen im Rahmen von Energiehandelsgeschäften, die zur Verringerung des Kontrahentenrisikos bei stark schwankenden Marktwerten von Energiehandelsderivaten mit externen Handelspartnern ausgetauscht werden, haben im Vergleich zum Vorjahr von 11 auf 91 Mio Euro zugenommen. Dem standen niedrigere Ausleihungen und gesunkene kurzfristige derivative Finanzin- strumente gegenüber. Bei den im Vorjahr unter der Bilanzposition Zur Veräußerung gehaltene Vermögenswerte ausgewiesenen 37 Mio Euro handelte es sich insbesondere um die vereinbarte Kaufpreis- forderung für den Teilkonzern Polen, die zum letztjährigen Bilanzstichtag noch nicht realisiert war und zunächst in die neu gegründete MVV Nederland B.V., Niederlande, eingebracht wurde. Der Mittelzufluss aus dem Verkauf erfolgte im 1. Quar- tal des Geschäftsjahres 2008/09. Auf der Passivseite ist das Eigenkapital der MVV Energie Gruppe im Vergleich zum Vorjahr um 157 Mio Euro auf 1113 Mio Euro zurückgegangen. Grund für diese Entwicklung waren im We- sentlichen der Jahresfehlbetrag des Berichtsjahres (inklusive der Bewertungseffekte nach IAS 39 und einem einmaligen Restruk- turierungsaufwand) sowie die für das Geschäftsjahr 2007/08 ausgeschüttete höhere Dividende. Die Anteile anderer Gesell- schafter am Eigenkapital lagen am 30. September 2009 bei 103 Mio Euro (Vorjahr 116 Mio Euro). Die Eigenkapitalquote liegt zum 30. September 2009 bei 28,1% (Vorjahr 33,5%). Für die interne Steuerung der Gruppe eliminieren wir auch unsere Bilanz um die kumulierten Bewertungseffekte der nach IAS 39 zu bilanzierenden Finanzderivate. Damit wird er- sichtlich, dass sich das erwirtschaftete Kapital der MVV Ener- gie Gruppe leicht erhöht hat und der Abfluss der höheren Dividende durch das operativ erwirtschaftete Kapital kom- pensiert werden konnte. Auf der Vermögensseite bereinigen wir die positiven Marktwerte der Finanzderivate in Höhe von 388 Mio Euro (Vorjahr 426 Mio Euro). Auf der Kapitalseite rechnen wir bei den Schulden die negativen Marktwerte von 483 Mio Euro (Vorjahr 348 Mio Euro) und beim Eigenkapital den hier wirksamen Saldo von 94 Mio Euro (Vorjahr 78 Mio Euro) heraus. Auf dieser bereinigten Basis errechnet sich eine Eigenkapitalquote der MVV Energie Gruppe im Berichtsjahr von 33,9% (Vorjahr 35,5%). Die Langfristigen Schulden stiegen im Vergleich zum Vorjahr um 253 Mio Euro auf 1 698 Mio Euro und die Kurzfristigen Schulden um 71 auf 1 143 Mio Euro. Spiegelbildlich zur Ak- tivseite wurde die Entwicklung bei den langfristigen Anderen Verbindlichkeiten und den kurzfristigen Anderen Verbindlich- keiten durch die negativen Marktwerte der nach IAS 39 bilan- zierten Finanzinstrumente (Energiehandelsderivate) bestimmt. Bei den kurzfristigen Anderen Verbindlichkeiten fielen zum 30. September 2009 keine Sicherheitshinterlegungen an (Vor- jahr 44 Mio Euro), die mit Handelspartnern zur Entlastung der stark schwankenden Marktwerte von Energiehandelsgeschäf- ten bilateral vereinbart wurden. Zur Entwicklung der Finanz- schulden verweisen wir auf die folgenden Seiten.

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