Report-Investor: Phoenix Solar Aktiengesellschaft - Geschäftsbericht 2009

Brief an die aktionäre erlauben Sie mir, das vergangene Geschäftsjahr zunächst aus meiner ganz persönlichen Sicht zu würdi- gen: Seit mehr als 23 Jahren bin ich nun in der Photovoltaikbranche tätig, seit zehn Jahren als Vorstands- vorsitzender der Phoenix Solar aG. noch nie habe ich ein Jahr erlebt, das derartige Umbrüche in so kur- zer Zeit mit sich brachte, auch wenn Phoenix Solar im Geschäftsjahr 2009 einen neuen rekordumsatz von 473 Mio. euro erwirtschaften konnte. Lassen Sie mich die Hintergründe für die insgesamt schwache entwicklung in den ersten acht Monaten 2009 kurz beleuchten. Wäre es nur die finanz- und Wirtschaftskrise gewesen, die die finanzierung von kraftwerksprojekten über mehrere Quartale erschwerte oder gar unmöglich machte, so hätte die Photovoltaikbranche die Zeit von Januar bis august wohl noch recht gut überstanden. Mehrere faktoren sorgten jedoch für erhebliche Unruhe am Weltmarkt. Zum einen kam der spanische Solarmarkt, 2008 der größte Photovoltaikmarkt der Welt, durch drastische einschnitte bei der förderung ab dem vierten Quartal 2008 zum erliegen und brach 2009 um mehr als 95 Prozent ein. Zum anderen wurden bis ende 2008 bei vielen Herstellern weltweit neue Produktionskapazitäten für Solarmodule in Betrieb genommen. diese Produkte drängten zusätzlich auf den Markt und suchten nach abnehmern. in deutschland sank die einspeisevergütung zum 1. Januar 2009 erstmals um bis zu elf Prozent nach – wie bisher üblich – um bis zu 6,5 Prozent. dazu kam ein harter und langer, bis ende des ersten Quartals 2009 andauernder Winter. alle einflussfaktoren zusammen bewirkten eine Überversorgung mit Solarmodulen, volle Lager in der gesamten Wertschöpfungskette und Preise, die ab anfang 2009 ins Bodenlose stürzten. Preisnachlässe bei Modulen und Systemen von teilweise über 30 Prozent im Jahresverlauf waren die folge. nie zuvor in der Geschichte der Photovoltaikindustrie gab es einen so starken Preisverfall in so kurzer Zeit. Und die Preisabschläge konnten durch kostenreduzierungen bei den Solarmodulherstellern nur teilweise kompensiert werden. erst gegen Mitte des dritten Quartals konnte sich der Markt wieder beruhigen, die Preise stabilisierten sich. Prompt zog die nachfrage kräftig an. darauf folgte ein viertes Quartal, das alle vorangegangenen übertraf und es uns ermöglichte, wenigstens einen teil der ausfälle der Vormonate auszugleichen. am ende sollte es mit rund 231 Mio. euro – fast der Hälfte des Jahresumsatzes – sogar das umsatzstärkste Quartal der Unternehmensgeschichte werden. Wie haben wir das erreicht? Herausfordernd für uns waren zunächst die bestehenden Langfristverträge mit Herstellern – bisher für uns die Versicherung, auch bei knappem angebot im Markt Zugriff auf aus- reichende Modulmengen zu haben. Um nachfrage und Liefermengen in einklang zu bringen, war es eine unserer wichtigsten aufgaben im frühjahr 2009, Preise und Lieferkonditionen neu zu verhandeln. ferner fokussierten wir uns aufgrund der Schwäche der europäischen auslandsmärkte wieder auf un- seren Heimatmarkt: Mit rund 3.800 Megawatt (MW) installierter Leistung war deutschland wieder mit abstand der größte Markt weltweit – und auch der am schnellsten wachsende. 008 PHoenix SoLar aG | GeScHäftSBericHt 2009Brief an die aktionäre

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